Alle Tage

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Alle Tage

M an hört ständig Behördensprecher
in Worthülsen den Müll verpacken
den aufgekratzt’ Regierungszecher
täglich auf die Tische kacken

Alles wird schön breitgemacht
es muß ja richtig stinken
sonst würd’ das Land in dunkler Nacht
zu schnell im Sumpf versinken

Man hätte gar nicht genug Zeit
die Früchte zu genießen
entgangene Gelegenheit
die würd’ doch nur verdrießen

Und da man sehr penibel ist
hat man einen wachen Blick
das Unten jeder von dem Mist
bekommt ein riesengroßes Stück

Denn wenn die Kleinen es nicht schlucken
was oben angemengselt wird
die Großen würden heftig spucken
und Kotze hat noch nie geziert.

© ee

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Frau Flunder

Frau Flunder

s chimpft mit ihrem Gatten
Heribert – rasier dich mal
dein Kinn hat schon ganz schwarze Schatten
wenn du mich küßt ist es ’ne Qual

die Stoppeln pieksen mir die Kiemen
Frau Hering glaubt ich wäre krank
mein Mäulchen zieren rote Striemen
es ist mir um mein Ausseh’n bang

Der Gatte brummt ach – das schon wieder
wir sind doch nicht mehr jugendfrisch
tusch dir man erst die Augenlider
du siehst ja aus wie ’n Butterfisch

Was soll denn bloß der Fischer denken
wenn du ihm in sein Netz gerätst
du wirst noch jedes Kochherz kränken
wenn du so in der Pfanne brätst.

© ee

Foto dank https://pixabay.com/de/

Alles Banane . . .

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Alles Banane . . .

Zwei Bananen auf dem Dampfer
war’n verliebt in sich wie wild
sie war’n so grün wie Sauerampfer
und auch so herb und gar nicht mild

Sie lagen in dunkler Pappenkiste
gut eingepackt und temperiert
aufnotiert auf langer Liste
wurd’n sie in Hamburg eingeführt

Sie saßen schon seit ihrer Blüte
dicht beieinander an der Hand
man bescheinigte ihnen große Güte
sie zum Verspeisen gut befand

Bevor sie ihre große Liebe
ausgelebt ein einzig mal
verspürten beide starke Hiebe
und wurden gegessen – ganz banal

Was blieb war ihre gelbe Schale
achtlos irgendwo hingelegt
durch die dann so – mit einemmale
jemand sich auf den Hintern legt.

©ee

foto bei https://pixabay.com/

thanks

Ampelstop…

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Ampelstop…

Herzklopfen – Zitterhände – feuerrote Ohren
im Munde trock’ner Wüstensand
Finger sich in Fäuste bohren
du fühlst dich an der Welten Rand

Du weißt nicht, wo du sollst verstecken
der Augenblicke heißes Blut
du meinst, dass tausend Zungen lecken
zu schüren des Verlangens Glut

Ein heißer Sturm fällt auf dich nieder
zur Säule schier aus Salz erstarrt
du riechst den Duft von weißem Flieder
und glaubst, ein Trugbild dich da narrt

Du konntest dich nicht hinbewegen
sie sah auch nicht dein heißes glüh’n
du mußt jetzt wohl den Gang einlegen
die Ampel war schon zweimal „Grün“.

© ee

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Heinrich träumt.

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Heinrich träumt.

Heinrich träumt
in verwegenen Träumen
macht im Traum alles das
was er sonst nicht gedurft.

Er liegt verträumt
unter blühenden Bäumen
an die er sonst
blicklos vorbei geschlurft.

Er nascht an schwellenden Süßigkeiten
er kostet von verbotenen Früchten
die alle ihm den Himmel bereiten
den Himmel gefüllt mit drängenden Süchten.

Er schlägt sich den Bauch
bis obenhin voll
und findet das Ganze
berauschend und toll.

Er hört in den Bäumen
die Lachtauben gurren
dabei ist sein Magen
nur schrecklich am knurren.

© ee

auch hier mal wieder ein Foto von https://pixabay.com/de/

merci

Ein kleiner Pickel auf der Nase . . .

Ein kleiner Pickel auf der Nase . . .

Ein kleiner Pickel auf der Nase
sandkorngroß und unscheinbar
kommt in die Entwicklungsphase
stellt plötzlich puterrot sich dar

Schaut über Nasenflügels Rücken
ob er ein Pickelinchen find’t
er kann sich strecken oder bücken
er nirgends sieht ein schönes Kind

Das liegt in der Natur der Sache
denn er ist von Geburt an blind
bis man ihm den Garaus mache
er sich erfreut am Sommerwind.

© ee

Ein kleiner Zwanzigtonnenwal…

Ein kleiner Zwanzigtonnenwal…

der nahm Kurs auf Rio
zum Karneval
er wollte einmal
am Zuckerhut Samba tanzen
wollt’ einmal vergessen
des Lebens Bedrücken
wollt’ Orgien feiern mit Wanzen und Mücken

wollt’ einmal
die Kaffeebraunen und Schönen
ganz zärtlich
mit seinen Flossen verwöhnen
er schwamm um den Globus
schwamm durch alle sieben Meere
bei Feuerland
da nahm er die letzte Kehre

doch als er in Rio angekommen
hat das Schicksal
ihm alle Freude genommen
der Karneval
er war längst schon zu Ende
was einzig ihm blieb
war eine lustlose Wende

© ee 2005

Tierisch.

Tierisch.

Ein Elefant bei Hagenbeck
tanzt Samba für ’nen guten Zweck
das passende Schuhzeug dafür zu besorgen
das macht dem Direktor riesige Sorgen

einen Schuster zu finden
für dies´ Riesenpaar
das dauerte locker
ein dreiviertel Jahr

und als er dann endlich einen gefunden
da war der Elefant
aus dem Tierpark verschwunden

ihm wurde einfach das warten zu lang
jetzt tanzt er bei Krone im Küchenschrank
tanzt Walzer mit Mäusen und Küchenschaben
und ist für die Samba nicht mehr zu haben

… und die Moral von der Geschicht’ –
Elefanten die tanzen woll’n
warten nicht

© ee

https://pixabay.com/de/

machts möglich 😉

dankeschön für die Vektorgrafik

Zwei Bananen…

 

Zwei Bananen…

Zwei Bananen auf dem Dampfer
war’n verliebt in sich wie wild
sie war’n so grün wie Sauerampfer
und auch so herb und gar nicht mild

Sie lagen in dunkler Pappenkiste
gut eingepackt und temperiert
aufnotiert auf langer Liste
wurd’n sie in Hamburg eingeführt

Sie saßen schon seit ihrer Blüte
dicht beieinander an der Hand
man bescheinigte ihnen große Güte
sie zum Verspeisen gut befand

Bevor sie ihre große Liebe
ausgelebt ein einzig mal
verspürten beide starke Hiebe
und wurden gegessen – ganz banal

Was blieb war ihre gelbe Schale
achtlos irgendwo hingelegt
durch die dann so – mit einemmale
jemand sich auf den Hintern legt.

©ee

Bild kostenfrei bei https://pixabay.com/de/

dankeschön fürs leihen dürfen 😉

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Trübe wars…

 

Trübe wars…

Trübe wars
die Tasse kochte
als es an der Türe pochte

es war der Stimme anzuspüren
die da drang durch alle Wände
sie wollte einen Tanz aufführen
denn so pochten Ordnungshände.

Drinnen waltet gerade
die züchtige Hausfrau
sie kocht Marmelade
aus Klimawandel und Supergau

draußen gestaltet der Vater
mit sehr viel Liebe zum Detail
seinen Benz zum Senkrechtstarter
denn das find’t er obergeil

unterm Dach im Jugendzimmer
vergewaltigt mit viel Jugendliebe
der Klaus den neuen Rasentrimmer
und kürzt damit des Triebes Triebe

Oma möcht’ partout behalten
denn sonst fährt sie aus der Haut
ihren Stuhl den furchtbar alten
den Opa grad zu Kleinholz haut

so ist im ganzen Haus die Lage
gespalten zwar aber im Trend
während im Keller unter Tage
die Tochter ihren Rausch auspennt

mittags dann um zehn vor drei
der Tag ist grad so halb erwacht
ist die Aufregung komplett vorbei
und alles durcheinander lacht.

©ee