Ausgewogen ….

Ausgewogen ….

D as „Netzwerk“ das ist keine Frage
ist das Werk gegenwärt’ger Tage
doch auch da gilt die Erkenntnis
auch wenn’s nicht erkannt als Selbstverständnis

dass nichts – gleich wie krummschief es auch steht
gegen die natürlich‘ Ordnung geht
und immer hält sich all’s die Gleiche
ob’s lebend Gut, ob’s tote Leiche

da ist jemand der Ordnung hält
und scheint sie noch so schlecht die Welt
nach jedem Schwalle dicker Luft
die irgendwann irgendwo verpufft

kommt stets ein rein’gend‘ Himmelswind
und macht die Lüfte wieder lind
bei allem kommt es nur drauf an
wo man so hinriecht dann und wann

ob man erträgt das Nasenkrausen
wenn jemand grad ließ einen sausen
oder ob man, wie’s so geht,
mehr auf Veilchens Düften steht …

des Schöpfers Welt ist’s schietegal
was dominiert in Menschheits Kral
am End ist alles nur Melasse
als Sondermüll der Sonderklasse

in großer Masse produziert
er wiederum „Normal“ gebiert
und weiter hält sich all’s die Waage
für’s Heute und für alle Tage

ewaldeden2016-03-02
©ee

Bild von Goumbik auf Pixabay

Die kleine fesche Gartengrille.

Die kleine fesche Gartengrille.

Die kleine fesche Gartengrille
da in dem siebten Rosenstrauch
wünscht sich ein Bild von Heinrich Zille
zur Not tut Wilhelm Busch es auch

doch weiter weg sollt’ es nicht liegen
dann hätt’ sie kein Gefallen mehr
denn auf brechen oder biegen
sie liebt’s Berlinsche doch so sehr

weil – schon ihr Urururgroßvater
der war vernarrt in diese Stadt
obwohl gebürtig aus dem Prater
doch der nicht soviel „Schnauze“ hat

©ee

Die Meerjungfrau.

Die Meerjungfrau

Der Fischersjung vom Nordseestrand
er hat sein Glück gefunden
ein Mädchen lag im weißen Sand
von Wellen arg zerschunden

Er trägt sie sicher aus der Brandung
die Haut sie scheint wie flüssig Gold
ein Fetzen trägt sie als Gewandung
es hat das Meer sie nicht gewollt

Das Schiff – das ihr als Zuflucht dünkte
nach wild zerschlagener Heimatwelt
am Horizont schon Zukunft winkte –
in Sturmesnacht vom Meer zerschellt

Er müht sich um das Fünkchen Leben
bis es erblüht wie Orchideen
alles was er ihr kann geben
kann man in Bernsteinaugen sehn

Bei ihm da fühlt sie sich geborgen
sehnt sich nach nirgendwo zurück
die Sonne steht im jungen Morgen
und sieht erfreut ein neues Glück

Die Dorfsleut haben sie angenommen
so wie sie war – mit brauner Haut
es ist nicht einmal vorgekommen
das jemand hat mal schief geschaut

Frau Fischer ist sie bald geworden
fährt mit hinaus aufs rauhe Naß
sie ist die Königin des Nordens
ist immer braun – wird niemals blaß.

©ee