war lange lange fort…

Ich geh’ des Dorfes Gassen
ich such’ den stillsten Ort
ich hatt’ das Land verlassen
war lange lange fort

Nach wildbewegten lauten Jahren
neigt mein Leben sich zurück
hab in der Welt soviel erfahren
und fand doch nie das letzte Glück

Nun hat das Schicksal mich geleitet
zurück an meiner Kindheit Platz
was das Leben mir bereitet
ist nur noch ein verlorener Schatz

Ich gehe durch des Kirchhofs Tor
betrete eine stille Welt
und sehe alles von davor
Vergangenheit sich mir erhellt

Und plötzlich fühl’ ich zartes Rühren
als wollt man mich erreichen
als wollt man mich nach Hause führen
zur Bank unter den Eichen

© ee

ich hatte ihn gesehen …

I ch hab den Frühling fortgeh’n sehen
gar matt hing er an Busch und Baum
vom Sommer verscheucht im Vorübergehen
als sei er nur ein schöner Traum

ein schöner Traum aus zarten Bildern
die einer Seele Nahrung geben
die sie hindern am verwildern
und sie stärken für das Leben

ich bin dem Frühling nachgelaufen
wollt’ ihn bitten noch zu bleiben
leider mußt’ ich kurz verschnaufen
und sah ihn danach schon zu weit treiben

gar traurig bin ich umgekehrt
jedoch gewiß der Wiederkehr
und freue mich ganz unbeschwert
auf nächsten Frühlings Blütenmeer

© ee

Heimgang…

I ch geh’ des Dorfes Gassen
ich such’ den stillsten Ort
ich hatt’ das Land verlassen
war lange lange fort

Nach wildbewegten lauten Jahren
neigt mein Leben sich zurück
hab in der Welt soviel erfahren
und fand doch nie das letzte Glück

Nun hat das Schicksal mich geleitet
zurück an meiner Kindheit Platz
was das Leben mir bereitet
ist nur noch ein verlorener Schatz

Ich gehe durch des Kirchhofs Tor
betrete eine stille Welt
und sehe alles von davor
Vergangenheit sich mir erhellt

Und plötzlich fühl’ ich zartes Rühren
als wollt man mich erreichen
als wollt man mich nach Hause führen
zur Bank unter den Eichen
.

© ee

Der Ausbruch . . .

Der Ausbruch . . .

D ie kleinen Wellen der Gefühle
kribbeln mir durch Sinn und Bauch
mein Herz sitzt plötzlich zwischen Stühle
im Kopfe nur noch schwarzer Rauch

Frag’ was ist mit mir geschehen
ich weiß es nicht – bin ahnungslos
die Erd’ scheint sich um mich zu drehen
ich sitz’ auf einem winzig’ Floß

Vor meinen Augen zucken Blitze
erhellen mir Momente nur
ich hoff’ – es macht nur jemand Witze
und fährt mit mir ‘ne Höllentour

Abrupt jedoch muß ich erkennen
es ist die Welt – sie spielt verrückt
und könnt’ euch tausend Wesen nennen
die dieses Spiel auch noch entzückt

Dies Spiel auf messerscharfen Graten
so zwischen tot und himmelhoch
knietief in den Nöten waten
der Menschheit die man schlicht betrog
.

©ee

Bild von yamabon auf Pixabay

Die Stecknadel . . .

Die Stecknadel . . .

D ie Stecknadel – dies kleine Ding
hat riesengroße Kräfte
ob sie nun steckt im Hosenring
oder in Ärmels Schäfte

Unscheinbar kommt sie daher
ohn’ Schmuck und viel Geplunder
ihr fehlt sogar das Nadelöhr
sie ist ein kleines Wunder

Doch wenn sie sich entschlossen hat
mal richtig aufzutrumpfen
dann gibt es Schmerzensschreie satt
aus stichgequälten Rumpfen

Ist sie vergnügt dann sticht sie nur
mit klitzekleinen Spitzen
doch ist sie schlechte Laune pur
kann sie sich schon erhitzen

Es bremst sie nur ihr schlauer Kopf
im Eifer des Gefechtes
daran erkennt der kluge Schopf
sie ist weiblichen Geschlechtes
.

© ee

Bild von Thomas Wolter auf Pixabay

Ein Tag am Deich.

https://pixabay.com/de/

Ein Tag am Deich.

S tille liegt über dem gleißenden Strand,
die Sonne steht flammend und gelb im Zenit –
vergehende Zeichen am Flutsaum im Sand –
von Bord eines Seglers klingt leise ein Lied.

Möven hocken auf Pfählen und dösen,
ein Seehund sonnt sich im schimmernden Watt –
Ketten scheppern in rostigen Ösen –
ab und zu weht ein Wort durch die Luft
in friesischem Platt.

Im Hafenschlick liegen – wie gestrandete Wale –
ein Kutter aus Borkum und zwei aus Südarle,
die Ebbe hat ihnen die Ruhe beschert,
sie verhökern Granat – vor Stunden gefangen
und von allen begehrt.

Vorm Krug, unter der uralten windschiefen Linde,
da hocken vier Alte bei Köhm und bei Bier –
einer von ihnen läßt krachend zwei Winde,
darüber erschrocken, und in seiner Ruhe gestört,
kläfft schläfrig des Wirtes Hundegetier.

Nach einmal prusten und freizügig schneuzen
ist schnell wieder Ruh’ eingekehrt –
so schlendert der Sonntag geruhlich vorüber,
er springt hin und wieder
wie Kinder beim Spiel,
räkelt sich faul in seinem sommerlich’ Mieder
und wartet gelassen auf sein abendlich’ Ziel

© ewaldeden