Der zerbrochene Krug . . .

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Der zerbrochene Krug . . .

Wer kennt es nicht – das Theaterstück.

Als ich kürzlich auf dem Weg meiner Erinnerungen an Dudens Gasthof – mitten im Herzen Sengwardens – meinen Schritt verhielt, um die Erlebnisfarben an den „Deutschen Adler“ – wie er seit Generationen offiziell hieß – aufzufrischen, fand ich keinen Pinsel und keine Farbe. Nichteinmal ein Hauch von Annegret und Bernhard – geschweige denn von Oma Alma, Opa Paul – oder gar von Onkel Hans. Sengwarder Hof steht jetzt in neuzeitlicher, uniformierter Reklameschrift an der Hausfront. Wer die Buchstaben in dem leuchtenden Kasten unbeachtet läßt, sieht bloß eines von vielen gleichgeschalteten Wirtshausschildern vor sich. Die Kreativität in den Köpfen der Werbestrategen der dahinterstehenden Bierbrauer scheint mir wie ein Stier ohne Hörner – oder wie eine Einstellung, die abfärbt. Im Inneren des Hauses – das ich aus der Vergangenheit als quirlige Welt kannte – empfing mich eine Atmosphäre der Gleichgültigkeit. Das Gefühl, jeder Handgriff oder jeder Schritt zum Wohle des Gastes verursacht beim Personal Unbehagen, ließ mich schauern. Wenn Gäste aus Getränkenot mit bunt zusammengewürfelten Thermoskannen zwischen den Tischreihen hin-  und herwehen – oder gar das dazugehörige Gebäck auf Servietten selbst zum Tisch tragen müssen – obwohl genügend dienstbare Geister am Tresen anwesend sind, wird es keinen Gast verleiten zu verweilen. Ich habe nur wehmutsvoll den vergangenen Zeiten hinterher geschaut. Der abschließende  Blick in die ungepflegte Toilettenanlage hat mich ganz schnell hinausgetrieben. Schade für das Haus um die vertane Chance.

Meine Punkteliste habe ich in der Tasche gelassen. © ee

Ewald Eden

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Der alte, neue Siedlerkrug . .

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Der alte, neue Siedlerkrug . .

T homas Steyer – der Kapitän des Siedlerkruges in der Voslapper Tiarkstrasse – hat einen neuen Kurs angelegt. Behutsam möchte er zu den Traditionen des Siedlerkruges zurückkehren. Neues mit hergebrachtem verbinden ist sein Ziel – den Voslappern ihren Treffpunkt – und vor allem ihren Saal für Veranstaltungen aller Art  zurückgeben – das steht als Maxime über seinem Bemühen. Den Rahmen bildet in Zukunft Voslapp, Hafen, Strand und Meer – ausgefüllt mit allem, was Menschen von einem Ort an der Küste erwarten. Den Zinnsoldat – den alten  Voslapper Leuchtturm – hat die Familie Steyer sich als Schutzpatron gewählt. Er wird in Kürze die Gäste schon von weitem begrüßen – und sie bei ihrem Aufenthalt in den gastlichen Räumen begleiten. Hier kann jeder nach Herzenslust essen und trinken was das Herz begehrt – natürlich auch vegetarisch – und das zu Preisen, von denen die Gäste andernorts nicht einmal zu träumen wagen.

Die Wirtsleute hoffen, daß die Voslapper einmal in der Vergangenheit ihres schönen Ortes herumkramen, und dabei diese oder jene schöne Erinnerung entdecken, die dann im Siedlerkrug präsentiert werden kann. Eine wunderschöne Gelegenheit für den Ortsteil Gemeinschafts-sinn zu zeigen – und den Siedlerkrug zu einem kulturellen Mittelpunkt werden zu lassen.

Die Familie Steyer hat für alle Ideen ein offenes Ohr – reden sie einfach mal miteinander.

© ee

Ewald Eden

Unser Besuch im Vareler Waisenstift

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Unser Besuch im Vareler Waisenstift

 

 

Wer kennt schon das Vareler Waisenstift – mal ehrlich, und Hand auf’s Herz – wer von Euch, die jetzt ganz laut Ja gerufen haben, war denn schon einmal da? Wer hat sich schon einmal die Mühe gemacht, eingangs Varel mit dem Fuß vom Gaspedal auf die Bremse zu wechseln – nein, nein – nicht weil er etwas zu schnell unterwegs war, und die Blitzfalle fürchtete – sondern um in dieses wunderschöne alte Gebäude reinzuschauen.

Den Besucher erwartet ein großartiges Zeugnis der Baukunst vergangener Jahrhunderte. Zum größten Teil schon sach-kundig, und mit Liebe zum Detail instand gesetzt, zieht es jeden Besucher unweigerlich in seinen Bann.

Man hat durch die Zeiten dem Gebäude Gelegenheit gegeben, seinem ursprünglichen Zweck treu zu bleiben.

Es bietet heute – wie schon vor vierhundert Jahren – Kindern in Not ein Zuhause. Mögen sich auch die Ursachen der Nöte gewandelt haben – die Verpflichtung zur Hilfe ist die gleiche geblieben. Radio-Jade war da – zur Weihnachtsfeier der kleinen und großen  Bewohner.  Mit uns war Wolfram Hohmann – der regionale Organisator der Aktion „Weih-nachten im Schuhkarton“. Einen Sack voll Schlickersachen schleppte er mit sich – als symbolisches „Dankeschön“ an all die vielen Kinder, die mit Begeisterung Päckchen gepackt haben – für ihre kleinen Freunde in aller Welt. Damit auch sie – und viele zum ersten mal in ihrem Leben – ein persönliches Weihnachtsgeschenk bekommen. Der Besuch war der Schlußpunkt unter den diesjährigen Schuhkarton – und gleichzeitig der Start für die Aktion „Kinderzimmer entrümpeln“.© ee

Ewald Eden

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Antik-Haus Jever.

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Antik-Haus Jever.

 

 

Der Hof von Oldenburg in der jeverschen Stadtmitte – gegenüber des alten Marktes, an der Zufahrt zum Wahrzeichen der Marienstadt, dem wunderschönen Häuptlingsschloss des Fräulein Maria – ist für sich schon eine Sehenswürdigkeit. Ans Schlosscafe und Hofkonditorei schließt sich nahtlos das Antik-Haus an. Ein Ensemble – wie geschaffen für Augen, die das Besondere lieben. Ebenso wie man bei den Köstlichkeiten der Hofgastro-nomie verweilen muß – genauso wenig kann man am Eingang des Antikhauses vorübergehen. Die Schönheiten im Innern würden auf jeder Messe einen Preis erringen. Die Ausstattung der  Geschäftsräume gleicht dem Inhalt einer riesigen Schatztruhe. Man spürt draußen schon den Sach-verstand und die liebende Hand von Kennern der Materie. Ein Schritt hinein – und der Besucher muß erst einmal innehalten – muß sich die Atmosphäre vergegenwärtigen.  Manch einer mag bei den Schlägen einer alten Uhr – oder beim Leuchten einer schmuckvollen Lampe Bilder vom Wohnen seiner Vorfahren in sich fühlen – und vielleicht auch die neue, die nüchterne Zeit mit etwas anderem Empfinden betrachten. Das Interieur beschränkt sich aber beileibe nicht bloß auf den Bereich des „feinen Wohnens“ – das heißt auf die Einrichtung der guten Stuben – nein, auch aus dem Alltagsbereich wie Küche, Keller und Garten findet der neugierige Sucher liebevoll wiederhergerichtete Gegenstände. Bei einer Tasse Tee oder Kaffee wird keinem Kunden das Stöbern langweilig werden. Schauen sie einfach mal rein ins Antik-Haus Jever unweit des Schlosses.© ee

Ewald Eden