Des Lebens Nadelöhr …

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Des Lebens Nadelöhr …

Einsamkeit, Leere. Verlassensein fühlen,
dein Herz ist ein unnütz’, ein nichtbenutzt’ Raum –
niemand sitzt auf den Seelenstühlen,
du irrst ganz allein durch sehnenden Traum.

Verriegelte Fenster, verschlossene Türen,
Stacheldraht sperrt jeden gangbaren Weg –
wann und wohin wird dein Denken dich führen,
du tastest mit tauben Füßen den Steg.

Öffne die Augen, schau um dich her,
schau sehnend Begehren am Himmelsrand –
von irgendwo weht ein „Dich lieben“ und mehr,
nimmt streichelnd und zärtlich dich an die Hand.

Es füllet die wartenden Räume,
fließt drängend in Seele und Herz –
es schmückt deine bebenden Träume,
es tilgt deinen brennenden Schmerz.

Und plötzlich siehst du die Sonne,
stehst lachend und strahlend im Licht –
du tanzt und singst voller Wonne,
weil ein neues, ein schön’res Leben anbricht.

© ee 2005

Foto auf https://pixabay.com/

Ein vergessener Ort

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Ein vergessener Ort

E insamkeit zerrt hier am Gemüt,
verlassen der Ort bis auf wenige Seelen –
früher da lebt hier ein stolzes Geblüt,
wo Heute Verlassenheit ruht an den Pfählen.

Nur selten verirrt sich noch Boot oder Prahm
in das lange verschlickte Gewässer –
vor Jahren da lag hier so manch stolzer Kahn,
vor Jahren da war es noch besser.

Man sah Wimpel flattern,
man hörte Musik
und vom Wind geblähte Segel laut knattern –
da war es noch schön – hier bei uns achtern Diek.

Da war noch Leben im lebenden Priel,
da gab es noch Kindergeschrei –
doch heut’ ist der Ruf einer Möwe schon viel,
die Zukunft sie scheint hier schon lange vorbei

ee © 2007

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Foto dank https://pixabay.com/de/