Hundeglück . . .

Hundeglück . . .

H undeglück – mag mancher fragen –
was soll’s – was ist das auf der Welt?
Hundeaugen könn’s dir sagen –
auch wenn Hund nur lautlos bellt.

Auch dein Hund hat eine Seele –
genau wie du – du Menschentier,
wenn er folgt folgsam dem Befehle –
frag dich einmal – was machen wir?

Die Treue die sie uns beweisen –
erkennst du sie als großes Glück?
Wenn du erschöpft von deinen Reisen –
kehrst zu des Hundes Haus zurück.

Schenk ihm ein kleines bisschen Wärme –
ein wenig nur – er dankt es dir,
er dankt es ohne viel Gelärme –
drum liebe es – dein Hundetier!

©ee

Herbststurm . . .

.

Herbststurm . . .

D er Himmel zieht kräftig die Stirne kraus –
der Unmut trübt ihm schier den Blick.

Er schickt den Sturm mit viel Gebraus –
zieht seine schützend’ Hand zurück.

In kahler Bäume Zweiggeäst
streicht er des Windes Töne –

das Meer, es wird im Kopf ganz irr –
schickt seiner Wellen Söhne.

Die gehen mächtig ins Geschirr –
und rollen mit Gedröhne.

Die Wolken fangen an zu weinen –
Tränen schleiern ihr Gesicht,

die Sonne sitzt im All zu greinen –
und geizt mit ihrem Sonnenlicht.

Natur ist in sich reingekrochen –
sie wartet ab in ihrer Hütte,

sie schläft die langen Winterwochen –
bis der Frühling kommt –

mit leisem Schritte.

© ee

Foto auf https://pixabay.com/de/

thanks

Hoffnung ist alles…

.

Hoffnung ist alles . . .

D ichte Wolken,
dunkle Tage
alles das gibt es im Leben
doch ist noch so groß die Plage
es wird auch noch was and’res geben

schau nach vorn
schau durch die Wolken
dahinter scheint ganz hell die Sonne
das Leben gibt dir Freudensicht
das Herz erfüllet sich mit Wonne
wenn sie dann
durch die Wolken bricht

drum bleib nicht steh’n
umgeh die Steine
such deinen Weg
und stolper nicht
du merkst
zu keiner Zeit warst du alleine
von irgendwo scheint stets ein Licht .

© ee

Mauern . . .

lifebelt-1790134_640

.

Mauern . . .

D u siehst Mauern – kreuz und quer –
sie geh’n oft durch deine Seele,
das Gehen fällt – verdammt – sehr schwer –
du glaubst, die Richtung fehle.

Du schaust nach vorn – meinst du –
doch du siehst nach hinten,
das Schicksal schlägt vermeintlich zu –
im Grunde alles Finten.

In einer Schicksalsstunde dieses Lebens –
zeigt dir der Himmel deinen Stern,
du erkennst – nichts war vergebens –
das Ziel – es ist ja gar nicht fern.

Du brauchst bloß einen Schritt zu tun –
den Schritt über die Mauern,
schon kannst du in Gewißheit ruh’n –
brauchst nicht mehr selbst dich ‘ dauern.

Du siehst die Farben fröhlich leuchten –
das Bunt ist bunt – ist nicht mehr Grau,
schaust in die braunen, liebesfeuchten
Augen deiner Herzensfrau.

Versinkst in Wellen des Begehren –
das Meer des Sehnen nimmt dich auf,
versuch nicht, dich dagegen zu wehren –
laß dem Schicksal seinen Lauf.

© ee

.

Liebe . . .

.

Liebe . . .

L iebe ist Leben –
Liebe ist Glück –
Liebe kann geben –
Liebe dreht Zeit zurück.

Liebe kann vergeben –
Liebe kann verzeih’n –
Liebe ist das Streben
der Rebe nach dem Wein.

Liebe ist das Werden –
Liebe ist die Macht –
zärtliche Gebärden –
selbst in dunkler Nacht.

Liebe ist der Anfang –
Liebe ist das Sein –
an Liebe führt der Weg entlang –
ganz weit in dich hinein.

Liebe ist das Spüren –
von Liebe überall –
Liebe kann uns führen –
bis hoch ins Himmelsall.

©ee

Am falschen Ort . . .

Am falschen Ort . . .

I ch stehe hier an Meeres Säumen
mein Innerstes ist weit von hier
ach – könnt’ ich endlos Sehnsucht träumen
ach – wär’ mein Sein ohn’ End’ bei dir

Ist mir als ob ich hüllenlos
wohl über Welten schwebe
der Zwang in mir wird riesengroß
flieg’ übers Meer und lebe

Ich kann mich wenden still und dreh’n
will alles das vergessen
muß immer wieder rückwärts geh’n
von Nordlands Weiten sinnbesessen

Mein Traum der harret der Erfüllung
durchdringt mich bis ins kleinste Haar
ist weit entfernt von jeder Stillung
fesselt mich – so Jahr auf Jahr.

© ee

Herzlich willkommen in der Welt . . .

.

Herzlich willkommen in der Welt . . .

L illy-Johanna, das klingt poetisch –
wie Sommerwind in grünen Auen,
das weht so herrlich meeresfrisch –
als wenn wir von den Dünen schauen.

Lilly-Johanna, das klingt wie Musik
in wunderschönen Stunden –
Kerstin und Jörg ihr großes Glück
hat endlich in die Welt gefunden.

Gott wird sie behüten – wo der Weg sie auch führt,
die Taufe ist ein Gottwillkommen.
Habt ihr nicht alle den Engel gespürt
der extra durchs Meer kam geschwommen.

Mag’ auf den Wegen nicht zuviel Gestein
den Lauf ihres Lebens beschweren –
Mama und Papa begleiten sie fein
um Unbill und Trübsal zu wehren.

Die Paten stehen am Wegessaum –
begleiten sie durch das Leben,
erfüllen vielleicht so manchen Traum
um ihr die Freude zu geben.

© ee

.

Feierabend.

Feierabend …

Frerk kommt nach Hause …

Der Tag graute erst ein wenig über dem Horizont – ganz so, als wenn der Schlaf ihm noch in den Augen hing. Nix war mit rotleuchtendem Himmel heute morgen. Die Zeiger der Uhr in der Hinterküche krochen gerade auf vier Uhr zu, als Claas sachte die Aussentür ins Schloß fallen ließ. Im Kalender stand der Julimonat – und doch war es in dieser Morgenstunde noch lausig kalt.

Gerade so wie an einem dem Sommer vorauseilenden Frühlingstag.

Die düsteren Wolken jachterten spielerisch durch die Luft – ein busiger Stiem aus Südost schob sie wie Spielbälle vor sich her. Gut festhalten mußte Claas seinen Granatschieber wenn der Sturm zugriff. Die Kufen des Wattschlitten hatte er gestern Abend vor der Schlafenszeit noch ordentlich mit einer Speckschwarte bearbeitet – er läuft heute morgen so leicht wie ein junges Mädchen beim Maitanz.

Wo er diese Bild in seinem Kopf hernimmt weiß er nicht – es ist einfach da.

Mit ablaufend Wasser muß er raus. Der beständige Südost treibt die kabbelige See ein ganzes Ende weiter zurück als an den anderen Tagen der Fall ist. Bei dieser Lage kann Claas bis an die äußersten Granatkuhlen schlittern – der Fang heute sollte wohl eine gute Partie werden. Soweit kommt er nämlich höchstens drei- viermal im Jahr.

Die Helligkeit will heute morgen gar nicht so recht in die Hufe kommen. An der Seekante gehen Wasser und Himmel noch ineinander über. Die Korben streichen nur handbreit über das Wasser. Ihr Galpen dringt ihm an diesem Morgen durch alle Knochen – als wenn sie ihn wahrschauen und raten wollten heute doch lieber zuhause zu bleiben. Er wäre verdammt auch noch mal lieber wieder ins warme Bett gekrochen, als das Wetter ihm frostigkühl entgegenlief – aber davon kam kein Granat in den Kessel, unter dem Grete jetzt wohl schon das ingange brachte.

Wenn seine Grete nicht so fix beim Granatpulen wäre, denn würde das bißchen Geld hinten und vorne nicht reichen.

Nachdem sein Kutter nicht mehr von See zurückgekommen war, war es für ihn mit der Aussenfischerei vorbei gewesen. Er hat Glück gehabt sagen die Leute, dass er an dem Tage mit einem gebrochenen Bein zuhause saß.

Glück – was ist das? Sein Steuermann Frerk Clausen und der kleine Decksjunge Hinnerk Bußmann sind den Tag alleine rausgefahren – rausgefahren und nicht wiedergekommen.

Die beiden hatten es auch als Glück empfunden, das sie nicht an Land bleiben mußten und mit seinem Kutter auf Seezunge gehen konnten.

Zwei blecherne Fässer mit Gasöl von Bord des vermißten Kutters wurden von den Suchmannschaften aus der Nordsee geborgen – zehn Minuten vor Helgoland – sonst nix. drei Tage nach der Sturmnacht. An einem Faß vertäut hing Hinnerk Bußmann – er war zumindest nach Hause gekommen.

Gut ein halbes Jahr ist seit dem Unglück schon wieder über den Deich durch die Zeit gezogen – und immer noch ist eine stelle auf dem Kirchhof unbelegt – und immer noch weht die scharze Fahne über dem Hafenturm.

Class seine Augen zieht es ständig dahin – wenn er rausgeht und wenn er reinkommt.

Fünfundzwanzig Jahre ist er mit Frerk Tag für Tag und Seite an Seite draussen gewesen. Nun glaubt er ihn häufig winken zu sehen.

Er ist nun soweit draussen wie seit langem nicht mehr. Er kann fast zur Wasserkante hinspucken. Dat glidderig/grünliche Wasser steht – die Flut schlägt um. Claas muß zusehen dass er das Land erreicht.

Gottseidank steht der Wind gegen die auflaufende Flut. So läuft das unruhige Wasser nicht so aufgeregt hinter ihm her. Durch seine Denkerei ist er heute morgen ein wenig vom geraden Weg abgekommen und hält nun geradewegs auf den Leuchtturm des Nachbardorfes zu. Es ist ein Weg den er, wegen der tieferen Priele die zumeist nicht trocken fallen, sonst tunlichst meidet.Er jumpt mit Schwung durch den letzten Priel – das Wasser geht ihm schon bis zur Leiste – als sein Schlitten irgendwo hinterhakt.

‘Verdammichnochmal’ schimpft er vor sich hin – jetzt nicht auch noch das Malheur dass ich den Schlitten zurücklassen muß. Als wenn das schäumende, quirlende Wasser ihn mit stierem Blick belauert – es greift wohl noch nicht zu, aber es sitzt schon auf der Lauer, als wenn es auf Beute wartet. Claas meint tausend nasse Teufel um sich herum tanzen zu hören. Er zieht schon ein wenig aufgebracht am Schlittentau – noch einmal und noch einmal. Der Schlitten kommt sinnig frei und treibt auf ihn zu. Der Schlitten ist aber nicht alleine – an den Eisen der Kufen hängt unter der Wasseroberfläche etwas. Er greift danach …. und steht wie eine Salzsäule in der auflaufenden See.

Frerk hat ihn gefunden.

Als er aus der Starre erwacht und sich wieder bewegen kann, hat er kein anderes Denken mehr, als nur noch das eine: Wir müssen nach Hause … neeee, nicht ich muß nach Hause – WIR müssen nach Hause.

Wieviel Zeit da weggelaufen ist weiß er nicht, als er mit seiner Fracht – und mit Frerk – auf der festen Kante steht.

‘So Bruder – das haben wir geschafft’. Er spricht mit Frerk als wenn der ihm antworten könnte. Claas ist klatschnaß – und das nicht bloß von dem aufgeregten Wasser – nein, der Schweiß drängt aus allen Poren und läuft ihm in Rinnsalen den Rücken hinunter.

Da hat wohl Jemand etwas angestossen denkt er, weil gerade in diesem Moment Glockengeläut vom Kirchturm herüberschallt.

Und als nach 2 Tagen Pastor Südhoff auf dem Kirchhof an der leeren Stelle, die nun nicht mehr leer ist, das Kreuz schlägt, da wird vom Hafenturm die schwarze Fahne eingezogen – als Zeichen dafür, dass Frerk nun endlich Feierabend hat.

©ee

der Unfall

Ein Unfall nahm ihm Frau und Kind
die Trauer alles andere
man fragt sich wo die Freunde sind
wer trägt nun wes Gewande

Die Trauerreden waren kurz
das Beileid hielt die Kürze
verweht so schnell wie ‘n warmer Furz
nur der hat viel mehr Würze

So hat er sich denn fortbegeben
in ungewisse Tage
hat nächtens vielerorts gelegen
nur niemandem zur Plage

Nun wird es irgendwann verlaufen
sein Leben still im Sande
keiner wird ihm Blumen kaufen
verscharrt im Niemandslande
.

©ee

Bild von Michael Gaida auf Pixabay