Der Wechsel

Der Wechsel

Der November hat Adschüß gesagt
er hat den letzten Nebel eingesammelt
mit dreißig Tagen hoch betagt
hat er die Türen hinter sich verrammelt

der Dezember tritt nun in die Zeit
noch gar nicht winterlich gekleidet
ist nicht zu Eis und Schnee bereit
dieweil er unter Föhnwind leidet

doch der Terminkalender greint
kann seine Einträge nicht ändern
auch wenn der Himmel Tränen weint
schmückt er die Welt mit bunten Bändern

er eilt mit riesengroßen Schritten
auf Weihnacht zu – dem Jubelfest
während Ruprecht mit dem Rentierschlitten
sich auf Schneefall noch verläßt

so steht er da am Gabentag
mit reichlich rostigroten Kufen
und ist im Herzen ganz verzagt
ob des vergeblich Abfahrt rufen

©ee

November

November

Der Tag verhält in seinem Lauf –
zögernd tasten sich die Stunden
mit klammen Fingern durch die Zeit –
verschleiert hab’ ich dich gefunden.

Natur – du bist zum Schlaf bereit.

Die letzten Blätter segeln träge
vom großen Baum am schwarzen Kolk –
hier und da sieht man am Wege
ein herbstlichmüdes Krähenvolk.

Die Gräser haben sich verwandelt,
geschmückt mit bunten Bändern –
sie tragen schon des Winters Kleid
mit handgemalten Rändern.

Ein müdes Nicken in den Büschen
zeugt noch von leichter Regung,
wenn ab und an ein Rabe schreit
ist das schon viel Bewegung.

Und plötzlich dann – in Tagesmitte,
ein Sonnenstrahl hat sich verirrt –
er eilt mit wunderlichem Schritte
bevor er sich im Dunst verliert.

Die Luft befeuchtet braune Erde,
sie schmücket sich mit weißem Glanz –
des Himmels schäfchenweisse Herde
stellt sich auf zum Wolkentanz.

Der Abend naht – das Dunkel sinkt
auf die Novembererde –
wenn leise dann Musik erklingt
hofft jeder, dass es Frühling werde.

© ee
ewaldeden

Tue und ruhe …

Tue und ruhe …

Mit Riesenschritt und leichtem Tritt
erobern wir den neuen Tag –
die Zeit geht sachte mit uns mit,
zeigt sich als Feund, dem der sie mag.

Doch wer sie drängt und wer sie schüttelt,
wer stets an ihrem Gleichmaß rüttelt –
dem zeigt sie, oft auch mit Gepulter,
ganz einfach nur die kalte Schulter.

Doch wer sie lässig leicht begleitet
dem sie wohl manche Freud bereitet –
drum denke, wenn du fällst in Eile,
gut Ding braucht stets auch gute Weile.

Vom Anfang bis zum Ende hin
gibt das „gemächlich“ erst den Sinn,
denn was in Hetz’ und Hast geschehen
wird meist ganz schnell in Zeit verwehen.©ee

ewaldeden2018-11-04

der Herbst.

Der Herbst mit seinen heimelnd‘ Farben
beschließt den Sommer, buntfanal –
das reife Gold des Kornes Garben
spiegelt uns der Sonne Strahl.

Der späten Blüher Farbpalette,
längs Weges Rain und Gärtens Flur,
scheint als des Schöpfers Sonntagskette –
fest geknüpft in der Natur.

Wenn langsam dann die Tön‘ verblassen,
die Blätter segeln durch die Luft –
sollt‘ man den Sommer ziehen lassen –
weil, schon erweckt, der Winter ruft.©ee

ewaldeden

Auf Spurensuche.

Auf Spurensuche.

Herbstfarben jetzt auf Blatt und Baum,
der Sommer war ein einz`ger Traum
von Sonne, Wind und klarem Wasser,
Oktober ist`s nun, nass und nasser.

Und hier und da liegt erster Schnee,
in Nebelgrau schäumt  heut` die See.
Nun merklich kühl streicht Wind die Wellen
der Morgen wird erst spät aufhellen.

Dann trägt der Tag ein buntes Kleid
der Winter ist jetzt auch nicht weit.
Laut lacht die Ahnung und ein Kind
hält seinen Drachen in den Wind.

Dort, hinter braunen Stoppelfeldern
erblühn mir neue, blaue Wälder.
Herbstzauber unter Wolkenweiß
vergessen ist das Sommerheiß.

© Chr.v.M.

Dankbar.

Dankbar.

Das Blau aus dem Himmel gewaschen,
der Wiese das Grün geraubt,
die Bäume von Blättern verlassen,
September, durch Arbeit verstaubt.
Dem Oktober mein Lächeln geschenkt,
es senkt sich nun wieder ein Jahr,

denkt nach: war`s nicht wunderbar ?

Wie das Blau in dem Himmel
mit der Sonne sich wandelt,
wie das Bunt auf den Wiesen
mit dem Herzen anbandelt,
wie die Bäume so schwer
jetzt Früchte tragen.

mit diesen Worten möchte ich sagen

seien wir dankbar Tag um Tag
für jeden Monat, der noch kommen mag.

© Chr.v.M.

Oktoberschlau.

Oktoberschlau

Es hellt bedacht das Blau der Wälder
es dampfen braun die Stoppelfelder
noch schläft der Steg, der Weg, die Weiten
sie träumen noch von Sommerzeiten.

Im Nebelmantel Morgengrau
erwacht ein Tag zu neuem Leben
Herbstfarben staunend Wunder weben
im Fortbeginn Oktoberschlau.

© Chr.v.M.