Sehnsucht …

Sehnsucht …

Der Himmel weint
schon wieder kalte Tränen
wer hat ihn
des Gefühls beraubt

ich möchte mich so gern
im Himmel wähnen
jedoch find ich hier bloß
öd’ Wüste – wüst und verstaubt

ich möcht’ so gern
auf rosa Wolken schweben
möchte zärteln
unsrer Liebe Glück

möcht’ mit dir
auf Himmelswiesen leben
möcht’ nie mehr

in die Welt zurück

ich weiß
du weißt um mein Begehren
ich weiß
du fühlst es als Geschenk

wirst nie mein Wollen
ernst verwehren
weiß es mit jedem Denken
dass ich denk …

©ee

das Leben.

Photo by Ricardo Esquivel on Pexels.com

Wolken schieben, reißen, fliegen
weiß und grau und violett
ganz hinten sieht man Himmelsziegen
und vorne flockt Frau Holles Bett

Schäfchenwolken kumulieren
mit Sonnengold zu Abendrot
fallend Winde fabulieren
in Segels Tuch wie Knatterschrot

rollend Wellen tragen Kronen
bilden Täler, Wiegenrund –
in denen blitzend’ Fische liegen –
tauchend, tief bis auf den Grund

Ufersaum säumt zackig Säume
drohend dunkel schwarzer Wald
der Rudergast träumt Angstschweißträume
er träumt ihm werden die Füße kalt

donnernd Grollen macht ihn wachen
zackend Blitze schrecken ihn
aus Meeres Gründen schaurig’ Lachen
will ihn in die Tiefe zieh’n

doch er stemmt fest sich in die Spanten
hält eisenhart des Ruders Pinn’
unmerklich drehen sich die Wanten
führen das Schiff zum Hafen hin

scheppernd rasseln Kettes Glieder
der Anker fällt in sich’ren Stand
das Leben hat den Schiffer wieder
er freut sich über festes Land

©ee

Ein Tag am Deich.

https://pixabay.com/de/

Ein Tag am Deich.

S tille liegt über dem gleißenden Strand,
die Sonne steht flammend und gelb im Zenit –
vergehende Zeichen am Flutsaum im Sand –
von Bord eines Seglers klingt leise ein Lied.

Möven hocken auf Pfählen und dösen,
ein Seehund sonnt sich im schimmernden Watt –
Ketten scheppern in rostigen Ösen –
ab und zu weht ein Wort durch die Luft
in friesischem Platt.

Im Hafenschlick liegen – wie gestrandete Wale –
ein Kutter aus Borkum und zwei aus Südarle,
die Ebbe hat ihnen die Ruhe beschert,
sie verhökern Granat – vor Stunden gefangen
und von allen begehrt.

Vorm Krug, unter der uralten windschiefen Linde,
da hocken vier Alte bei Köhm und bei Bier –
einer von ihnen läßt krachend zwei Winde,
darüber erschrocken, und in seiner Ruhe gestört,
kläfft schläfrig des Wirtes Hundegetier.

Nach einmal prusten und freizügig schneuzen
ist schnell wieder Ruh’ eingekehrt –
so schlendert der Sonntag geruhlich vorüber,
er springt hin und wieder
wie Kinder beim Spiel,
räkelt sich faul in seinem sommerlich’ Mieder
und wartet gelassen auf sein abendlich’ Ziel

© ewaldeden

Kinderaugen.

Kinderaugen sprechen Bände
man muß sie nur verstehen können
Kinderaugen haben Hände
sie können gut und böse trennen

Kinderaugen sind das Leben
unendlich tief und rein der Quell
Kinderaugen wollen geben
greif zu – denn sie sind furchtlos schnell

Kinderaugen sagen Wahrheit
denn nichts trübt ihren klaren Blick
bewahre ihnen diese Klarheit
denn dann bewahrst du Kinderglück

das dir dereinst in spätem Alter
schenkt was du längst verloren hast
es schwebt um dich als bunter Falter
erleichtert dir des Lebens Last

©ee

Kullerbauch . . .

Kullerbauch . . .

Der Mond versteckt sich hinter Wolkenschafen
mit einem Aug’ lugt er nach unten
er schaut ob alle Kinder schlafen
in ihren Betten – in den bunten

bei Hannes sieht ein Licht er blinken
der Sandmann hat ihn wohl vergessen
oder quält ihn zuviel Schinken
den zur Nacht er hat gegessen

es schmeckte ja auch gar zu gut
dies köstliche Stück Braten
und obendrauf der leck’re Stut
mit Rosinen – ihr habt es erraten

morgen – schwört er seinem Engel
morgen wird er genügsam sein
der Gute glaubt doch glatt dem Bengel
und wiegt ihn in den Schlaf hinein
.

© ee

Faltenfrei die Nacht
die Sternchen fallen.
Der runde Mond nur wacht
die Schritte hallen.

Laternen blitzen,
die Schatten eilen.
Durch alle schmalen Ritzen
Träume, die dort verweilen.

© Chr.v.M.

Knospen.

Knospen . . .

Knospen treiben auf des Wassers Weiten
die Wellen des Lebens wiegen sie sacht
die Hoffnung mag in Öden sie leiten
dort blühen durch der Liebe Macht

Pflege die Blume der Menschlichkeit
ohne dein Herzblut wird sie verdorren
und plötzlich spürst du – du bist bereit
du liebst diese Welt –

und ist sie auch noch so verworren.

©ee

Fotos auf https://pixabay.com/de/

Knipsen…

Knipsen

Zeitfesthalter – Bildberichter
Motivgestalter – Filmbelichter
was von diesem trifft wohl zu
denk ich häufig so bei mir

wenn ich Urlaubsmenschen seh’
die mit Technik dicht behangen
knipsend vieles Zeug einfangen
kann’s mir dann oft nicht versagen

obwohl – es fällt mir manchmal schwer
nach ihres Machens Sinn zu fragen
oder nach ihr’s Tuns Begehr
große Augen schau’n mich oft an

erst zögernd
doch recht fließend dann
erklärt man mir mit viel Gehabe
und wachsender Begeisterung

knipsen – das sei eine Gabe
aber das verstünd’ ich nicht
ich sei wahrscheinlich noch zu jung
man hätt’ daheim in vielen Kästen

oder auch in Schuhzeugschachteln
Bilder von vieltausend Festen
als bleibende Erinnerung
an Onkels, Tanten und auch Reisen

an manche Jagd auf fette Wachteln
zum ausstopfen
und zum verspeisen
wenn ich alles das gehört

weiß ich
daß Ich nur ein Tor
der beim knipsen sie gestört
und bin so schlau wie auch zuvor.

©ee

Gewahrter Friede ..

Gewahrter Friede ..

Die Kiesel roll’n den Bach entlang,
des Wassers Murmeln als Begleitung –
Bewegung rommelt sie blitzblank –
es ist wie Schmucksteins Aufbereitung.

Sauber sind des Baches Ränder –
Farne wiegen sich im Wind,
der Schäfchenwolken weiße Bänder
zieh’n durch des Himmels Blau geschwind.

In hoher Bäume mächt’ger Kronen,
über jahrhundert’ altem Stamm,
lässt sich vor und trefflich wohnen,
so gut wie hinter sich’rem Damm.

Der Elster Scheckern bricht die Stille,
krächzend fällt der Rabe ein –
er warnt vor freches Buben Zwille,
die dieser lädt mit Baches Stein.

So bleibt sein Tun ein sündig’ planen,
er trollt sich Richtung Heimes Haus –
schon voll des bittersüßen Ahnen
von Stock auf Hintern – oh welch Graus.

©ee

Fotos wie meistens auf Pixabay merci

war lange lange fort…

Ich geh’ des Dorfes Gassen
ich such’ den stillsten Ort
ich hatt’ das Land verlassen
war lange lange fort

Nach wildbewegten lauten Jahren
neigt mein Leben sich zurück
hab in der Welt soviel erfahren
und fand doch nie das letzte Glück

Nun hat das Schicksal mich geleitet
zurück an meiner Kindheit Platz
was das Leben mir bereitet
ist nur noch ein verlorener Schatz

Ich gehe durch des Kirchhofs Tor
betrete eine stille Welt
und sehe alles von davor
Vergangenheit sich mir erhellt

Und plötzlich fühl’ ich zartes Rühren
als wollt man mich erreichen
als wollt man mich nach Hause führen
zur Bank unter den Eichen

© ee

ich hatte ihn gesehen …

I ch hab den Frühling fortgeh’n sehen
gar matt hing er an Busch und Baum
vom Sommer verscheucht im Vorübergehen
als sei er nur ein schöner Traum

ein schöner Traum aus zarten Bildern
die einer Seele Nahrung geben
die sie hindern am verwildern
und sie stärken für das Leben

ich bin dem Frühling nachgelaufen
wollt’ ihn bitten noch zu bleiben
leider mußt’ ich kurz verschnaufen
und sah ihn danach schon zu weit treiben

gar traurig bin ich umgekehrt
jedoch gewiß der Wiederkehr
und freue mich ganz unbeschwert
auf nächsten Frühlings Blütenmeer

© ee