Die Stundenuhr …

Die Stundenuhr …

Träge tröpfeln die Minuten
aus dem Kelch der Stundenuhr –
Zeit sagt nicht ich muß mich sputen,
sie folgt den Regeln der Natur.

Der Mensch als stolzes Denkerwesen –
für das er sich nun einmal hält –
wird nie an weiser Zeit genesen,
Hochmut ihm stets den Weg verstellt.

Dabei wär’s doch gar nicht schwierig,
es reicht’ ein Gramm Bescheidenheit –
und schon wär unser Leben spurig,
hätt’ kein Problem mehr mit der Zeit.

©ee

ein hartes Brot

G eschichte ist ein hartes Brot
mit noch viel härter Kanten –
ob sie nun Braun war oder Rot,
mit Nummern eingebrannten.

Geschichte ist oft gallebitter –
macht oft im Fühlen Stacheldraht,
wenn wie peprasselt‘ Stahlgewitter
Wiederholung von Geschichte naht.

Wem Geschichtes Sonnentage
verdecken die Erinnerung,
der nimmt nicht wahr die neue Plage –
verschläft Teufels Erneuerung.

© ee

Bild von congerdesign auf Pixabay

WIR ALLE.

Wir alle sind irgendwie gefangen
ein jeder auf ’ne andre Art
wenn’s hart kommt werden wir mitgehangen
oder im Feuer mitgegart

tröstlich, daß die große Masse
es nicht bemerkt
ja – nicht mal spürt
wenn sie in gärender Melasse

die Lust an Lebenslust verliert

jedoch – wer sich bewußt der Knebel
die ständig neu uns angelegt
erstickt im giftig wabernd’ Nebel
wenn er sich um sie zu bewegt

wer weiß, daß er gefangen ist
empfindet es als Leiden
wer sieht des Bösen Hinterlist
der ist nicht zu beneiden
.

© ee

nun sag doch was …

Mein Gott,
oh Herr – nun sag doch was
und sei nicht immer still und weise.
Es ist doch lang’ schon voll das Faß
und nichts läuft mehr im graden Gleise.

Dein Wort von „Erde untertan“,
das wurd’ hier völlig falsch verstanden –
man geht Natur ans Leben ran,
vernichtet und verludert sie
in Deinen einst so schönen Landen.

Man hämt Dich – man verleugnet Dich,
missachtet Deine zehn Gebote –
man dreistet und erhöhet sich,
selbst wenn es bringt vieltausend Tote …

Man lässet Kinder schamlos schmachten,
begründet es mit Wirtschafts Zwang
man tilgt den Schlaf aus ihren Nachten –
wie schlimm sind diese Hirne krank.

Verzeih’, hab’ Dir nicht zugehört –
ich bin wohl g’rade sehr verbittert –
Du sagst, Du siehst was Mensch zerstört,
und wie er Dir Dein Werk zerklittert?

Du sagst, Du sendest reichlich Zeichen –
wir würden sie nur nicht versteh’n
und Dir würd’s langsam wirklich reichen –
dies’ grausigdumme Menschgescheh’n?

Ich bitt’ Dich, nimm es mir nicht übel,
dass ich nicht alles gleich erkannt –
ich bin doch nur ein kleines Bübel,
bin Wachs in Deiner warmen Hand.

ewaldeden

© ee

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Zeitenwende

Sind wir bereits in einer Zeitenwende?
Werden wir des Lebens überhaupt noch froh?
Hat der Menschheit Sein vielleicht bereits ein Ende –
denn sterben müssen Menschen sowieso.

Betrachtet man ums Impfen das Lamento,
dann kann Verstand doch nur noch irregeh‘n –
es scheint, als wär‘n am Ende nur noch jene froh,
deren Habenkonten sprunghaft in die Höhe geh‘n.

Der Menschen Welt entledigt flugs sich der Verpflichtung
die zugeteilt ihr von der Zeit Beginn
den von uns gehenden zu weisen ihre Richtung
und abzulegen das Denken an Gewinn …

©ee

ewaldeden2021-02-21

Die Stille…

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Die Stille…

Die Stille in den Gründen –
so unbeschreiblich laut –
ist nur zu überwinden
von jemand der sich traut.

Das Dunkel in den Nachten –
so hell und sternenklar –
ohn’ Schad’ es zu betrachten
gelingt nur dem der wahr.

Das Denken in den Köpfen –
so wirr wie Mohrens Kraus’–
in glatte Wört’ zu flechten,
das wär ein Ohrenschmaus.

Die schweigend’ Klag’ der Lämmer –
wenn zur Schlachtbank sie geführt –
find’ nirgends seine Hemmer,
hat nie ein Herz gerührt.

Das schnelle fließ’ der Wasser –
vom Quell bis hin zum Meer –
es dienet Freund und Hasser,
tut jedem gleich und keinem mehr.

Die Wolken in den Lüften –
in vielen Tönen grau –
um die Erd’ sie driften
vor der Sphären Blau.

Der Mensch mit seinem Sinnen –
so klug kommt er sich vor –
jedoch bei all‘ Beginnen
erweist er sich als Tor.

©ee

Foto dank https://pixabay.com/de/

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Kalte Welt …

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Kalte Welt …

Eine Rose blüht mitten im Winter
ein blutrotes Herz
in schmutzigem Schnee
ich frag mich
was steht bloß dahinter
wenn dieses Wunder ich seh’

die Welt
sie geht blicklos vorüber
kein Auge gewahrt diese Pracht
stumpfsinnig läuft Mensch hinüber
in dunkle gefühllose Nacht

ich frag mich
was ist bloß auf Erden gescheh’n
daß niemand nichts mehr beachtet
daß keiner hat die Schönheit geseh’n
daß man nicht das Edle betrachtet

tot in der Seele
brüchig im Herz
stumm in der Kehle
und blind gegen Schmerz

so dreht die Erde sich
Runde um Runde
kalt und taub dreht die Menschheit sich mit
Gleichmut ist in aller Munde
und Hass ist oft des Alltags Kitt

ee ©

Keine Frage …

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Keine Frage …

D as Heute ist ein Unikat
das ist gar keine Frage
doch wer das Gestern vergißt
und das Morgen anzweifelt
der drüselt nur so durch die Tage

er redet bloß Mist
und hat bald nur noch Salat
denn im Gestern wurde der Samen gelegt
für das heutige Wachsen
und das morgige Blühen

wer nämlich nicht
sein Denken bewegt
dem fällt das Sein auf die Haxen
so daß ihm beim laufen
die Gefühle verglühen

nach kurzer Zeit
ist er nur noch Gerippe
auf dem der Wind ein Totenlied pfeift
riskiert als Skelett noch ’ne große Lippe
selbst wenn man ihn schon zur Grabstelle schleift.

© ee

Mein altes Dorf Inhausersiel …

 

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Mein altes Dorf Inhausersiel …

War das hier eine schöne Zeit
man hatte die Tage so recht zu fassen
was ging von hier das Auge weit
kann dich aus meinem Herz nicht lassen

ich hör die Handorgel noch munkeln
in des Abends schmaler Spur
dann saßen wir bis spät im dunkeln
lauschten Erzählen von mancher Tour

der Rauch vom Feuer zog in Weihen
über den Deich und längs des Tiefs
geduckte Häuser in langen Reihen
es war als wenn das Dorf schon schlief

ab und zu ein heis’res Galpen
als wenn die Nacht sich selbst erschrickt
lautes Schackern – leises Schalpen
als hätt‘ die Zeit die Ruh‘ geschickt

der Himmel war wie seiden Linnen
die Luft strich wie ’ne zarte Hand
uns war als könnten wir nur gewinnen
in diesem wunderbaren Land

vorbei ist all dies schöne Fühlen
dich gibt’s nicht mehr – mein altes Siel
ich muß nun erst mein Herzblut kühlen
sonst steh ich hier gleich und wein‘ und piel.

© ee

Fotos auf https://pixabay.com/de/ thanks