schweigende Schrift

schweigende Schrift

s chweigende schrift
gewürfelte worte
aus schwarzen buchstaben
gedanken entledigt
wohlsortiert auf papier
gebunden in regalen
schweigend buchsteif harrend
auf die hand des lesers.

in den augen der sätzeschlucker
erwacht die sprache der schrift
weckt erinnerung und vorstellung
bringt sie in bunten farben
zum klingenden schillern
gedicht küßt einbildungskraft
weckt fordernd neues
und webt interesse.

© Chr.v.M.

Das Netzwerk …

Das Netzwerk …

Ausgewogen ….

Das „Netzwerk“ das ist keine Frage
ist das Werk gegenwärt’ger Tage
doch auch da gilt die Erkenntnis
auch wenn’s nicht erkannt als Selbstverständnis

dass nichts – gleich wie krummschief es auch steht
gegen die natürlich‘ Ordnung geht
und immer hält sich all’s die Gleiche
ob’s lebend Gut, ob’s tote Leiche

da ist jemand der Ordnung hält
und scheint sie noch so schlecht die Welt
nach jedem Schwalle dicker Luft
die irgendwann irgendwo verpufft

kommt stets ein rein’gend‘ Himmelswind
und macht die Lüfte wieder lind
bei allem kommt es nur drauf an
wo man so hinriecht dann und wann

ob man erträgt das Nasenkrausen
wenn jemand grad ließ einen sausen
oder ob man, wie’s so geht,
mehr auf Veilchens Düften steht …

des Schöpfers Welt ist’s schietegal
was dominiert in Menschheits Kral
am End ist alles nur Melasse
als Sondermüll der Sonderklasse

in großer Masse produziert
er wiederum „Normal“ gebiert
und weiter hält sich all’s die Waage
für’s Heute und für alle Tage.

©ee

Lampedusa …

Lampedusa …

Bild von adamtepl auf Pixabay

Couragiert . . .

Uns berührt oft
nur eig’nes Geschick.
Warum nicht
das an anderen Orten?

Erst der grausige
Griff ins Genick
bringt uns
zu tröstlichen Worten.

Benennt die Taten
gefälliger Geister –
stellt sie hin
als das was sie sind.

Entfernt von den Augen
den bunten Kleister,
vernehmet die Töne
im blutigen Wind.

Sortieret die Lehren,
seid ruhig mal laut
wenn Freundes Begehren
entgleiset –

wenn er mal wieder
die Schwachen verhaut
und sich damit
selbst beweiset.

Trauer
die nur sich selber betrauert
die steht
auf tönernen Füßen.

Irgendwo
in der Ecke lauert
der Teufel
und läßt alle schön grüßen.

©ee

der Finger.

“ Bei Haikus , Senryu mußt du zählen
und achtsam alle Silben zählen „

so sprach der Leser hob den Finger
wer fleißig zählt ist ein Gewinner !

Ein Elfchen braucht auch nur elf Worte
wir backen neu die Wörtertorte

und teilen sie sehr zum Genuß
ab jetzt sorgsam und kein Verdruß

um`s immer wieder neu zu schaffen,
das Sätze, Silben, Leser lachen.

© Chr.v.M.

Fotos dank https://pixabay.com/de/

Die Gier.

Die Gier.

Die Gier ist Teil des menschlich‘ Wesen,
Geruch des Geldes liebt Mensch sehr –
er meint am Gelde zu genesen,
doch täuscht er sich da um ein Mehr.

Stets wenn der Mensch genügend hat
glaubt er es wäre viel zu wenig –
und setzt dann an Bescheidens Statt
die Raffgier als Moral der König‘.

In Ämtern ist es weit verbreitet,
ein solch‘ Verhalten luderlich –
gar selten jemand ein und schreitet
und macht Verhalten öffentlich.

Weil jeder, der von Amtslohn lebt,
ob Bürgermeister, ob Minister,
stets nach größ’ren Pfründen strebt –
so sind sie nun mal, die Philister.

Den Hals bekommen sie nicht voll,
sie schlucken was das Zeugs nur hält
und halten sich für obertoll –
gar für die Crem‘ von dieser Welt.

Dabei sind sie doch zumeist
nur gärend Schaum der oben treibt,
der in der Regel auch schön feist
für aller Augen sichtbar bleibt.

© ee