Nachgefragt.

Mein Sagen und Schreiben
mit deutlichen Worten
kennt weit man im Land
an vielerlei Orten

geliebt und gefürchtet
eine Mischung aus beidem
einer lehnt’s ab
ein anderer kann’s leiden

doch was soll ich machen
ich bleibe dabei
schreib’ mit feinsinnig’ Lachen
die Seele mir frei
.

© ee

Kein glücklicher Moment

Kein glücklicher Moment

Nun steht er hier auf fremder Erde
viel’ Wege laufen auf ihn zu
weiß nicht welcher zur Heimat werde
und welcher ist für ihn tabu

Nun steht er hier auf fremder Erde
viel’ Wege laufen von ihm fort
weiß nicht auf welchem man schreit „Merde“
und welcher führt zum rechten Ort

Nun steht er hier auf fremder Erde
viel’ Wege machen ihn ganz irr
man führt schon über ihn Beschwerde
und sagt er wär’ im Kopfe wirr

Nun steht er hier auf fremder Erde
viel’ Wege führ’n in fremdes Land
angstvoll hilflos die Gebärde
er wohl nie den rechten fand

Er steht auch noch nach vielen Jahren
sieht einfach aus wie hingestellt
das Leben ist vorbeigefahren
es ist für ihn verlorene Welt
.

©ee

Knipsen…

Knipsen

Zeitfesthalter – Bildberichter
Motivgestalter – Filmbelichter
was von diesem trifft wohl zu
denk ich häufig so bei mir

wenn ich Urlaubsmenschen seh’
die mit Technik dicht behangen
knipsend vieles Zeug einfangen
kann’s mir dann oft nicht versagen

obwohl – es fällt mir manchmal schwer
nach ihres Machens Sinn zu fragen
oder nach ihr’s Tuns Begehr
große Augen schau’n mich oft an

erst zögernd
doch recht fließend dann
erklärt man mir mit viel Gehabe
und wachsender Begeisterung

knipsen – das sei eine Gabe
aber das verstünd’ ich nicht
ich sei wahrscheinlich noch zu jung
man hätt’ daheim in vielen Kästen

oder auch in Schuhzeugschachteln
Bilder von vieltausend Festen
als bleibende Erinnerung
an Onkels, Tanten und auch Reisen

an manche Jagd auf fette Wachteln
zum ausstopfen
und zum verspeisen
wenn ich alles das gehört

weiß ich
daß Ich nur ein Tor
der beim knipsen sie gestört
und bin so schlau wie auch zuvor.

©ee

zu jedem Opfer bereit…

zu jedem Opfer bereit

Klaus – Dieter will endlich Autofahr’n dürfen
ist dafür zu jedem Opfer bereit
aber noch sitzt er hier
ist den Kaffee am schlürfen
und denkt an die vergangene Zeit

denkt an die vielen Versuche mit Fahrlehrer Brügel
und die schrottreifen Autos hinter dem Hügel
er hat gestrichen die Schnauze randvoll
mit dem Trecker zum Tanzboden
das ist nicht so toll

denn wenn ’ne Deern ihn mal anlacht
und tanzt auch mit ihm
wohin soll er sich nach dem tanzen mit ihr verzieh’n
er hat’s mal mit einer auf dem Bulldog versucht
sie hat erst gekichert – und fand’s ganz schön verrucht

doch das ist dann gründlich daneben gegangen
als sie zu schmusen und mehr angefangen
sie hat laut gelacht und ist weggelaufen
wenn er was von ihr wollt’
sollt’ er sich erstmal ein Auto kaufen

sie wär schließlich Dame mit feinem Gefühl
und auf so’nem Blechding
da wär’s viel zu kühl
das nächste mal ist er per Fahrrad dahin
doch mit einem Stahlroß war auch nicht mehr drin

zwischen Sattel und Lenker ist da zwar ’ne Stange
aber schmusen unmöglich
so Wange an Wange
es ist ihm d’rum immer nur eines geblieben –
zuhause die Wirtschaft alleine zu schieben .

© ee

Kennst du das auch …

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.

Kennst du das auch …

I ch hab’ im Moment
’nen beschissenen Job

nämlich gar keinen

ich bin arbeitslos

ein schönes Gefühl
von etwas tun wollen

ein jeder denkt
was ist mit dem bloß

tief drinnen in dir
wächst heftiges Grollen

wird langsam
zu einem Vulkan

wen du auch fragst
an jedem Orte

denn das mußt du tun
das ist deine Pflicht

hörst immer nur
die gleichen Worte

bezahlte Arbeit
die haben wir nicht

ich kann es bald
nicht mehr ertragen

dies lächelnde
verständig sein

irgendwann platzt
mir der Kragen

dann hau ich einfach
irgendwo rein

© ee

Eine Bildungsreise . . .

Eine Bildungsreise . . .

Was haben sie erfahren
die Bürgermeister
die Schreiber
und die sonst noch genannten

mit Freuden sind sie
nach Berlin gefahren
höflichst geladen
von Frieslands Gesandten

man sah auf die Bühne
der Weltpolitik
sah Schauspieler
drittletzter Güte

die laufen statt vorwärts
im Kriechgang zurück
mit Stücken von gestern
in knautschiger Tüte

man führt sie durch Tempel
voll Protz und Vergnügen
in denen beglaubigt
mit amtlichem Stempel

sogar Männer
können Kinder kriegen
zuletzt führt man sie
zum großen Schafott

mit haarscharf
geschliffenen Klingen
und läßt sie genüßlich
in behördlichem Trott

über dieselben dann springen.

©ee

Die Gesellschaftsmoral.

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Die Gesellschaftsmoral.

Die Opfer werden aufgehangen,
an hohem Rist in freiem Feld,
bevor die Sonn‘ noch aufgegangen –
die Henker löhnt man stets mit Geld.

Mit Geld aus blutigen Geschäften,
als Profit aus Lug und Trug –
das fördert Henkers Lust nach Kräften,
und Opfer hat es ja genug.

Sie werden täglich neu geboren,
allerorts in jedem Land –
in deren Haut dann unverfroren
die Mächt’gen brennen den Opferbrand.

Es fragt auch niemand nach den Gründen –
hier bei uns und anderswo –
man läßt die Täter sich verbünden,
im Einzel oder auch en Gro.

Ganz gleich wie schwarz auch ihre Seelen
oder wie zerfetzt Moral –
so war’s vor Göbbels und nach Gehlen
und so bleibt es allemal.

Selbst wenn die Macher Weibskleid tragen
sollt‘ Menschheit nicht auf Frieden hoffen –
denn oft ist Weibsvolk bis zum Kragen
für grausig Tun bis oben offen.

©ee

Ich mag es nicht glauben.…

Ich mag es nicht glauben.…

Einundneunzig -> 91 -> von hundert Menschen in unserem Lande haben zu Politikern und Regierungsmitgliedern KEIN Vertrauen mehr.

So ist es bei Umfragen in Deutschland ermittelt worden.

WAS ist in unserem Lande bloß los?

Was sind wir Deutschen eigentlich für ein Menschenschlag, dass wir Menschen, denen wir nicht vertrauen über unsere Nächte, über unsere Tage bestimmen lassen?

Das ist in meinem Empfinden gerade so als wenn Bänker die Schlüssel zu ihren Tresoren mit der Sore irgendwelchen Schränkern oder Panzerknackern in Verwahr geben würden.

Nun mag bestimmt der eine oder andere einwerfen, dass doch mit Sicherheit kein Mensch so hohlköpfig oder gar so behämmert ist so etwas zu tun. Der Verstand kann einem solchen Einwand in der Tat nur beipflichten -> doch warum machen wir genau das und legen unser Leben in die Hände von Individuen denen wir nicht vertrauen?

„Vertrau auf Gott und gebe Dein Leben in des Herrgotts Hände …“ ->

so hat man es uns zu unserer Kinderzeit in der Sonntagsschule gelehrt. Ich frage mich mittlerweile nur, wer diesen Leitsatz auf den Kopf gestellt hat. Das kann doch nur der Teufel oder einer seiner Vasallen gewesen sein.

Das es zu Recht geschieht, das Nichtvertrauen in Politiker und Regierungsmitglieder, das zeigen diese Herrschaften uns doch unablässig jeden Tag an dem sie Gelder, die nicht ihre eigenen sind, in der Welt in der sie sich bewegen um sich werfen und des Staates, des Volkes Eigentum mit beiden Händen verschludern.

Da zieht man unser Volk überall auf der Erde in Hauen und Stechen hinein, in dem wir rein gar nichts verloren haben. Da lässt man uns Deutschen die Löcher in anderer Nationen Strümpfe stopfen -> oder honoriger noch, schiebt man ihnen leichthändig die Mittel für neue Strümpfe zu, obgleich in unserem Lande das Geld nicht einmal mehr für Stopftwist reicht.

Und um DAS zu verstehen da reicht

mein kleiner Verstand scheinbar nicht aus.

©ee

Viel Zeit zum Sterben …

Viel Zeit zum Sterben …

Von der Erkenntnis des Hausarztes, dass bei seinem Patienten der Sachverstand eines Fachkollegen erforderlich ist, bis zur Einräumung eines Behandlungstermins bei demselben können in unserem Lande mittlerweile leicht schon einmal 6 Monate ins Land gehen. Es ist für den einzelnen Betroffenen viel Zeit zum Sterben.

Eine solche Entwicklung ist für mich unbegreiflich. Wahrscheinlich ist mein Verstand für so große Dinge zu klein. Wie ist es aber zu erklären, dass in der Vergangenheit trotz größerer Bevölkerungsdichte im Lande und entschieden kleineren Ärztezahlen keine Warteschlangen vor den Facharztpraxen zu entdecken waren, und die notwendigen Fachbehandlungen sich zeitnah an den jeweiligen Überweisungstermin des Hausarztes anfügten.

Es gibt für mich keine akzeptable Erklärung dieses augenscheinlichen Phänomens – zumindest keine die erträglich wäre. So unerträglich wie das, was seit einigen Jahren und gegenwärtig ausufernd und zügellos im deutschen Gesundheitswesen abgeht.

Der Virus der Liberalisierung hat sich gerade im Gesundheitswesen zu einer Seuche erster Ordnung entwickelt. Dabei ist es beileibe kein Monopol der sich so nennenden, und als die personifizierte Liberalität sich gebende Partei der blaugelben und angeblichen Gralshüter einer freien Wirtschaft. Deren spätpubertierende Politgymnasiasten haben bis zu ihrer parlamentarischen Ausmusterung auf Bundesebene nur frisch, fromm, fröhlich und frei nach des alten Turnvater Jahn Maxime auf dem bundesdeutschen Feld des Gesundheitswesens und der sozialen Fürsorge herumgewildert. Auf einem Feld, dass von skrupellosen sozialdemokratischen Politbestimmern der Bastakanzler-Ära zur Wildsaubrache erklärt und zur Verwüstung freigegeben wurde.

Es war plötzlich ein neues Motto in der Welt, das da lautete: „Sozialwilderer aller Coleur,vereinigt euch“.

Es setzte förmlich ein Wettlauf um den Pokal des effektivsten und erfolgreichsten Sytemzerstörers ein. Wer am brutalsten und schnellsten gewachsene und bewährte Strukturen vernichtete, der hatte und hat immer noch die Nase vorn. Gebilde wie Fresenius, Rhön, Asklepios oder die Sana bzw. Schön-Kliniken schossen wie Pilze aus dem Boden und ersticktem unter ihrem gigantischen und undurchschaubarem Geflecht alle bisher funktionierenden und existierenden Systeme einer in vielen Jahrzehnten gewachsenen und bis dahin bewährten Solidargesellschaft.

Die Liste der an der Gesellschaft schmarotzenden Zerstörerunternehmen könnte noch ellenlang fortgesetzt werden, denn offenbar lassen sich nirgendwo anders auf so leichte Weise wie auf dem privatisierten sozialen Sektor solch horrende Gewinne erzielen. Gewinne außerhalb jeder Kontrolle und jenseits jeder Moral.

Selbst Organisationen, die seit je die Begriffe Ethik, Moral und Menschlichkeit, ja sogar christliche Nächstenliebe im Firmenschild führen, sind in einem rasanten Tempo dem Geruch des Geldes erlegen. Beschäftigte werden einfach ausgegliedert in über Nacht gegründete Leiharbeitsfirmen, für die sie dann für oftmals weniger als der Hälfte des bisherigen Lohnes am gleichen Arbeitsplatz weiterschaffen dürfen. Oder sie werden Simsalabim zu hungerleidenden Werkverträglern umfunktioniert. Mit der oftmals gleichzeitigen Empfehlung, sich den kargen Lohn durch Hartz-IV- Leistungen aufstocken zu lassen.

Ich bin gespannt, wann dieser Krug der mitleidlosen Säufer auf seinem Wege zum Brunnen endlich zerbricht.©

ewaldeden2014-01-30