Wo bist Du.

Ach Timmy, lieber süßer Schneck,
warum nur bist du von mir weg?
Ich kann nicht schlafen, weine nur –
Von dir, mein Schatz, gibt’s keine Spur.

Essen und Trinken schmeckt mir nicht.
Wo bist du nur? – Aus meiner Sicht
bist du entschwunden – einfach weg.
Sag mir – was soll’s? Wo ist der Gag?

Ich such‘ nach andern Männern schon,
doch krieg ich meistens nichts als Hohn.
Denn wer kocht so’ner alten Schnuppe
’nen Teller ‚gute Kartoffelsuppe‘?

Gertrud Everding
©Gertrud E.

nur ein Traum….

..nur ein Traum

Auch wenn des Tages Lärm heut‘ brüllt,
in mir klingt fort ein leises Lied,
das nun mein ganzes Sein erfüllt,
das wie ein Hauch durch meine Seele zieht.

Ist es ein Wort, ein trauter Klang?
War es doch, als wär’s nur im Traum.
Ein Lied, das einst die Mutter sang –
nein nein, ich denk, das war’s wohl kaum.

Ich spürte eine Hand so lind,
sie war so sanft wie Blütenwind.
Ich wachte auf – ich bin kein Kind.
Sag mir, was das für Träume sind –

Gertrud Everding
©Gertrud E.

Regen

Regen

Was heißt hier regnerisch?
Soll heute nicht die Sonne scheinen?
liegt schon Staub zwischen den Steinen?
Bleibt im Hause heut der Tisch?

Baden die Finken heut im Regen?
Atmet der Garten wieder Segen?
Wird die Erde wieder nass?
Stell gleich auf das Regenfass!

Schau die Bāume wollen trinken
zwar im Wasser nicht versinken,
doch die Wiese wird dann grün
und die Blumen strahlend blühn.

Du und ich wir stehn im Garten,
können es nun kaum erwarten,
dass die Sonne wieder lacht,
über all die Frühlingspracht.

Gertrud Everding
©Gertrud E.

Glaub es nur

Glaub es nur

Gib nicht auf, der Kampf geht weiter.
Lass nicht nach, das Ziel ist nah.

Wenn’s dunkel wird, fang an zu singen,
wenn du weinst, denk an die Freude,
die dein Leben einst beschwingte.

Die Dunkelheit, sie wird nicht bleiben,
glaub es, glaub es nur!

Es kommt der Morgen,
da geht auch für dich die Sonne auf.

Gertrud Everding
©Gertrud E.

Auf dem Fluss

Auf dem Fluss

Die Schwänin spricht zu ihrem Schwan:
„Das Wasser glitzert wunderbar.
Im Schilf schläft unsre Kinderschar,
uns stört kein Fuchs, kein Kahn.

Wir machen eine kleine Tour,
den Fluss entlang im Sonnenschein!
Ich schwimm so gern mit dir allein.
Ach Liebling, sei doch nicht so stur!“

„Das geht nicht“, zischt empört der Schwan.
„Du pflichtvergess‘ne Mutter du!
Der Fuchs kommt sicher dann im Nu!
Nein – so was fang ich gar nicht an.“

Im Schilf ruft laut ein Schwanenkind.
Schnell rudert Mutter zu ihm hin,
hat nur ihr Kleines noch im Sinn –
und wiegt es leicht im Sommerwind.

Gertrud Everding
©Gertrud E.

Januar

Januar

Regen, immer nur Regen!

Die Bäume flüstern schon

fast vergessene Frühlingsgedichte.

Prall die  Knospen der Trauerweide.

Auf dem See

mit sausendem Flügelschlag

landen Schwäne.

Einer von ihnen bist du.

Januar 2012

Gertrud Everding
©Gertrud E.

Jahrmarkt im Himmel.

Jahrmarkt im Himmel.

Wenn der Wind mal einen Rülpser macht,
der so klingt als wenn’s im Himmel kracht –
und die Wolken sich gebärden,
als wär‘ es Jahrmarkt hier auf Erden –

dann sollt‘ Mensch ein wenig stille halten,
in seinem Wahn die Welt auf’s Neue zu gestalten.

Anstatt Natur noch mehr zu reizen,
sollt‘ er mit seinem „Können“ geizen –
denn „Weltgesellschaft“ denk stets dran,
dass es EINEN gibt der mehr noch kann.

© ee
ewaldeden2022-04-15