ein ewig wagen…

wie mancher regentropfen sich
im blatt verfängt
wie unsere zeit in lebenstagen

und wenn sie fallen, glitzernd
engelstränen gleich
bleibt uns ein ewig wagen.

© Chr.v.M.

der Vater aller Dinge….

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der Vater aller Dinge….

K rieg ist der Vater aller Dinge
sagen Menschen mit Sachverstand
sie sehen das Ganze durch goldene Ringe
und bringen Verderben über das Land

sie schicken Raketen mit tödlicher Fracht
an blühende fruchtbare Orte
und sagen sie hätten den Frieden gebracht
mit ehrlichem biblischem Worte

sie sagen sie hätten die Menschen befreit
von Knechtschaft und blutiger Fron
und wären zu selbstloser Hilfe bereit
die Freiheit der anderen wäre ihr Lohn

so bauen sie auf was sie selber zerstört
und füllen damit ihre Kassen
sie tun als ob ihnen die Welt gehört
und wundern sich wenn ihre Opfer sie hassen.

© ee

Wanderer…

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W anderer, es gibt nicht Weg
noch Stock noch Stein –
es gibt nur Sein.

Wanderer, es gibt nicht Erde,
es gibt nur Steg
der Ziel dann werde.

Geh’ nur hinüber – find’ das Leben,
das dir vom Schöpfer ward gegeben.
Tritt nur nicht fehl bevor’s erreicht,
sonst bist du schnell vom Tod gebleicht.

Liegst als Geripp’ an Weges Rand
mit gespenstisch’ knöchern’ Hand –
die nicht mehr greift, die nicht mehr packt,
weil gebleicht’ Gerippe nichts mehr zwackt.

© ee

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Rhythmus gespeichert.

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Rhythmus gespeichert.

Immer noch da.

Hüpfende Rhythmen aus
der Zeit gefallen.
Tonsetzer im Konzert
ein Fingertrommeln.

Woher das Zeitloses
in tiefen Tönen
geschraubt in die Stille ?
Drehe das Radio dunkler.

Nachhall im geschwängerten Cellobauch.
Hinter geliehenen Ohren
im Kopf die Tonwindungen
immer noch Herzoffen
mein Ich

zwischen Klangerlebten.

© Chr.v.M.

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Bild von Rudy and Peter Skitterians auf Pixabay

thanks

Altes Sande – neues Sande

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A ltes Sande – neues Sande
Wirtschaftsraum und Ruhepol
zwischen Klein Canale Grande
und vergoren Sauerkohl

hier die Bahn der Pioniere
dort Beton der neuen Zeit
am Rand als wenn er sich geniere
macht Luftverkehr verschämt sich breit

Kultur wagt schüchternes Versuchen
aufzusteh’n aus tiefem Schlaf
doch es geht ihr wie den Buchen
die der Zahn der Säge traf

Bemühen Leben zu erwecken
in diesem Ort dort auf dem Sande
vereiteln angestaubte Jecken
die schon steh’n an Grabesrande

dabei wär es einfach wichtig
Spaß am Verweilen hier zu säen
Säh’ man die Dinge doch nur richtig
würd’ hier sofort die Zukunft steh’n.

© ee