Der Herbst zieht ein . . .

Der Herbst zieht ein . . .

Die Strassen sind wie leergefegt
die Blätter segeln von den Bäumen
Reif sich auf die Wiesen legt
Natur die hat jetzt Zeit zu träumen

Die Tage bekommen Magersucht
die Nächte werden länger
ab und an noch Sonn’nschein huscht
der Wind wird täglich strenger

Laub raschelt unter flinken Füßen
die eilends hin nach Hause streben
der Winter läßt schon herzlich grüßen
läßt schon an weißer Decke weben

Aus Kaminen kräuselt Rauch
malt stille Bilder an den Himmel

ich frage mich – fragst du dich auch
wo ist das sommerlich Gewimmel

Wo sind die fröhlichen Gesichter
wo ist die helle Sommernacht

wo sind die strahlend bunten Lichter
die uns so süße Freud’ gebracht

Alles wirkt leicht überschattet
nichts glänzt mehr hell im Sommerlicht
die Tage sind vom Tag ermattet
wenn Abenddunkel sie zerbricht

©ee

meine Träume

In der Stille meiner angehaltenen Träume
falle ich Rückwärts auf Grün
hoffnungsfroh
in Warteposition

die Augenblicke
knisternder Baumkronen dort einfangen
wo der Blätterrosenkranz
deine Zärtlichkeit mir webt

herzblau wie Treue
durch die Stille
in dieser ewigen Sehnucht nach dir
laufe ich vorwärts

immer der Liebe nach,
Unserer.

© Chr.v.M.

Regentage.

Der Regen rinnt in Rinnes Salen,
im Morgenlicht dem feuchtig kahlen.
Es scheint wie silberblankes Weinen,
das sehnend hofft auf Sonnes Scheinen.

Es prägt der Welten nasses Bild –
mit still Bedacht und ohn’ viel Wild –
doch kaum dass Himmels Glut erwacht,
schickt seine Strahlen auf die Erde –

hat sich das Trüb’ davongemacht,
auf dass der Tag ein schöner werde.

©ee

Pusteblume

Pusteblume

Pusteblume blüht am Wege
weißlichgrau ihr runder Schopf
steht inmitten gelber Vettern
mit Federfliegern auf dem Kopf

dicke Backen kräftig pusten
fort sind sie die tausend Haar
fliegen fort bei allen Wettern
kommen wieder übers Jahr

dann sind sie erst wie die Verwandten
quittengelb und sonnenfroh
blühen an des Weges Kanten
blühen zwischen Heu und Stroh

wenn sie dann die Sonn’ genossen
und das Viehzeug sie verschmäht
ist die Jugend schnell verflossen
sie als Pusteblum’ erneut verweht
.

© ee

Zwischen Tag und Tau . . .

Zwischen Tag und Tau . . .

Zu Wasser wird der Reif der Nacht
er tröpfelt von den Bäumen
sobald die Sonn’ vom Schlaf erwacht
erweckt aus ihren Träumen

An allen Blättern blank es blitzt
wie Licht von tausend Kerzen
die Sonne durch die Zweige flitzt
das Dunkel auszumerzen

Es steigt zum Himmel wie ein Dom
der Odem kühler Nächte

wie Hauch von einem Riesengnom
aus dunkler Täler Schächte

Die Sonne taucht in gold’nes Blau
den neuen jungen Morgen
dem Tag klar in die Augen schau
verscheuch’ die alten Sorgen
.

© ee

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist grass-3375344_640.jpg.

Des Morgens Schicksal

Des Morgens Schicksal

Der Morgen hat noch eine ganz dünne Haut
wie mit blassrotem Silber bezogen
er zögernd über den Himmelsrand schaut
als wär’ er gerad’ aus dem Nest geflogen

er reibt sich die nachtmüden Augen
er streckt seine frostkühlen Glieder
er prüft ob sie zum Tage schon taugen
und schüttelt sein helles Gefieder

er schüttelt das letzte Mondlicht heraus
und der Sterne restlich Gefunkel
er langt sich der Sonne Strahlen zum Schmaus
verjagt damit das nächtliche Dunkel

zieht sich flugs neue Stiefelchen an
die mit den blank gewienerten Schäften
marschiert mit riesigen Schritten sodann
und morgendlich frischen Kräften

am Tageshimmel so quer übers Land
und stetig dem Abend entgegen
bis er am westlichen Himmelsrand
wiede
r der Nacht dann erlegen

© ee

am Morgen.

Der frühen Sänger frohes Lied
tanzt um der Blätter Spitzen
das Morgenrot durchs Laubdach zieht
wo die gefiedert’ Freunde sitzen

der Eine schlägt in hellen Tönen
ein Andrer trällert ellenlang
ein Dritter krächzt zum abgewöhnen
und streicht die hohen Stämme lang

der Bussard äugt von sich’rer Warte
ob irgendwo der Leichtsinn lebt
der Keiler scheuert seine Schwarte
bis das der ganze Wald erbebt

die Hirsche fangen an zu röhren
das Rotwild bricht durch dichten Tann
die Spechte hämmern in den Föhren
der Tag er fängt sein Tagwerk an

©ee

Der Morgen

Photo by Felix Mittermeier on Pexels.com

Der Morgen reibt sich den Schlaf aus den Augen,
die Müdigkeit flattert geschwinde davon –
er beginnt an des Himmelslicht Strahlen zu saugen,
und eilends steigt aus dem Meere die Sonn’.

Wie flüssiges Gold leuchten die Fluten,
Vögel streichen geschwind drüberhin –
blaue Weite verschluckt lichtes Gluten,
es öffnet sich uns ein erkennender Sinn.

©ee

Eine gute Nacht …

Eine gute Nacht …

Die Stunden waren richtig toll
an Schlaf war überhaupt nicht zu denken
eine einzige Fliege – verflucht
tat Vergnügen mir schenken.

So oft ich auch ‚klatschte’ –
es ging ständig daneben –
einzig ich ratschte
mir blaue Flecken aufs Leben.

Doch dann gegen fünf in der Frühe,
die Sonne zeigte schon ihr Sonntagsgesicht,
bekam sie den Lohn für die Mühe
und lacht mir zum letzten mal frech ins Gesicht.

Ein kräftiger Schlag mit der druckfrischen Zeitung –
mit dem Titel habe ich sie erschlagen,
und konnte sie in schöner Begleitung
der zerdepperten Tasse

zum Mülleimer tragen.

©ee