Auf Grönland

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Auf Grönland

A uf Grönland
im letzten Altweibersommer
trugen die Steinbäume Kirschen
die waren so groß wie Melonen

unter den Bäumen
da wohnte ein Superfrommer
der glich roten Hirschen
und lebt seine Tage
von knallblauen Bohnen

den Sommer über
hat er im Eisfeld geschafft
um Erdäpfel zu produzieren
er wurd dabei von Kamelen begafft
die in der Schneewüste gingen spazieren

des Winters wenn um ihn Eiszapfen sprossen
dann lag er im Gletscher gefrostet
hat dort genüßlich die Früchte genossen
und auch mal was anderes gekostet

© ee

Eine Sonnenblume . . .

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Eine Sonnenblume . . .

E ine Sonnenblume
wußt‘ nicht wie ihr geschah
sie brach durch harte Krume
und stand ganz früh im Jahr

einfach da

Die Wurzel suchte Nahrung
und fütterte sie groß
sie sammelte Erfahrung
wohl aus der Erde Schoß

einfach bloß

Sie strebte hoch und himmelwärts
es schwindelte sie leicht
das schnelle Wachsen macht ihr Schmerz
sie hat das End’ noch nicht erreicht

herzerweicht

Bei Meter zwei und zweiundachtzig
da zeigt sie ihren Sonnenschopf
doch weil sie nur im Kranze sonnig
senkt sie beschämt den schönen Kopf

armer Tropf.

©ee

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Bild von Renate Anna Becker auf Pixabay

merci

Beine …

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Beine …

H undertmillionen Beine
mit Körpern schleppen sich herum
dicke dünne krumme kleine
mal laut – mal leis’ – mal mit Gebrumm

Ich bin geneigt mal nachzufragen
ob Damen – oder Herrenbein
müßt ihr immer Körper tragen
oder könnt ihr’s auch allein

Alleine geh’n auf Wanderwegen
alleine zum Konzertbesuch
alleine euch ins Bette legen
bedecket nur mit weichem Tuch

Alleine über Wolken fliegen
alleine tauchen tief ins Meer
alleine kleine Beine kriegen
und was da sind der Dinge mehr

Ihr sagt – ihr habt es nicht probieret
na – dann wird’s aber hohe Zeit
ihr sagt – das ihr euch so genieret
ja – das ist dann wohl euer Leid.

© ee

Wünsche.

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Die kleine fesche Gartengrille
da in dem siebten Rosenstrauch
wünscht sich ein Bild von Heinrich Zille
zur Not tut Wilhelm Busch es auch

doch weiter weg sollt’ es nicht liegen
dann hätt’ sie kein Gefallen mehr
denn auf brechen oder biegen
sie liebt’s Berlinsche doch so sehr

weil – schon ihr Urururgroßvater
der war vernarrt in diese Stadt
obwohl gebürtig aus dem Prater
doch der nicht soviel „Schnauze“ hat.

© ee

Sitz doch mal still…

Sitz doch mal still…

Ich warte auf den Augenblick
in dem du sagst, nun sitz mal still
verdreh die Glubscher, krieg ’nen Knick
erstaunt mich frag’, was sie wohl will

du hast den Pinsel in den Händen
beäugst mich scharf von allen Seiten
ich muß mich drehen, muß mich wenden
darf sogar auf den Popo gleiten

was sollte das mit Stillesitzen
und das begucken meiner Breiten
mein Hintern fängt schon an zu schwitzen
bei deinem emsig vorbereiten

doch – plumps – mein Schatz
ich hab’s erfasst –
der Groschen ist gefallen

du schaust, ob ich auf’s Bild raufpass’
oder ob ich in der Weite
mich nicht mit dem Rahmen streite

du willst mich malen
willst mich bannen
auf seidig Tuch mit flinkem Strich
auf ewig unabänderlich

du sagst es soll – es ist ein Muss
und ich bin stolz – ich füge mich
und krieg als Lohn ’nen dicken Kuß

ee © 2005

sanfte Herbstumarmung.

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L aß’ den Sommer hinne ziehen
und die Erinn’rung kreisen
auch Herbst hat Farben nur geliehen

der Winter wird’s beweisen



des Jahres Reise wird sich runden
nach Frühlings Grün
und Sommers Pracht
hat sich wieder eingefunden


was Herbstens Laub so bunt gemacht …

© ee

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Die Sonne zerrt doch nur verhalten
weil sie sich nicht verheben will
sie kennt den Winter, diesen Alten
und sein klirrend Kältespiel –

sie lässt ihn mütterlich gewähren
gewährt im zeitenlang sein Frei
er wird sich dann von selbst verzehren
auf dass es wieder Frühling sei …© ee

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