der Vater aller Dinge….

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der Vater aller Dinge….

K rieg ist der Vater aller Dinge
sagen Menschen mit Sachverstand
sie sehen das Ganze durch goldene Ringe
und bringen Verderben über das Land

sie schicken Raketen mit tödlicher Fracht
an blühende fruchtbare Orte
und sagen sie hätten den Frieden gebracht
mit ehrlichem biblischem Worte

sie sagen sie hätten die Menschen befreit
von Knechtschaft und blutiger Fron
und wären zu selbstloser Hilfe bereit
die Freiheit der anderen wäre ihr Lohn

so bauen sie auf was sie selber zerstört
und füllen damit ihre Kassen
sie tun als ob ihnen die Welt gehört
und wundern sich wenn ihre Opfer sie hassen.

© ee

PROBIEREN…

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Probieren

B rot ist die Grundlage unserer Nahrung – so wird es uns von Alters her gelehrt. Nicht umsonst bittet man in den christlichen Kirchen: Unser täglich Brot gib uns heute.

Das Bäckerhandwerk ist ständig bestrebt, dem uralten Begriff Brot täglich neuen Glanz zu verleihen – täglich neue Geschmacksvarianten in dieses eigentlich profane

Lebensmittel zu zaubern. Eine mir bislang unbekannte Ausführung sah ich auf einem Ladentisch in einem hiesigen Geschäft ausliegen. Der Brotlaib aus Roggen wurde mir als Loggerbrot angepriesen. Loggerbrot – bei dieser Bezeichnung entstanden in meinem Kopf gleich rustikale Geschmacksbilder. Ich sah einen Herings-logger in wilder See unweit der Doggerbank den Heringsschwärmen hinterherjagen, und in den kurzen Pausen die harten Männer an Bord ihr Brot verspeisen.

Verfestigt wurde dieses Bild durch die Lobpreisungen der Verkäuferin – untermauert von der Aussage, das ist Bio-Brot. Was ist Bio-Brot – drängte ich auf weitere Erklärungen. So ein wenig beschlich mich das Gefühl, als im Wissen nicht ganz auf der Höhe der Zeit angesiedelt betrachtet zu werden. Wer weiß denn nicht, was Bio-Brot ist, schwang unterschwellig in der Antwort mit. Unser Bio-Bäcker verarbeitet nur Mehl aus biologischem Getreideanbau. Das wußte ich nun auch.

Wissen wollte ich jetzt aber auch noch, ob mein Geschmacksahnen sich in den richtigen Bahnen bewegte – also, kaufen und probieren. In Schwung kam mein Ahnen, als ich den Preis vernahm. Sechs Mark – pardon, zweifünfundneunzig Euro – das Kilo. Gutschmeckendes Brot vom Normalbäcker kostet weniger als die Hälfte – also muß der Genuß dieses Brotes mindestens doppelt so groß sein, war mein direktes Denken. Ich Einfaltspinsel.

Zu Hause angekommen – das große Brotmesser geschnappt – und losgesäbelt – ich konnte es kaum erwarten. Das Wasser lief mir im Munde zusammen.

Gottseidank kann ich nur sagen, denn ohne den vermehrten Speichel hätte ich den Kleister, als den sich die Backmasse entpuppte, nicht im Mund hin- und herbewegen können. Selbst mein Hund – der immer mein Mitprobierer ist – hatte Schwierigkeiten, seine Kiefer wieder auseinander zu bekommen. Tja – und das Schmecken nach Seeluft, nach Loggerleben – einfach den Beweis handwerklicher Backkunst – das alles habe ich nicht gefunden. Einzig das Gefühl, einen Steinbrocken im Magen zu haben, begleitete mich durch die folgende Nacht. Normalbäcker – ich bleib dir treu.

© ee

Knotenghosts

Knotenghosts

Du spürst einen Knoten in deiner Kehle
er hindert den Fluß deines Sagen
es ist dir als hättest du Krebs in der Seele
und kannst nicht mal mehr lächeln an sonnigen Tagen

ein grauer Schatten schleiert das Licht
du siehst nur noch drohend Gespenster
Nebel die wärmenden Strahlen bricht
verhangen sind Türen und Fenster

durch Ritzen flimmert das Leben herein
Staub tanzt in den gleißenden Bahnen
die Zukunft fühlst du als brüchigen Schein
kannst Sicherheit nicht mal mehr ahnen

du kriechst in die Ecken
suchst das Dunkel der Nacht
willst dich nur noch verstecken
vor irdischer Pracht

und niemand ist da der die Hände dir reicht
der Glück dir spendet und lebende Wärme
dabei wäre es für viele ganz leicht
doch es hindert sie ständig der Welten Gelärme.

©ee

Laßt das Leben leben…

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L aßt das Leben leben
laßt die Erd’ lebendig
hört auf nach Macht zu streben
sonst endet ihr elendig
ihr erstickt noch an den großen Brocken
die ihr euch ständig räubert
laßt euch zu schmutzig Tun verlocken
und sagt
ihr habt die Welt gesäubert

habt Leichenberge angehäuft
habt Blut in rotem Blut ersäuft
habt mit den gemeinsten Waffen
eine Friedhofsruh’ geschaffen
habt den Menschen euern Schutz geschenkt
und ihre Bodenschätze umgelenkt
habt alles – was ihnen wert – zerstört
weil ihr glaubt
daß euch die Welt gehört.

© ee 2005

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und weiter: Gnadenlos.

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und weiter: Gnadenlos.

G edanken, Schranken,
Mauern, Bäume,
himmelhohe Drahteszäune –

Flieger, Krieger,
Gauner, Schränker,
gnadenlose Abzockbänker –

Kritiker, Politiker,
Naturzerstörer, Weltvergifter,
scheinheilige Umweltstifter –

alle schwören tausend Eide,
und wie Viecher auf der Weide
führen sie die Menschen dann

an die nächste Schlachtbank ran.

Opfers Blut fließet in Strömen –

niemand ist, der sich tät schämen
und alle künden stolzgeschwellt,
dass sie die Retter uns’rer Welt.

Sie zeigen frank die blut’gen Hände,
errichten frei erneute Wände,
bomben weiter Kinder tot

und färben damit Erde rot.

© ee

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Des Teufels Tanz….

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Des Teufels Tanz….

L uzifer verliert die Maske,
Welt sieht zumal des Teufels Horn –
greift seit’verkehrt in Tones Taste –
man sieht den Klumpfuß schon von vorn.

Egal um was es sich auch handelt –
ob Tier’s Wohl oder menschlich Nöte –
Geldgier und Macht die Welt verschandelt,
es tönt nur stets die gleiche Flöte.

Da darf „Halal“ gefoltert werden,
kein Grüner regt sich drüber auf –
da darf mit Lust „gevielweibt“ werden,
wer will der setzt noch einen drauf.

Gerichtsbarkeit verkommt auf Erden,
man schreddert Kük’ auf großen Hauf’.

Der Volksvertreter „Volksparteien“
verlieren ständig an Substanz –

wie einst der Erich von Schalmeien
tanzt’ Fischbratküchens Einertanz.

Und alles wird moralverbrämt,
weil irgend ‘ne Gottheit es so wollte –
und niemand der sich dessen schämt,
wie einst bei Busch die Witwe Bolte.

©ee

Bild von Centaurius auf Pixabay

thanks

Zuckersalz …

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Zuckersalz …

A lle die sich daran mästen,
an ihrem „für das Volk was tun“,
predigen, es wär’ am Besten
im Ehrenamt nicht auszuruh’n.

All’ die, die mit den dicken Pfründen
gut versorgt im Sattel sind –
sie werden nicht müde, zu verkünden
wie groß die Zahl von hungernd’ Kind’.

Wenn mich würden ehren Volkes Würger
als ehrenamtlich tätig’ Bürger –
es würd’ mir schmecken ungeheuer,
wie Salz aus einem Zuckerstreuer.

© ee

Töne bei Michou berlin

Europa

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Europa

E uropa – eins und grenzenlos
gewollter Irrsinn, Todesstoß
das Böse wird zu Riesenbergen
die alles in den Schatten zwingen.

Das Gute schrumpft zu kleinen Zwergen
die gar nichts mehr zustande bringen –
nur wollen sie es nicht erkennen,
dass ihre Ohnmacht sie erstickt.

Sie wollen einfach weiterpennen,
auch wenn es scheint total verrückt,
als die Idee von alten Greisen
vor Zeiten in die Welt gebracht.

Die wollten nur der Welt beweisen,
dass nicht erschöpft ist ihre Macht.

Nur reichte ihr Verstand nicht aus –
war einfach zu gering geraten,
um zu erahnen heut’gen Graus
in Alteuropas Einzelstaaten.

©ee

auch hier : https://christinvonmargenburg.blog/inventur-der-gedanken/

Stolperstein…

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Stolperstein  …

E s trubelt stets der Welt Getrubel
tönt agressiv wie Sturm’s Gebraus
aus Kehlen ertönt falsch Gejubel
für empfindsam Ohr nur ein Gesaus
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Bejubelt wird vieles was man selber versaut,
und eigengelobet so manch krummes Handeln –
anstatt man den Mist um die Ohren sich haut,
und zumindest versucht es zum Guten zu wandeln.

Man watet im Brei der alltäglichen Lügen,
lobpreist als gelungen selbst das übelste Machen –
nimmt wissend in Kauf dass die Balken sich biegen,
hat für die Nöte der and’ren nur höhnisches Lachen.

Mensch ist oft gnadenlos „Ungetier“ –
verdrängt krass jederlei Mitgefühl –
ist oft auch nicht der Schöpfung Zier
sondern Stolperstein

in Lebens Spiel.

©ee

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Bild von Michael Gaida auf Pixabay

thanks

Objekt Nr. 86 567 482 …

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Objekt Nr. 86 567 482 …

D er gläserne Mensch in all seinen Farben
erfreut die Schnüffler an den Hebeln der Macht
nicht nur die Lebenden – auch die die schon starben
haben ihnen täglich neues Wissen gebracht

da wird nicht nur fröhlich Intimes geschreddert
und an dem harmlosestens Furz rumgerochen
es werden auch bedenkenlos Leichen zerfleddert
mögen sie auch noch so morsch sein die Knochen

da gibt’s keine Rücksicht auf menschlich’ Gefühle
da gibt’s keine Grenze von wegen der Scham
es wächst nur der Schnüffelnden Rumgewühle
es keimt die Vermutung das Vielen es kam

so fuhrwerkt ein Jeder in Jedermanns Daten
ohne Rücksicht auf persönlichen Schutz
solange bis alles ins Wanken geraten
und stürzet in Trümmern in endlosen Schmutz

©ee

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Foto auf https://pixabay.com