Knospen.

Knospen . . .

Knospen treiben auf des Wassers Weiten
die Wellen des Lebens wiegen sie sacht
die Hoffnung mag in Öden sie leiten
dort blühen durch der Liebe Macht

Pflege die Blume der Menschlichkeit
ohne dein Herzblut wird sie verdorren
und plötzlich spürst du – du bist bereit
du liebst diese Welt –

und ist sie auch noch so verworren.

©ee

Fotos auf https://pixabay.com/de/

Der Blumenbaum …

Der Blumenbaum …

neben dem Kamin
in heimeliger Ecke

da hängt seit gestern
als Wandschmuck ein Bild

es zeigt neben wucherndem Rosmarin
die knorrige alte Buchenhecke

die beide friedlich
wie zwei alte Schwestern

behüten den Blumenbaum
wie ein schützender Schild –

den Blumenbaum
unter dem wir gelegen
in seidiger samtener Sommernacht

den Blumenbaum
unter dem ich verlegen
mit dir das erste mal Liebe gemacht –

den Blumenbaum
mit den duftenden Veilchen
und den zartblauen Vergissmeinnicht

unter dem du gewährtest
mir ein liebendes Weilchen

unter dem du mir schenktest
das himmlischste Licht –

den Blumenbaum
unter dem ich erlebte

die Süße der Liebe
wie ein unschuldig Kind

unter dem
unser beider Verlangen erbebte

wie jungfräulich Triebe
im südlichen Wind

ich wünsche allen liebenden Herzen

einen Blumenbaum
so wie du ihn gemalt

so wie er im Scheine
schimmernder Kerzen

jetzt in Kaminens Ecke erstrahlt

© ee

Heilsbringer . . .???

Mir ist schlecht – ganz schlicht und einfach übel zumute. Die Worte, die aus mir herauskommen, haben Angst, daß man ihnen das Elend ansieht, über das sie berichten sollen. Mein Weg führte mich wieder einmal durch die Randgebiete der Gemeinde Sande.

Auf einem ehemaligen Bauernhof, nahe des Sander See, hat sich ein Verein häuslich eingerichtet. Ein Verein der Hilfe verspricht – Hilfe bei der Suche nach dem Sinn des Lebens. Inmitten der Natur – wie es im Prospekt heißt – bietet man dort vielfältige Möglichkeiten zur „Entfaltung und Erholung“ – die „Licht- und Friedensarbeit für Mensch und Umwelt“ unterstützend. Mir schlug jedoch bei meinem Gang über das Gelände ein Empfinden von verbrannter Erde entgegen. Eingangs begrüßte meine Sinne ein sterbender Flieder. Ich hab’ ihn nur trösten können – helfen konnte ich ihm nicht mehr. Die Spritzmittel, mit der irgendjemand das Erdreich verseuchte, zerstörten seinen Lebenswillen. Kein Vogel, der mit seinem Gesang das Ohr erfreute, war zu hören – kein Schmetterling, der im flüchtigen Flug den Augen schmeichelte, war zu sehen. Die lange Allee zum Kernstück des Ganzen – dem Seminarhaus – säumt

vernichtete Natur. Ich habe in den letzten Jahren selten so viele Pflanzen weinen sehen – ich habe selten so viel Kleingetier seine vergiftete Lebensgrundlage beklagen hören. Höllenbilder von entlaubten Wäldern, aus den Zeiten des Vietnamkrieges, wischten durch mein Bewußtsein. Die Besucher sah mein Inneres Auge, in Schutzanzüge gekleidet, nach der Quelle des Lichts suchen, die zu finden ihnen im Prospekt versprochen war.

Auf der großen Wiese im Zentrum – auf der sich eigentlich Feen und Gnome tummeln sollen – schienen mir die langen, verkrümmten Blütenstände des Löwenzahns wie die verbrannten Gliedmaßen unschuldiger Opfer eines Wahnsinnsangriffs. Der Regenbogen hatte seine Farben verloren. Vergebens hielt ich nach Kräutern Ausschau. Ich war erstaunt, beim Verlassen des Ortes der Erleuchtung, keine Schleuse vorzufinden, in der man mich von den Giften befreite, die ich ohne Zweifel an den Schuhen hatte. Ich kann den Pächtern dieser „Oase“ nur noch empfehlen, wenigstens Hinweisschilder aufzustellen, auf denen die Besucher vor dem verlassen der befestigten Wege gewarnt werden. Für die sprachlosen Mitgeschöpfe käme diese Warnung dann allerdings zu spät.©ee

Ein neues Jahr.

Ein neues Jahr

Ein neues Jahr
hat uns zu fassen –
wir halten’s fest,
wir könn’n ‘s nicht lassen.

Nachdem wir ‘s mit Krachbum begrüßen
treten wir ‘s täglich mit den Füßen –
bis es am End’ dann breitgetreten
wieder endet in
Silvesterfeten.

Ein neues Jahr sogleich erscheint,
auch wenn das alt’ noch schrecklich weint …

© ee

ewaldeden2019-01-01

Foto auf https://pixabay.com/

DANN DOCH.

Raketen die Sterne küssten,
Vorsätze in den Himmel gebrannt,
Sektkorken und Hoffnung sie schwebten im Land.

© Chr.v.M.

Neubeginn

Altes abgelegt.
Gut gelagert im Herzen.
Neues begonnen.

© Chr.v.M.