Zwiespalt

Bild von Rolf-Dieter Tiegs auf Pixabay

Wilhelmshaven

Zwiespalt

I n diese Stadt hineingeboren
sie nie gemocht und doch geliebt
und stets neu auf sie eingeschworen
auch wenn hier Machtfilz Armut schiebt

die Stadt stets blühte wenn Welt brannte
gedüngt mit vieler Menschen Blut
der Wohlstand schnell von dannen rannte
wenn sie ertrank in Nachkriegsflut

die Stadt ein Friedhof erster Klasse
mit wohlbestallter Wärterschar
die warten auf den Tod der Masse
die trotz des Nichts noch immer da

die Stadt der Hoffnung die stets trog
die Stadt der aufgebläht Versprechen
in der die Macht die Macht verbog
und das – ihr Mächtigen, wird sich rächen

©ee

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die klänge.

s amtblau der morgen
der sich mir wie ein  blütenkelch öffnet
und stimmungsvoll durch den tag rollt

über den spitzen hausdächern
jubeln vogelgesänge
sonnenlachen zwischen tagesleuchten.

dann im funkelnden tautropfen
eines spinnennetzes gefangen
zittertn sie zart den takt zur melodie

ich höre sie im blätter rauschen
zwischen blütendüften
ich höre

und stolz in mir
fühle ich sie
tagesklänge.

© Chr.v.M.

Neues an die Worthaustür

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Zuhause.

Ü ber die Haut
meiner Heimat
dehnen sich weit
lebendige Tiefen.

Grün die Täler
die das Auge schaut
blühende Gärten
von Frauen bebaut.

Rauschende Bäche
in blau und grün
über die stolz
weiße Schwäne ziehn.

Es lacht der Wind ,
der frech Wolken jagt
zur Kirchenglocke,
die im Tal dort klagt.

Besänftigend
nicken die Bäume hier
und an der Felswand
dicht hinter mir

pflücke ich
das schüchterne Blümchen

Dir.

© Chr.v.M.

Heimweh .

Heimweh .

D as dunkle Rauschen der Wogen
schwebt über dem heißen Sand
es spannt sich wie ein Bogen
vom Meer aufs einsame Land

Verbindet die Elemente
ist Himmel und Hölle zugleich
Feuer und Wasser es trennte
berauschend und unendlich weich

Nur einmal die Mächte gespüret
die Ahnung von Endlosigkeit
nur einmal nach Hause geführet
im Herzen im Übermaß reich.

© ee

Altes Sande – neues Sande

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A ltes Sande – neues Sande
Wirtschaftsraum und Ruhepol
zwischen Klein Canale Grande
und vergoren Sauerkohl

hier die Bahn der Pioniere
dort Beton der neuen Zeit
am Rand als wenn er sich geniere
macht Luftverkehr verschämt sich breit

Kultur wagt schüchternes Versuchen
aufzusteh’n aus tiefem Schlaf
doch es geht ihr wie den Buchen
die der Zahn der Säge traf

Bemühen Leben zu erwecken
in diesem Ort dort auf dem Sande
vereiteln angestaubte Jecken
die schon steh’n an Grabesrande

dabei wär es einfach wichtig
Spaß am Verweilen hier zu säen
Säh’ man die Dinge doch nur richtig
würd’ hier sofort die Zukunft steh’n.

© ee

Mittsommer.

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Mittsommer

D er Tag er schüttelt sein müdes Haupt,
ist Stunden des Weges gezogen –
er hat nicht mehr an den Abend geglaubt,
fühlte sich schon um die Ruhe betrogen.

Die Ruhe nach des Sommers Hitze,
die Ruhe nach den flirrend Lüften –
aus denen zitternd schossen Blitze
bis tief hinein in Berges Klüften.

Der Tag streicht sich sein heißes Tagesgesicht,
er wischt sich den Schweiß aus den Augen –
ganz langsam erschöpft sich sein helles Licht,
mag kaum noch zum Adieu sagen taugen.

Sucht tastend am westlichen Himmelsrand
mit rötlich scheinenden Händen –
die ausseh’n wie schwelender Wolkenbrand,
nach des Abends schützenden Wänden.

Als er sie endlich gefunden
ist fast schon der neue Tag nah –
am Horizont bläuend gebunden
im nordischen Mittsommernachtsjahr.

© ee

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Foto dank https://pixabay.com/de/

Möwengeschrei

Möwengeschrei

K ein Besuch, kein Spaziergang
ohn’ Möwengeschrei
die eingängig Hymne der Küste
bei jedem
„komm doch mal mit“
sind sie dabei
und kreischen hinaus ihre Lüste

ob Sonne ob Regen ob Sturmesgebraus
stets sind sie allgegenwärtig
sie brauchen nicht Hütte
und nicht steinern Haus
nur intakte Natur –
und schon ist ihr Lebensplatz fertig.

© ee