Morgengrüße …

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Morgengrüße …

Zeit nähert sich der Zeitenwende –
ich spür’ es deutlich Nacht für Nacht.
Kaum das ich mich im Schlafe wende
schon wieder Himmels Sonne lacht.

Sie tut dann stets so unbefangen,
als hätt’ sie nächtelang pausiert –
dabei war sie erst grad zu Bett gegangen,
als sie erneut ums Eck rumpliert.

Die Vögel schein’n es zu begrüßen –
das frühe Licht in Gottes Raum,
ihr Singen scheint herauszufließen
aus Apfel-, Kirsch- und Birnenbaum.

Ihr trällern nimmt scheint’s gar kein Ende –
es steigert sich zum Tremolo,
und Star klatscht fröhlich in die Hände –
denn “ König “  ist er sowieso.

© ee

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laute Stille.

Photo by James Wheeler on Pexels.com

Dieses Morgens laute Stille –
die leis’ ich mit Gedanken fülle,
wird dadurch prall und un und ’säglich –
bekommt ein lächelnd’ Taggesicht.

Sie ist nicht mehr so lieblos kläglich,
und fürwahr nicht mehr ein Leichtgewicht.
Sie wiegt den Inhalt leichter Worte –

die oft schwer wie ein Wackerstein,
die, nicht gesagt am rechten Orte,
oft Grund sind für viel Seelenpein.

Drum pflege wohlgesetztes Sagen,
bring’ Eckiges rund in das Sein –
so wirst Du auch an dunklen Tagen
spüren der Seele Sonnenschein.

© ee

Des Morgens Worte ….

Des Morgens Worte ….

Des Morgens Worte wehen leise
durch den Rest der Nacht dahin –
klingen wie altbekannte Weise,
wecken Erinnern tief im Sinn.

Erinnern an verträumte Auen –
Erinnern an sanftplätschernd’ Quell’ –
dass kann Mensch schon nicht mehr schauen,
selbst tiefe Nacht ist leuchtendgrell.

Des Morgens Flüstern macht uns hoffen,
dass Mensch besinnt sich der Natur –
nur so ist Zukunft für uns offen
und tilgt der Menschen schlechte Spur.

© ee

der Morgen…

Die Sonne liegt noch in der Koje,
den Morgen wieget See’es Gang –
liegt noch vertäut an Nachtens Boje,
mitten im Grün von Meeres Tang.

Die Fische in der Wasserwelt,
sie schlängeln sich durch Tiefes Gründe –
der Himmel spannt sich wie ein Zelt
über menschbedroht’ Natures Pfründe.

Das schillernde der Wellen Kämme,
das irisierend’ Meeres Grün
durchbricht mit Macht des Fühlens Dämme
und läßt die schönsten Träume blüh’n.

Wenn der Morgen dann die Anker lichtet,
nimmt Kurs, auf in den Tag hinein –
die Bläue dann die Stunden schichtet
hoch auf, in Taggestirnes golden’ Schein.

©ee

Ein neuer Morgen.…

Ein neuer Morgen.…

Leichter Flügelschlag des Windes
treibt lautlos uns’res Lebens Kahn
ein Rufen – leis’, ein sehr gelindes
zieht uns vom fremden Ufer an

die Zukunft ist’s die uns erwartet
das Morgen – noch in Kindes Kleid
wir fühlen uns im Heut’ geborgen
das Gestern liegt zumal ganz weit

Stärke wächst in unser’m Denken
Vertrau’n bestimmt den nächsten Schritt
wie spür’n des Schöpfers Hände lenken
und gehen ohn’ Bedenken mit.


©ee

Auf der “ Es wird wieder Schiene “

Auf der “ Es wird wieder Schiene “

versuche ich mich an
neunundvierzig Cent Luftbrötchen,
knalle mir die Nachrichten
aus aller Welt endlich rein,

finde den schlafenden Bäcker
und streiche ihm
Butter und und Honig
auf den Bauch

Huste ihm was und schwöre

Luftschlösser
nur noch
in Fieberträumen
zu bauen.

© Chr.v.M.

Der alte Tag ist grade gestern…

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D er alte Tag ist grade gestern –
die Mitternacht noch greifbar nah,
da winken schon des Morgens Schwestern
mit reichlich wirrem Haupteshaar.

Sie fiebern schon dem Licht entgegen,
dass doch lange noch nicht tagesfit –
und zäumen frisch und wildverwegen
die Pferde zum Erkundungsritt.

Sie wollen’s wissen – ohne Frage –
wer Favorit und wer hintan,
damit sie wissen, wer bei Tage
sie schafft – und wer es doch nicht kann.

Wenn dann das Taglicht – außer Puste,
noch barfuss – kommt herangekeucht
dann sagt der Morgen, dass er’s wusste,
als er die Schwestern hat verscheucht.

©ee