Schrievhuus- Poesie- Erzählungen – Liedtexte 3

Plattdüütsch vöör d’ Gericht . . .

Nich dat ji nu meent, us Modersproak har wat utfrääten un stunn dorüm vöör d’ Koadi – ov so. So wee dat man nich. Wenneer us Modersproak ok all old is as Methusaleem – ji weeten joa woll, de Keerl mit de laange griese Boart ut dat hillige Book – is see wiers noch netso unschüllich as een witten Engel. Wat man joa van Düütsch nich särgen kann. Wiel – dor is foaken sowat buntklörichs tüschen, wenn dat ut de Halsgatten kummt, dat man de Grund heel nich mehr kennen kann. Nänä – mi wull so een hochdreide Gesellschkupp ut dat süüdersche Düütschland an d’ Knipke – wor ikk so niks inhevv. Wiel aal hör Griepen bi mi in d’ Taaschke hör niks brocht har, hevvt see mi vöör d’ Gericht schluurt. Dor schull ikk nu „amtlich“ verdönnert warden, van dat Geld wat ikk nich har, hör wat to gääven, wat hör gannich tostunn.

See harn sükk dat richtich goaelk utmoalt – eenfak wat ut de Lücht griepen, dat irgendeen Minschke as Räkning henstüüren un kasseern. Jo man – nich mit mi. Blossich wiel een so’n Halfmallen up Papier magelt har, ikk har dat un dat doan, schull ikk Gebührn betoalen. Dat, wat de Fent upschrääven har, dat wee liekers netso woahr, as wenn he sächt har, de Poapst licht in d’ Wääkenbäed un schmitt Twillings. De Keerls bi de fiene Gesellschkupp – dor in dat süüdersche Düütschland – de hevvt gannich keeken, ov dat woahr is. Dat gieren noa de Doalers de see bi mi hoalen wull’n – dat hett hör Denken utschkalt. An de Rääken – un dat tweemoal upfördern, de to betoalen – hevv ikk mi nich keert.

Un so keem dat, as dat koamen muß – ikk muß vöör d’ Gericht in de Residenz in Ollnbörch. Ikk wee reinwäch verbiestert – un so’n spierke wee de Glooven an de Gerechtichkeit mi all verlüstich goahn. De Dach un de Stünnen wee nu ansett. Man har mi een Vöörloadung tostüürt. De Gesellschkupp wull to de Termin een Avkoaten stüüren – dat harn see mi künnichmoaken loaten – see wullen mi wiers dat Trillern bibrengen. Een Oostfrees dat Trillern bibrengen – wat harn de Süüderdüütschen woll för Küän in d’ Kopp. Nu wee dat joa sowiet. Dat hooge Gericht seet mit veer Mann achter de Galerii. Mi tägenöver hukel een Avkoat in Dübbelutgoav mit sien Papiernkuffers – de Deerten weesen grötter as twee Melkbummen mitnanner. Oogott – dorch ikk so bi mi – bi de Nürnbarger Prozessen noa de tweede Weltkreech harn de Avkoaten weniger Papiern up d’ Disch. Wat keem dor woll up mi doal.

Oaber tomoal plies de leev Gott so’n spierke dör dat böverst Huukje ünner d’ Soaldekk to mi her, un sää heel sinnich to mi, schnakk Plattdüütsch, mien Jung. Kiek – un dat hevv ikk denn ok doan.

Un so gung dat denn ov:

De Richter: „ Guten Morgen, miteinander!“

De Soal: „Guten Morgen!“

Ikk as Solostiäm dortüschen: „Moin aal mitnanner!“

Tein Oorn wesselten de Richt, as mi de Richter glieks achteran frooch: „Sind Sie der Beklagte Ewald Eden?“

„Joa mien Heer, dat bün ikk.“

Persönlich?“ leep dor so’n bietji twiefelnd achteran – as wenn hüm de Gedanken koamen wee, ikk har villicht een van mien hollandsch Twillingsbroers stüürt.

„Recht so – ikk bün de Ewald Eden ut Schörtens, de See körtens nööcht hevvt hertokoamen. Oaber ikk schnakk Platt – ov dröff ikk dat hier nich?“ – hevv ikk vöörsichtshalver glieks künnich doan.

Vöörn achter de Galerii trukk so’n lichtet Schmüstergrien’n van de een Kopp to de anner – blods noa de Avkoatengesichten mi tägenover is dat nich hensprungen – dor kann ikk mi nich fasthollen, hett dat Grienen säker föölt.

Nu krist du wat to hörn – schoot mi su dör de Kopp.

De Richter dorup licht schmüsterich. „Soso – näänää“

Joa wat denn nu dorch ikk – dor kann doch keen Minsch schlau ut warden.

„Näänää – dat dröfft see“ – un to de Avkoat hendreit „das dürfen Sie. Dat schöält wi all henkriegen.“

Irgendwat wee anners in de Soal veer an dissen Mörgen.

De Richter: „Denn brauchen wir heut’ ja bloß beschließen – – mmhh – – – ach nein – es ist ja Einspruch eingelegt worden – fristgemäß – Herr Anwalt – Sie stellen sicher den Antrag, das Urteil vom letzten Monat bestehen zu lassen.“

Nikkoppen van de Avkoatenstool – een drei van de Richterskopp to mi: „Un See … See mooten de Gägenandrach stellen.“

Dorup ikk: „Moot ikk nu noa Huus andoal, mi hensetten un dat upschrieven?“ „Näänää – dat will ikk woll för Hör beschikken – nu glieks. Dorför sitten wi hier.“

Dree, veer Satzen lopen noa de öllere Schrieversche an sien rechter Kant hen, un to mi kummt de Froach:

„See läänt de Förderung ov?“ Mi dücht dat hoast, as wenn dat ganns keen Froach wee, so as he dat sää. Dat geev mi binnerwendich rein Stöähn bi mien Antern. „Recht so – hooget Gericht – ikk weet gannich, wat ikk hier schall. Blods wiel een Minsch in sien kroakelich Kreiuulnteekens dor noa de Gesellschkupp henschrääven hett:

„Bunter Abend in Rechtsupweg – Veranstalter Ewald Eden – dat hevv ikk so ziteert, wiel dat dor in Düütsch steit……….“

„Ach so – sie können Hochdeutsch?“

Will he mi vergöäkeln? schweeft dor mirdenmanken de Froach över de Galerii.

„Wiers kann ikk Düütsch – dat hevvt de Mesters us in d’ School joa läärt – ikk bün oaber joa keen studeerden Avkoaten – wenn ikk hier in Düütsch täägen de Paragroafenschoosters van de anner Kant anträden moot – denn hevv ikk bi dat Spill joa furs een schroaret Bladdji in d’ Füüsten. Un as mien eegen Översetter kann ikk joa nich good fungeern – denn wee ikk joa befangen“

Nikkoppen weiht van de Galerii to mi röver, ünnerlächt mit een suutjet:

Dat schall ikk woll för See doon.“

Hett dat Hooge Gericht villicht ok all moal up mien Stool säten?

„Mien leeve Heer Eden – See hevvt joa een moien Breef an dat Gericht stüürt – liekers is de in Düütsch holl’n …“

Hör ikk dor so’n lichten Twiefel? Har ikk dat man ok all up Platt moakt – schütt mi dör de Kopp.

„Hooget Gericht – dröff ikk dorto särgen, dat ikk ok Düütsch schrieven läärt hevv – nich dat een nu denkt, dat hett een annern för mi schrääven.“

Dat muß ikk eenfak in d’ Richt setten – so’n bäten Stollt hett man joa ok.

De Vöörsitter dreit sükk noa de anner Kant – he sücht ut, as wenn hüm wat in d’ Nöäs killert.

„Stimmt die Klägerseite zu, daß ich den Brief hier verlese?“

Dübbelted Nikkoppen krupt tüschen de melkbummengrooten Papiernkuffers wäch – noa de Richterdisch hen.

Eenmoal moot dat Hooge Gericht sükk noch schnuuven – „ich bitte um Ruhe“ – moot he noch ähm in d’ Soal puusten – un denn faangt he an vöörtolääsen:

„Hohes Gericht –

hiermit lege ich gegen das mir am 06. September 2003 zugestellte Versäumnisurteil des Amtsgerichts Oldenburg in seiner Gesamtheit Widerspruch ein. Die GEMA – oder wie die feine Gesellschaft sonst heißt – scheint mir ein ordentlich auf Geldscheffeln ausgerichteter Haufen zu sein. Auf Grund einer in krakeliger Jungmädchenschrift erfolgten Mitteilung – über einen „Bunten Abend“ in der ostfriesischen Teilgemeinde Rechtsupweg – Zahlungsforderungen gegen mich zu erheben. Wenn mir ein Kind mitteilt, auf meine Orchideen im Garten hätte jemand gepupst, schaue ich erst einmal nach, ob es sich auch so verhält, bevor ich den Pupser auffordere, für sein Tun einzustehen. Ich kann natürlich nicht beweisen, daß in Rechtsupweg kein „Bunter Abend“ am genannten Termin stattgefunden hat – genauso wenig wie ich beweisen kann, daß es keine Marsmenschen gibt. Ich jedenfalls habe die Gemeinde Rechtsupweg noch niemals am Abend zu Gesicht bekommen. Ebenso habe ich dort keinen „Bunten Abend“ organisiert. Ich unterstütze allerdings in meiner Eigenschaft als Moderator von Radio Jade in Wilhelmshaven Hilfeveranstaltungen – besonders im Bereich des Tierschutzes.“

Dree Minüten düürt dat hoast, bit de Gesichten in d’ Soal sükk wäär sülvst to foaten hevvt. De hollt sükk oaber heel genau an de Tied, denk ikk – net as de Speegelploaten bi mi in d’ Roadio.

Tweemoal tikkert de Hoamer up de eeken Dischploat un verjoacht de letzde Kiekser ut de Soal.

„Mien Heer Eden – willt See dor noch wat anhangen?“

Mi lett, as wenn de hooge Heer Richter up een Togoav tööft.

„Wiers mach ikk dor noch wat to särgen – Hooget Gericht – ikk mach nich begriepen, dat sowat geböören kann – dat Wichtje har joa ok schrieven kunnt, ikk har hör Gewalt andoan. Denn seet ikk nu säker all in d’ Schkapp to Tutenklääven. Eerlich – de Glooven an dat Recht bi us is mi reschkoapen verlüstich goahn.“

„Good dat dat nich so is“ kummt van achter de Galerii

Ikk spöär reinwäch, dat de Richterskeerl dat leed doahn har.

„Denn finnen See hör Glooven hier villicht een Stükkji wäär“ – dat wee för mi – un in de Anner Richt stüürt he de Froach:

„Will die Gegenpartei die Klage nicht aus Sympathie für den Beklagten zurücknehmen?“

Mit disse Froach hett he de Avkoaten dor tüschen de melkbummengrooten Kuffers liekers een Porch in d’ Taaschke stoppt.

De Dokterjuren mooten eers tweemoal schluuken – ikk seech dat an de Knoop ünner hör Halsgatten.

„Das geht leider nicht“ nochmoal schütt de Knoop bi de Een tweemoal up un doal – „ich möchte meine Mandanten dazu bewegen, ihr Verhalten zu ändern – und dafür brauche ich ein Urteil.“

Seech ikk dor een Lüchten över de Oogen in de schwaarte Roov – ov hett de Süän blods kniipoocht, as de Richter – woll mehr to sükk sülvst – sächt:

„Denn schöält See dat ok hemmen.“

Boaben up de Galerii word wat Papier hen un herschoaven.

„Sind wir damit durch? Ov hett noch Een wat to särgen? Nicht – dann ergeht folgender Beschluß:

Verkündung des Urteils am 28. des Monats“ – un to mi: „in veertein Doach hört See van mi, wo dat utgoahn is – See bruken sükk oaber nich up de Padd to moaken – ikk stüür hör dat to. Wi sünd to Enn’n – mien Heer see köänt noa Huus to foahrn“.

Ikk hevv denn schmoals dat letzde Word, un dat is:

„Bedankt un munterhollen säch ikk in dat Rundum.©ee

ewaldeden

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Hollten Hochtied …

dat is joa all een düchdich Ennen –

dat is as een n“Versökensstück“
föör een langen Padd in d‘ Läävensglükk
.

Dor hefft ji woll all utklameert
wat mennochmoal mit jo geböört –

hefft ov un an ok füünsch gespitzt
dat man nich jümmers blods week sit
t.

Nu hoakt jo wiider man good in
denn ward jo kloar de Läävens Sinn …

©ee

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Strandjien …

De Stiem schlöäpt achter Helgoland,
man kann hum schnükkern hörn –
dien Spoar verflücht in d’ Dünensand,
kann nümms in diene Nöächte föörn.

In d’ Bulgenkron blenkert een Lucht,
duusendfak un sülverhell –
noabi di bi un in de Bucht
hört man de Korben luut un grell.

Du föölst di good un büst Natur,
worst eens mit Seel un Hääven –
dat Glükk löppt as een Engelsschuur
dwarß dör dien lüütjet Lääven.

© ee

Säch mi …

givt dat wat moiers
as van de hoogen Dieken
wiet in dat bleuende Land
to kieken

givt dat wat moiers
as wenn de Möölen sükk dreit
un man spöört
dat dat Haart in de Bost glieks veller schleit

givt dat wat moiers
as wenn de Möller sükk hööcht
wenn he luut fleut un singt heel vergnööcht
wenn de Seils in d’ Wind fluttern

de Rieder dreit
sükk up d’ Dakk
de Möölsteen’n ruttern
un de Frücht sünd in d’ Fakk

säch mi – wat givt dat moiers
för Haart un för Seel
as dat gülden Korn
in de Frachtwoagens up d’ Deel

is de Möller tofrää
denn is de Tied noch in Richt
denn is dat Lääven up Stää
un keen Nod in d’ Gesicht

© ewaldeden