Heimat

Heimat

Ich gehe einsam jetzt durch’s Moor –
es kommt mir alles traumhaft vor.
Die Luft, sie ist so samt, so weich –
die Landschaft wundersam und reich.

Braunweiß ist der Sand im Wege,
dichtbei ein Auerhahngehege.
Die Birken samtgrün steh’n im Hain,
ein Storch im Sumpf auf einem Bein.

Der Otter sonnt sich auf dem Hügel,
die Heide steht in voller Pracht,
der Fuchs, er späht nach dem Geflügel,
das er sich holen will zur Nacht.

Die Sonne blinkt in braunen Wolken,
der Wind huscht hurtig drüber hin.
Schnell legt das Wasser sich in Falten –
Ostfriesland – ganz in Gottes Sinn.

© ee

Bild von Wolfgang Zimmel auf Pixabay

nieselsanft.

i n stummer weite – blass gedreht
ein regenbogen
vom wind verdreht
das bunt,wolkenverschoben.

im gold der bäume – augusttage
regendurchweicht, sonnenbelebt
die birnensüße webt uns träume
und stille sucht sich neue räume.

in lauter nähe – grell erstarrt – der herbst
er naht mit großem schritt
und durch die wege hier in zerbst
reißt mich sein lachen mit.

© Chr.v.M.

Augustlieder.

Augustlieder.

A ugusttage und Regenschauer
der Wettergott
wird auch nicht schlauer.

Graue Tage, nasse Füße
nur die Wiesen
die genießen.

Stundenweise Sonnenstrahlen
mit Wasserfarben
Herbst jetzt malen.

Prall die Früchte unter Bäumen
Heuballen
lagern in Scheunen.

Obstkörbe lehnen an Zäunen
Pilzduft
aus den Wäldern steigt

Herbst
DU bist
nicht mehr weit.

© Chr.v.M.

Leuchtzeichen.

M an geht sehr leise
Über Kopfstein Pflasterwege.

Man atmet tief das Grün
Unter den hohen Kiefernstämmen.

Man fängt die Leuchtzeichen auf Grasspitzen
die dankbar sich verneigen.

Man lehnt erstaunt
an alten Mauersteinen.

Man fühlt den Wind wie er vermischt
Vergangenheit und nahe Zukunft.

Man steht dazwischen staunend
im Jetzt und hoffnungsstark.

© Chr.v.M.

Stolpersteine in meiner Herzstadt

Zwiespalt

Bild von Rolf-Dieter Tiegs auf Pixabay

Wilhelmshaven

Zwiespalt

I n diese Stadt hineingeboren
sie nie gemocht und doch geliebt
und stets neu auf sie eingeschworen
auch wenn hier Machtfilz Armut schiebt

die Stadt stets blühte wenn Welt brannte
gedüngt mit vieler Menschen Blut
der Wohlstand schnell von dannen rannte
wenn sie ertrank in Nachkriegsflut

die Stadt ein Friedhof erster Klasse
mit wohlbestallter Wärterschar
die warten auf den Tod der Masse
die trotz des Nichts noch immer da

die Stadt der Hoffnung die stets trog
die Stadt der aufgebläht Versprechen
in der die Macht die Macht verbog
und das – ihr Mächtigen, wird sich rächen

©ee

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die klänge.

s amtblau der morgen
der sich mir wie ein  blütenkelch öffnet
und stimmungsvoll durch den tag rollt

über den spitzen hausdächern
jubeln vogelgesänge
sonnenlachen zwischen tagesleuchten.

dann im funkelnden tautropfen
eines spinnennetzes gefangen
zittertn sie zart den takt zur melodie

ich höre sie im blätter rauschen
zwischen blütendüften
ich höre

und stolz in mir
fühle ich sie
tagesklänge.

© Chr.v.M.

Neues an die Worthaustür

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