kleine Wunder.

Chr.v.M.

die weisse stille
ist nicht mehr
es war ein wehen nur
dicht unter sonnenschein
ein sanftes streicheln
zwischen weidenstümpfen.

als eingegraut der wolkenbruch
den winter nahm
und durch die stille ungehört
das neue kam
in sachtem grün
mutig mit zarten, kleinen blüten.

© Chr.v.M.

Chr.v.M.

Traumwelt

Traumwelt

Die Luft bewegt sich in zitternden Wellen
kein Wölkchen am Himmel – im Lichte dem Grellen
die Sonne beherrscht das Firmament
kein Strich mehr Himmel und Erde trennt

alles ist fließender Übergang
ob weite Strände – ob steiler Hang
das Rauschen der Brandung vereint sich im Wind
mit Tönen die aus der Ferne sind

die Laute der sich wiegenden Bäume
erwecken im Kopfe die herrlichsten Träume
die Natur – sie spielt ein großes Konzert
niemand die fleißigen Spieler stört

so erhofft man sich den Zustand der Welt
bis man dann aus dem Traume fällt
.

©ee

Lutherjahr …

.

Lutherjahr …

Wenn die Wahrheit mit Schleiern behangen
und ihre Konturen versteckt
dann ist die Klarheit im Nebel gefangen
und das Leben im Dunste verreckt.

Wenn die Wahrheit erfährt nicht die Ehre,
die höher gewichtet als der Lüge Gebein –
wenn selbst der Gott’sdiener Heere
erliegen manch’ trügerisch Schein,

dann ist es um Welt wohl geschehen,
dann hilft auch kein Lutherkonvent –
weil selbst durch die Gott’shäuser wehen
die Schwaden von „Wahrheit verpennt“.

Da mag man sich arg echauffieren
wenn Wahrwelt nicht folget dem Schein
da mag man das Tun insistieren
und ändert doch nichts an dem Sein.

Selbst bischöflich wohlgesetzt’ Worte
von Gesten final unterstützt –
klingen wie aus der Retorte
die am Ende dann keinem genützt.©ee

ewaldeden2016-10-31

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Foto auf https://pixabay.com/de/

 

LAUFworte : dann endlich fleissbilder !

Laufworte: dann endlich fleissbilder

„spazierfahrt in`s tagesglück.“

wogende wiesenhalme die schüchternen blütenköpfe in den himmel gesteckt im tagesgold dengelt ein mann blitzt silbern die sense tanzen ahnungslos zwei blaue  schmetterlinge bis es zischt und ein marienkäfer unbemerkt auf erdbraunen schuhen landet halm um halm fällt stoppelig der boden lang die arme weit ausgestreckt dann wieder angewinkelt den rücken gekrümmt strich um strich hängt er fleißbilder in die luft den schweiß auf der stirn und eine fröhliche melodie auf den lippen  das nun der wald den heuduft einfängt und das peitschen der hiebe auch das fliehende lied auf den lippen des bauern bei dem gedanken eines vollen duftenden schobers und ich weiter fahre unbemerkt den rollenden kinderwagen mit klapperbunten holzspielzeug über den feldweg schiebe und der specht klopft im takt beständig aus dem baumgrün  wie sie nun gluckst vor vergnügen

deine kleine

© Chr.v.M.

LAUFworte : Blicke im Licht des Jahres

LAUFworte : Blicke im Licht des Jahres

wenn sie rollschuhe fahren die engel das es grollt platzt der himmel in grau aus allen nähten prasselt das nass bildet blubbernde rinnsale in aufgeweichten wiesenhängen dort schnappen regenwürmer nach luft dazwischen klemmen gelöste blätter über dem erdwall im vorwärtswunsch den berg hinunter verschluckt sich der gulli wegabwärts grell erleuchtet vom blitz wie getroffen verstummt die welt bis das klopfen aufhört und der nebel hochsteigt mit feuchten socken und sich in weinenden bäumen verfängt

© Chr.v.M.

LaufWORTE : Türgespräche

Türgespräche.

manchmal klebt mein bestaunen an türrahmen durch die ich laufe im sehen nach oben ob glück oder unglück ausgeschüttet wird über besucher und bewohner ein zu machen ein aufschließen ein betreten dann und schlüsselgeräusche im klimpern bis das schnappen eines schlosses zu hören ist wie eine empörung ach du nur beim klinkendrücken ein eintretendes qitschendes öffnen von stöhnendem holz um dann schnappend  wieder  ein zu fallen in den schlossriegel der sich stolz präsentiert nun hab ich dich endlich nun aber bleib

© Chr.v.M.