Bald !

.

BALD !!!

E s nahet nun mit Riesenschritten
die Eierschlacht im Osterland –
ich wünscht’ ich wär nochmal damitten
auf Eiersuch’ am weissen Strand.

In kurzer Bux mit hungrig’ Blicken
in den Sandalen knirschend’ Sand –
nach jedem Eianschein sich bücken,
drauf hoffend daß man Buntes fand.

War’s viel zu oft auch Truges Schein –
war’s hin und wieder Windes Ei,
fiel man häufig auch auf Steinei rein –
es trübt’ uns nicht – wir waren frei.

An Deiches Hängen ging’s dann munter
an Eierpickens Wettbewerb –
manch Pickers Korb wurd’ voll und bunter
während Verlierer schimpfte derb.

Doch irgendwie glich es sich aus,
ein jeder konnt’ genug noch futtern –
und wenn es letztlich war zu Haus,
am großen Eierkorb von Muttern.

© ee

Bild von OpenClipart-Vectors auf Pixabay

des Dichters Frühlingstasten.

.

Des Dichters Frühlingstasten.

Hier wird so frühlingshaft gedichtet,
dass ganz von selber schmilzt der Schnee.
Das kleinste Pflänzchen wird belichtet,
dass es auch jeder richtig seh.

Man spürt ein binnerwendig’ Dehnen,
man liest wie Fühlenspanzer taut –
lasst nur heraus, das ganze Sehnen,
auch wenn euch wer deswegen haut …

©ee

DIE NACHT

.

DIE NACHT

Begegnung
kniend umfangen
Den Tag befreiend
in den Abend
wiegen

.

Verschmelzen der
Horizonte
Grün fließt
in den Azur
Und alles schwingt

Grenzen in Bewegung
Rhythmen und
Reigen
Die Welt will doch
erschaffen sein

Denn die Nacht
die Freundin
der Verliebten
zieht herauf

© DK

***

**

*

nachtentfesselte gier
besessen
von dir

weißrunder mond
faszination in mir
sternchenblicken

im türkisblauen
garten
all unserer träume

binde mich
an die sterne
ich möchte

deine
träume
sehen !

© Chr.v.M.

foto bei https://pixabay.com/

merci

Sehnsucht . . .

.

Sehnsucht . . .

E s waren lange Stunden
in dieser langen Nacht
nie hab ich so empfunden
wenn ich allein gewacht

Doch seit ich weiß, dich gibt es
da fehlt mir deine Nähe
ich warte in der Tage Lauf
daß ich dich endlich sehe

Und wenn mir denn dein Wort nicht lacht
deine streichelnd Seele
ist mir, als wenn die Hölle kracht
sich freut wenn ich mich quäle

Ein Zittern fährt mir durch die Glieder
im Kopf da hab ich Wachspapier
nur eins im Sinn
wann hör ich wieder

dein liebend’ Wort
das Glück von dir.

©ee

wenn ich zaubern könnte…

.

wenn ich zaubern könnte

w ürde ich deinen namen
auf die wellen
des flusses schreiben
und sie würde
durch die ganze welt fließen.

wenn ich zaubern könnte

würde ich deinen namen
in die schnäbel
der vögel legen
und sie würden
von meiner liebe singen.

wenn ich zaubern könnte

würde ich deinen namen
über den wind legen
und er würde ihn mitnehmen
und mir vielleicht
dein lächeln bringen.

wenn ich zaubern könnte

würde ich deinen namen
unter den wurzel
des baumes finden
und im tau der blätter
spiegelte sich

DEIN gesicht.

© Chr.v.M.

.

Foto https://pixabay.com/de/

bunte Töne

Rebutia       merci

Nachtküsse.

.

Nachtküsse.

In meinen Träumen bewahre ich
das Staunen und dein Lachen
wenn schlaftrunken alle Sterne
auf meine Märchendächer purzeln
der Mond spitzbübisch
durch staunende Traumfenster blickt.

Bis die knarrende Türe des Morgens
in den neuen Tag fällt
und alle Lichtpunkte auf meiner Bettdecke
sich in Glückmomente verwandeln
und ich sie festhalte am Saum
der verschwiegenen Nacht.

© Chr.v.M.

.

Musik bei :

Der „Earl“.

.

Der „Earl“.

Der „Earl“ wurd‘ er allgemein nur genannt,
der Herr im Zenit seines Lebens –
seinen richtigen Namen hat niemand gekannt,
und wer danach fragte, der fragte vergebens.

Für jeden kam ihm ein Gruß von den Lippen,
für jeden fand er ein freundliches Wort –
tat stets mit der Hand an die Schiffermütz‘ tippen,
ging nie ohn‘ Adieu aus einem Gespräch fort.

Seine letzte Begegnung unter der Alsterbrücke,
die endete wortlos ohn‘ Hader und Streit –
die oftmals sind des Teufels Krücke,
wenn einer partout nicht zum Nachgeben bereit.

Man fand ihn nachdem man den Zaun eingerissen,
den die ’Geldsäcke’ bauten als schändliches Mal –
ich frag‘ mich, ob jemand ihn wird vermissen,
oder bleibt er nur einer von unbekannt‘ Zahl?

©ee

.

.

Man hat den ‘Earl’ zu Grabe getragen.
Es floss manche Träne in grauwirren Bart.
Ein Mädchen von wohl 5000 Tagen,
es folgte ihm bei seiner letzten Fahrt.

Kein Name steht auf dem einsamen Grab,
und die Blumen verblühen gar bald.
Ein Edelmann ging, wie es keinen sonst gab.
Wie weht doch der Wind heut so kalt…

Doch die Alster wird strömen noch manches Jahr.
Unter Brücken, da ruht es sich gut.
Horch, der Alte erzählt, was hier damals geschah –
ein Zittern geht über die Flut…

©ee 2016-06-15

Rosenrot.

.

 

Rosenrot.

 

Seit ein paar Stunden war es schon dunkel. Um vier Uhr hatte die Sonne noch einmal kurz durch ein Wolkenloch geschaut, und gute Nacht gesagt.
Ein bißchen blaß um die Nase war Frau Sonne anzuschauen gewesen. Ein dicker Wolkenschal lag um ihren Kopf, als wenn ein Schnupfen sie ärgerte. Mit einem kräftigen „Hatschi“, von dem die Wolkenschäfchen noch einmal kräftig durcheinander geschüttelt wurden, war sie dann in ihrem Bett hinter dem Horizont verschwunden.
Das Sandmännchen war schon seit einer Stunde unterwegs zu den Kindern – es war für die Kleinen Zeit, schlafen zu gehen.
Auch in der Rosenduftgasse 3 klopfte der Sandmann fröhlich pfeifend an die Tür, um daran zu erinnern.

„Mama … bitte, bitte … noch einmal ‘Rosenrot’ – … einmal noch, büddeeee …“ so weich und warm wie Henriettes Köpfchen sich an Mamas Brust kuschelte, so weich und warm waren auch ihre knuddeligen Ärmchen, die ihre Mama ganz fest drückten.
„Na gut – einmal noch … aber dann geht’s ab in die Heia.“
Zärtlich berührten Mamas Lippen den braunen Lockenkopf ihres kleinen Rehleins. Rehlein nannte sie bei sich ihr Töchterchen, ihre liebliche Henriette.
„Rosenrot ist auch müde …, wenn wir sie nicht bald schlafen lassen, dann kann sie morgen nicht tanzen.“
Wie jeden Abend drehte Mama dann das große Licht an der Zimmerdecke dunkel, so daß nur noch das silberne Mondlämpchen über Henriettes Himmelbett ihr zartes Leuchten durch das Zimmer schickte.
Und wie jeden Abend schob Mama die Fenstervorhänge zur Seite. So konnten sie beide die Schneeflocken draußen im Garten, zwischen den weiß geschmückten Bäumen, tanzen sehen.
Heißa, wie die Flöckchen sich tummelten – sie schwebten vorwärts und rückwärts – sie drehten sich im Kreise – sie schlugen übermütig Purzelbäume um die blinkernden Äste, als warteten sie auch voller Ungeduld auf Mamas Geschichte. Die Geschichte von der Fee Rosenrot.

„Rosenrot wohnt, wie alle Feen, weit, weit weg, im Feenwunderland. Das Feenwunderland liegt sieben Winterjahre hinter dem Sommer, müsst ihr wissen. Wenn die Bäume grünen, und die Blumen das Wunderland bunt färben, drücken alle kleinen Feen von morgens bis abends die Schulbank. Es gibt soviel, was sie lernen müssen – von ihren durchsichtigen Flügelchen tropfen vor Anstrengung oft viele blinkende Schweißperlen.
Der Hofmarschall der Feenkönigin sammelt den ganzen Sommer lang jedes Tröpfchen in großen schillernden Krügen. Das ist von jeher eine wichtige Arbeit im Feenwunderland. Nicht ein Tröpfchen darf er übersehen, denn wenn auch nur ein einziges Perlchen nicht in dem Krüglein landet, werden im nächsten Menschenwinter keine Schneeflocken fallen, und die Feenmädchen können nicht für die Kinder, die drinnen an den Fensterscheiben sich die Nasen platt drücken, draußen in den Gärten in den silbern blinkenden Bäumen tanzen.
Ein kleines Feenmädchen war vor einiger Zeit der Feenkönigin bei ihrem Besuch in der Tanzschule aufgefallen. Es tanzte so leicht und so anmutig – so etwas hatte die Königin samt ihrem Hofstaat, der die Feenkönigin stets auf ihren Ausflügen begleitet, noch nicht gesehen – und daß es etwas gab, was die Königin noch nicht gesehen hatte, das war erst einmal, im überletzten Winter während einer Reise in die Menschenwelt, vorgekommen.
Sie hatte damals, an einem mondhellen Abend, in ein Fenster geschaut, aus dem warmes, gelbes Licht nach draußen in den Garten schien.
Was sie da sah, hatte sie vor Rührung ein paar Tränen weinen lassen, die sie als glitzernde Kristalle für Henriette – Mamas Rehlein war nämlich dieses kleine Mädchen – als Geschenk auf die Fensterbank legte.
Am nächsten Morgen – beim ersten Blick aus dem Fenster – sah Henriettchen sie da liegen. Die Tränen der Königin waren zu wunderschönen Diamanten geworden.
Ihre Mama ließ daraus bei Meister Hutzebutz – Meister Hutzebutz war der alte Goldschmied im Dorf – für ihr Rehlein gleich zwei wunderschöne Ohrringe machen.
Das allerliebste Rehlein – die Feenkönigin wußte natürlich, daß die Mama ihr kleines Mädchen in ihrem Herzen Rehlein getauft hatte – also, das allerliebste Rehlein ging der Feenkönigin seitdem nicht mehr aus dem Sinn. Wenn sie in ihrem Thronsaal umherspazierte, und die schweren Regierungsgeschäfte überlegte, dachte sie immer auch darüber nach, womit sie Henriette noch eine Freude machen könne. Es war ihr partout noch nichts eingefallen, was schön genug für das kleine Rehlein wäre.
Bis zu der Sekunde, als sie in der Feenschule die kleine Fee Nele so zauberhaft tanzen sah. Da plötzlich wußte die Königin, womit sie das kleine Rehlein beschenken würde.
Der Hofmarschall, die Oberfee, die Tanzlehrerin, der Oberhofzeremonienmeister, der Hofgärtner, der königliche Hofmaler, der Meister der Duftmischer – sie alle mußten im Thronsaal zur Audienz erscheinen.
Die Königin sagte ihnen, was sie sich für das kleine Rehlein vorstellte, und jeder bekam von ihr gesagt, was er dabei zu tun hätte. Überall wurde in den nächsten Tagen gewerkelt, gebastelt, gemalt und gedichtet. Ganz viele Überstunden musste der königliche Buchhalter in seine dicken schwarzen Kladden eintragen.
Die Seidenspinnerinnen wurden beauftragt, die feinste Seide zu spinnen – die Weberinnen bekamen den Auftrag, auf ihren goldenen Webstühlen die schönste Robe zu weben die jemals eine Fee getragen hatte – der Hofmaler wurde mit seinen Farbentöpfen solange in der Werkstatt eingeschlossen, bis er das rosigste Rot gemischt hatte – und den Duftmischer schickte die Königin gar durch das ganze Reich, um den lieblichsten Duft zu suchen.
Im ganzen Schloß wurde, rund um die Uhr, vor Freude gesungen und gelacht – so etwas hatte es noch nicht gegeben.
Endlich war es soweit – die Nacht der Nächte war gekommen.
Der Hofmarschall wurde mit siebzehn gläsernen Schlitten vorausgeschickt. Alle Schlitten waren bis über den Rand mit glitzernden Schneeflocken beladen. Während der Fahrt purzelten an den Seiten schon ganz viele Flöckchen herunter, und hinterließen am Himmel eine weiße Spur, auf der die Königin mit allen Feen folgte.
Die kleine Fee Nele saß, vor allen neugierigen Blicken verborgen, in der goldenen Kutsche der Königin.
Es war die Zeit des Schlafengehens, als der große Zug, hoch am Himmel über der Rosenduftgasse 3, ankam. Ein königlicher Bote musste schauen, ob die Mama das Rehlein auch gerade zu Bett brachte. Sie hatten genau die richtige Zeit getroffen.
Auf einen Wink der Königin ließ der Hofmarschall die Schneeflocken von allen siebzehn Schlitten auf die Erde rieseln – und mitten in den vielen Schneeflocken schwebte die kleine Nele zur Erde nieder.
In ihrem rosenroten Kleidchen tanzte sie in der weißen Pracht im Garten vor Henriettes Fenster.
Das kleine Rehlein in Mamas Armen konnte gar nicht fassen, was sie da vor ihrem Fenster sah – eine leuchtende rote Rose tanzte mitten im Winter zwischen Millionen von Schneeflocken. „Mama … guck mal… guck mal … da draußen tanzt Rosenrot.

Und so kam es, daß die kleine Fee Nele nun für alle Zeiten Rosenrot heißt.© ee

 

Bunte Träume . . .

.

Bunte Träume . . .

F ederleicht und tonnenschwer
das Spiel meiner Gedanken
von überall da fliegt es her
fühlen ohne Schranken
die Wellen tummeln sich in mir

ganz frei
im Meer des Leben
mein Sehnen
du
das will zu dir
will über Weiten schweben
und wenn es denn mal müde wird

erholt es sich
auf Wolke Sieben
dann macht es
Rast beim Himmelswirt
solange
bis es fortgetrieben
und irgendwo – ich weiß genau
da wird es niedersinken
es findet dich – du meine Frau

das Glück
es wird uns winken.

© ee

Foto auf https://pixabay.com/