morgendliche Falkenflüge.

morgendliche Falkenflüge.

Silbergraue nebelfäden
scherbengrün der zauberwald

in den frühen morgenlüften
murmeln gnomgestalten wünsche

falter taumeln, feen schweben
mondglanz noch in ihren haaren

und sie heben nachtversunken
in den zarten flügelarmen

schaumgeschlagen ihre träume
dem erwachten tag entgegen

schillernd bunte morgenmünder
blasenblubbernd traumverjagend

mit dem rauschen, mit dem winde
tragen sie uns wie ein kinde

ein stück hoffnung an das leben
mit den lippen zart entgegen.

© Chr. v. M.

Ausklang

Ausklang.

weißgold als würden birken blühen
im glitzergrau dampft das verstehen
mit impressionen des vergehens

und sanft wenn sich der himmel wölkt
und unsre welt sich neu bestellt
mit blattsilber vor nebelbänken

wenn gott den tag
will uns beschenken
als arbeitslohn vor traktorspuren

bis abends langsam unversehens
der himmel rot glüht und ein klang
den abschluss bildet mit gesang

der vögel nachtlied bleibt zum abschied
ausklingend nur noch die konturen


weißgold

als würde der mond neu glühen.

© Chr.v.M.

unter dem  Himmelsgewölbe

unter dem  Himmelsgewölbe

Wie es duftet
zwischen all den Blüten
knospet und aufbricht
mit der Erwartung.

Wie es sich wirft
über die Wiesen
zwischen goldenen Kleidern
bis zum Schirmchenflug.

Wie er nun trägt
stolz der Tageshimmel
samtblaue Kleidung
Wölkchen betupft.

Wie es nun flieht
die Stille im kühlen Garten Eden
wie ich empfinde die Freude
in allem Blütenrauschen.

Bis die
Abendsonne
vor uns munter
samtrot noch einmal lacht.

© Chr.v.M.

How it smells
between all the flowers
buds and breaks up
with the expectation.




How it throws
over the meadows
between golden dresses
until the screen flight.




How he wears now
proud of the daytime sky
velvet blue clothes
Clouds dabbed.




How it escapes
the silence in the cool garden of Eden
how I feel the joy
in all flowers murmur.




Until the
evening sun
in front of us
Totally red laughs again.

© Chr.v.M.

Im Winde treiben …

Im Winde treiben …

Wie gern würd ich bei Dir verweilen
am Wochenend die ganze Zeit.
Lass unsere Gedanken eilen,
und schweifen in die Ferne weit.

An Deiner Seite möcht ich ruhen,
möcht hören Deiner Stimme Klang,
befreit von Lasten, Sorgen, engen Schuhen.
Du weißt, die Zeit wird mir mit Dir nicht lang.

Lass uns dies Wochenende beieinander bleiben,
was ist schon Zeit, sie zieht wie Rauch dahin.
Mit Dir möcht ich so gern im lauen Winde treiben.
dann weißt Du, dass ich glücklich bin.

Gertrud Everding
©Gertrud E.

… sonst brauche ich nichts

… sonst brauche ich nichts

Umschließe mein Selbst tief in Dich hinein,
damit ich sie spüre – Gefühle, Gedanken.
Ich hab’s doch gelesen, tief geritzt in den Stein:
Da ist etwas, das überwindet die Schranken.

Und meine Seele spannt dann ihre Schwingen,
ist plötzlich erfüllt von gleißendem Licht.
Ich glaub, ich höre die Sterne singen –
und du bist da – sonst brauch ich doch nichts.

Gertrud Everding
©Gertrud E.

Weißt du noch . . .

Weißt du noch . . .

Die Sommerrosen aus der Zeit –
weißt du noch wie sie rochen?
Die Jugend – sie liegt lang schon weit –
als wir in Hecken uns verkrochen.

Ob wir was ausgefressen hatten –
oder weil es bloß so schön,
manchmal war es kühler Schatten –
der uns ließ den Himmel seh’n.

Süßgeahnte fremde Welten –
noch nicht gefühltes dunkles Glück,
wie oft begann man uns zu schelten –
zog uns in Unschulds Welt zurück.

Doch jedes Riechen prägte Male –
mit jedem Fühlen loderte – zuerst der Kern,
und dann die Schale –
jeder Blick rückte die Kindheit fern.

Bis sie in tausend kleinen Stücken
füllte der Jugend engen Raum –
der Kindheitswelt mußt’ man entrücken,
es blieb uns immer nur der Traum.

Drum lebe, wenn du Kinder findest –
egal auch wo auf dieser Welt,
den Traum zurück – indem du bindest
die Seele nicht an’s große Geld

Ich sehe Feuermale streichen –
der Geist entweichet aus der Flasche,
wenn wir uns nicht die Hände reichen –
liegt Unschuld bald in Schutt und Asche

© ee