Fleißarbeit.

U nter meinem Fuß
erdschwammig aufgeworfen
die Maulwurfshügel

Mitten im Garten sichtbar
Hügelriffe, Fleißarbeit.

© Chr.v.M.

NEUES:

https://christinvonmargenburg.blog/unser-kinderhaeuschen/katzchengedichte/

Fliege bunter Vogel, flieg

Bild von Evren Ozdemir auf Pixabay

Fliege bunter Vogel, flieg

e rkunde die Schönheit der Welt
laß dich tragen von südlichen Winden
laß streicheln dein zartes Gefieder
raste an Plätzen die Frieden verheißen

laß niemals in Wüsten dich nieder
laß dich nicht blenden von falschem Gesicht
folge nicht Rufen die irgendwo enden
folg’ nicht dem Verlocken das die Flügel dir bricht

flieg dahin wo die Rose dir blüht
flieg dahin wo dich verstehen zu Haus
flieg
über Berge und Täler

meide der Jäger schreckliche Fallen
und tanze niemals auf dem Vulkan
wenn du alles gesehen
und nichts dir behagt

dann lasse vom Winde dich treiben
lasse dich treiben
zurück in mein Herz
das dich nie nach Vergangenem fragt

du bist mir willkommen
ob du heil oder ob du völlig zerrupft
nichts wird von mir dir übelgenommen
einzig mein Herz dann vor Seligkeit hupft

© ee 2005

Natürlich Natur . . .

Natürlich Natur . . .

Bären und Wölfe
sind in PIPPI LANGSTRUMPFS Land
seit langen Jahren nicht mehr bekannt –
nun hat sich die Natur die Freiheit genommen
und Raubtiere sind von Norden gekommen.

Ein Schrei der Empörung aus menschlichen Kehlen –
erledigt die Biester – sie morden und stehlen.
Es ist den Menschen nicht offenbar
wie es von Anbeginn vorgeseh’n war.

Gott hat zwar verkündet – und da ist was dran –
macht euch die Erde untertan.
Doch wie dies gemeint das ist häufig vergessen –
der Mensch ist zu oft auf’s Alleinrecht versessen.

Für alle ist Platz auf dem Erdenrund
für Mensch Wolf und für Bär,
für Katze und Hund.
Und wenn einer dem andern mal Schmerzen zufügt
dann bitte nur so
daß er dem Naturtrieb genügt.

Der Wolf reißt sich Nahrung,
der Mensch möchte schrei’n –
doch des toten Wolf’s Partner bleibt auch allei
n.

Drum lebt miteinander –
akzeptiert wie ihr seid,
dann seid ihr von vielen Lasten befreit.

© ee

Triumph.

Bild von Oldiefan auf Pixabay

dann windgedrängt im wolkenlicht
küsst sonnenschein ein erstes blatt
und auf den zweigen grün sich bricht
im tropfen tau, verwundert matt.

das sich verbergen ist nicht mehr
die wiederkehr hat längst begonnen
es drängt aus erdbraun sich noch schwer
der blütenvielfalt sacht, besonnen

das meislein hielt dem winter stand
sie zwitschert froh ein hoffnungslied
ein hälmchen das ins nest sie band
es fattert nun am rand als sieg.

© Chr.v.M.

Bild von Susanne Jutzeler, suju-foto auf Pixabay

https://christinvonmargenburg.blog/2019/02/09/steine-der-erfahrung/

bleibst DU nun ?

m it der leichtigkeit des windes
kräuselt sich das blau der wälder
mit dem spieltrieb eines kindes
schiebt er kräftig grün auf felder

taumeln schatten unter bäumen
taut das harz in allen stämmen
windfinger die äste kämmen
wolken stumm am himmel schäumen

gelb das licht die stunden ziehen
und die wiese träumt vom blühen
bis das blau die wälder kräuselt
und der tag dem herbst zu säuselt

bleibst DU nun ?

© Chr.v.M.

das Blatt.

m it dem blatt das innwärts lebt

geht der tag ganz leise unter
ohne eile ist das helle
und ein blatt noch aufwärts strebt.

dämmert schnell – dort nachtumfangen
webt die spinne und sie bebt
vor dem blatt das seitwärts strebt.

dunkelt dann – die motten flattern
traum begleitend munter mutig

an dem blatt das abwärts strebt.

© Chr.v.M.

Mittsommer.

.

Mittsommer

D er Tag er schüttelt sein müdes Haupt,
ist Stunden des Weges gezogen –
er hat nicht mehr an den Abend geglaubt,
fühlte sich schon um die Ruhe betrogen.

Die Ruhe nach des Sommers Hitze,
die Ruhe nach den flirrend Lüften –
aus denen zitternd schossen Blitze
bis tief hinein in Berges Klüften.

Der Tag streicht sich sein heißes Tagesgesicht,
er wischt sich den Schweiß aus den Augen –
ganz langsam erschöpft sich sein helles Licht,
mag kaum noch zum Adieu sagen taugen.

Sucht tastend am westlichen Himmelsrand
mit rötlich scheinenden Händen –
die ausseh’n wie schwelender Wolkenbrand,
nach des Abends schützenden Wänden.

Als er sie endlich gefunden
ist fast schon der neue Tag nah –
am Horizont bläuend gebunden
im nordischen Mittsommernachtsjahr.

© ee

.

Foto dank https://pixabay.com/de/