der Morgen…

Die Sonne liegt noch in der Koje,
den Morgen wieget See’es Gang –
liegt noch vertäut an Nachtens Boje,
mitten im Grün von Meeres Tang.

Die Fische in der Wasserwelt,
sie schlängeln sich durch Tiefes Gründe –
der Himmel spannt sich wie ein Zelt
über menschbedroht’ Natures Pfründe.

Das schillernde der Wellen Kämme,
das irisierend’ Meeres Grün
durchbricht mit Macht des Fühlens Dämme
und läßt die schönsten Träume blüh’n.

Wenn der Morgen dann die Anker lichtet,
nimmt Kurs, auf in den Tag hinein –
die Bläue dann die Stunden schichtet
hoch auf, in Taggestirnes golden’ Schein.

©ee

Morgendliche Falkenflüge.

Morgendliche Falkenflüge.

S ilbergraue nebelfäden
scherbengrün der zauberwald

in den frühen morgenlüften
murmeln gnomgestalten wünsche

falter taumeln,feen schweben
mondglanz noch in ihren haaren

und sie heben nachtversunken
in den zarten flügelarmen

schaumgeschlagen ihre träume
dem erwachten tag entgegen

schillernd bunte morgenmünder
blasenblubbernd traumverjagend

mit dem rauschen, mit dem winde
tragen sie uns wie ein kinde

ein stück hoffnung an das leben
mit den lippen zart entgegen.

© Chr.v.M.

Ein neuer Morgen.…

Ein neuer Morgen.…

Leichter Flügelschlag des Windes
treibt lautlos uns’res Lebens Kahn
ein Rufen – leis’, ein sehr gelindes
zieht uns vom fremden Ufer an

die Zukunft ist’s die uns erwartet
das Morgen – noch in Kindes Kleid
wir fühlen uns im Heut’ geborgen
das Gestern liegt zumal ganz weit

Stärke wächst in unser’m Denken
Vertrau’n bestimmt den nächsten Schritt
wie spür’n des Schöpfers Hände lenken
und gehen ohn’ Bedenken mit.


©ee

Auf der “ Es wird wieder Schiene “

Auf der “ Es wird wieder Schiene “

versuche ich mich an
neunundvierzig Cent Luftbrötchen,
knalle mir die Nachrichten
aus aller Welt endlich rein,

finde den schlafenden Bäcker
und streiche ihm
Butter und und Honig
auf den Bauch

Huste ihm was und schwöre

Luftschlösser
nur noch
in Fieberträumen
zu bauen.

© Chr.v.M.

Der alte Tag ist grade gestern…

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D er alte Tag ist grade gestern –
die Mitternacht noch greifbar nah,
da winken schon des Morgens Schwestern
mit reichlich wirrem Haupteshaar.

Sie fiebern schon dem Licht entgegen,
dass doch lange noch nicht tagesfit –
und zäumen frisch und wildverwegen
die Pferde zum Erkundungsritt.

Sie wollen’s wissen – ohne Frage –
wer Favorit und wer hintan,
damit sie wissen, wer bei Tage
sie schafft – und wer es doch nicht kann.

Wenn dann das Taglicht – außer Puste,
noch barfuss – kommt herangekeucht
dann sagt der Morgen, dass er’s wusste,
als er die Schwestern hat verscheucht.

©ee

Morgens fünf Uhr zweiunddreißig

M orgens fünf Uhr zweiunddreißig
die Nacht hat sich
schon leise davon geschlichen
weil sie das Licht das Tages scheut

bis auf kleine Reste
ist das Dunkel gewichen
die werden jetzt von der Helle verbläut

ein Sonnenstrahl schaut keck
über die Kante der Erde
seine Nasenspitze ist noch ganz rot

er fragt sich
wie wohl das Heute werde
vom Frühstück
bis hin zum Abendbrot

mit klammen Fingern
erklimmt er den Himmel
richtet es sich komodich dort ein
und reitet auf seinem Feuerschimmel

fröhlich in die Zeit hinein.

© ee

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