Europa

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Europa

E uropa – eins und grenzenlos
gewollter Irrsinn, Todesstoß
das Böse wird zu Riesenbergen
die alles in den Schatten zwingen.

Das Gute schrumpft zu kleinen Zwergen
die gar nichts mehr zustande bringen –
nur wollen sie es nicht erkennen,
dass ihre Ohnmacht sie erstickt.

Sie wollen einfach weiterpennen,
auch wenn es scheint total verrückt,
als die Idee von alten Greisen
vor Zeiten in die Welt gebracht.

Die wollten nur der Welt beweisen,
dass nicht erschöpft ist ihre Macht.

Nur reichte ihr Verstand nicht aus –
war einfach zu gering geraten,
um zu erahnen heut’gen Graus
in Alteuropas Einzelstaaten.

©ee

auch hier : https://christinvonmargenburg.blog/inventur-der-gedanken/

Stolperstein…

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Stolperstein  …

E s trubelt stets der Welt Getrubel
tönt agressiv wie Sturm’s Gebraus
aus Kehlen ertönt falsch Gejubel
für empfindsam Ohr nur ein Gesaus
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Bejubelt wird vieles was man selber versaut,
und eigengelobet so manch krummes Handeln –
anstatt man den Mist um die Ohren sich haut,
und zumindest versucht es zum Guten zu wandeln.

Man watet im Brei der alltäglichen Lügen,
lobpreist als gelungen selbst das übelste Machen –
nimmt wissend in Kauf dass die Balken sich biegen,
hat für die Nöte der and’ren nur höhnisches Lachen.

Mensch ist oft gnadenlos „Ungetier“ –
verdrängt krass jederlei Mitgefühl –
ist oft auch nicht der Schöpfung Zier
sondern Stolperstein

in Lebens Spiel.

©ee

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Bild von Michael Gaida auf Pixabay

thanks

Objekt Nr. 86 567 482 …

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Objekt Nr. 86 567 482 …

D er gläserne Mensch in all seinen Farben
erfreut die Schnüffler an den Hebeln der Macht
nicht nur die Lebenden – auch die die schon starben
haben ihnen täglich neues Wissen gebracht

da wird nicht nur fröhlich Intimes geschreddert
und an dem harmlosestens Furz rumgerochen
es werden auch bedenkenlos Leichen zerfleddert
mögen sie auch noch so morsch sein die Knochen

da gibt’s keine Rücksicht auf menschlich’ Gefühle
da gibt’s keine Grenze von wegen der Scham
es wächst nur der Schnüffelnden Rumgewühle
es keimt die Vermutung das Vielen es kam

so fuhrwerkt ein Jeder in Jedermanns Daten
ohne Rücksicht auf persönlichen Schutz
solange bis alles ins Wanken geraten
und stürzet in Trümmern in endlosen Schmutz

©ee

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Foto auf https://pixabay.com

Hölle . . .

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Hölle . . .

H ast die Welt du recht erfahren
ist Hölle bloß noch bunter Spuk
nach Erdenkampfes langen Jahren
kennst du der Niedertracht genug

Man braucht hier gar nicht lange suchen
nach Teufels Horn und Pferdefuß
man braucht hier bloß mal kräftig fluchen
schon kommt aus dem Hinterhalt ein Schuß

Ein Lachen folgt wie gelber Schwefel
die Hölle, sie macht Inventur
die Fröhlichkeit, sie wirkt wie Frevel
ist wie ein schwarzer Falter nur

Von überall man dir nur schmeichelt
solang man blicket dir ins Leben
man kräftig deine Seele streichelt
als wollt man dir den Himmel geben

Doch kaum bist du aus Aug‘ und Nähe
der Luftzug ist noch gar nicht kalt
ist da schon irgend ’ne Koryphäe
die dir was in den Rücken knallt

Du flatterst durch die Nebelnächte
dem Dunst der Mächtigen dieser Welt
du fliegst in Sinnens Abfallschächte –
und überall siehst du bloß Geld.

© ee

Der Ausbruch . . .

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Der Ausbruch . . .

D ie kleinen Wellen der Gefühle
kribbeln mir durch Sinn und Bauch
mein Herz sitzt plötzlich zwischen Stühle
im Kopfe nur noch schwarzer Rauch

Frag’ was ist mit mir geschehen
ich weiß es nicht – bin ahnungslos
die Erd’ scheint sich um mich zu drehen
ich sitz’ auf einem winzig’ Floß

Vor meinen Augen zucken Blitze
erhellen mir Momente nur
ich hoff’ – es macht nur jemand Witze
und fährt mit mir ‘ne Höllentour

Abrupt jedoch muß ich erkennen
es ist die Welt – sie spielt verrückt
und könnt’ euch tausend Wesen nennen
die dieses Spiel auch noch entzückt

Dies Spiel auf messerscharfen Graten
so zwischen tot und himmelhoch
knietief in den Nöten waten
der Menschheit die man schlicht betrog.

©ee

Der „Earl“

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Der „Earl“

D er „Earl“ wurd‘ er allgemein nur genannt,
der Herr im Zenit seines Lebens –
seinen richtigen Namen hat niemand gekannt,
und wer danach fragte, der fragte vergebens.

Für jeden kam ihm ein Gruß von den Lippen,
für jeden fand er ein freundliches Wort –
tat stets mit der Hand an die Schiffermütz‘ tippen,
ging nie ohn‘ Adieu aus einem Gespräch fort.

Seine letzte Begegnung unter der Alsterbrücke,
die endete wortlos ohn‘ Hader und Streit –
die oftmals sind des Teufels Krücke,
wenn einer partout nicht zum Nachgeben bereit.

Man fand ihn nachdem man den Zaun eingerissen,
den die Geldsäcke bauten als schändliches Mal –
ich frag‘ mich ob jemand ihn wird vermissen
oder bleibt er nur einer von unbekannt‘ Zahl?

Man hat den ‘Earl’ zu Grabe getragen.
Es floss manche Träne in grauwirrem Bart.
Ein Mädchen von wohl 5000 Tagen,
es folgte ihm bei seiner letzten Fahrt.

Kein Name steht auf dem einsamen Grab,
und die Blumen verblühen gar bald.
Ein Edelmann ging, wie es keinen sonst gab.
Wie weht doch der Wind heut so kalt…

Doch die Alster wird strömen noch manches Jahr.
Unter Brücken, da ruht es sich gut.
Horch, der Alte erzählt, was hier damals geschah –
ein Zittern geht über die Flut…

Ein Zittern, es türmet die Wellen auf,
zu riesigen Bergen mit schäumender Kron‘ –
aus den Tiefen des Wassers ertönet Geschnauf,
wird zu bitterer Klage von des Weltschöpfers Sohn.

Es stürmet die Lande, die Elbe flußan
läßt der Menschen Gebilde in den Fluten versinken –
auf wenigen Hügeln so dann und wann,

retten sich Wesen vor dem Ertrinken.

Wenn sich die Allmacht verzogen hat,
besänftigt durch ungezählt‘ tot‘ Kreatur –
beginnt Rest der Menschheit mit neuer Tat

und macht sich erneut zum Feind der Natur.

© ee

ee2016-06-15

Was mag Mensch wohl fühlen…

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Was mag Mensch wohl fühlen

w enn er alles vernichtet
wenn alles zu Staub und Asche zerfallen
wenn der letzte vor leeren Stühlen berichtet
von strahlenden Stätten und Krieges knallen

was mag er empfinden wenn alles ist tot
wenn Bäume nur noch Gerippe sind
wenn kein Korn mehr wächst für das tägliche Brot
wenn nirgends mehr tollt ein spielendes Kind

ich werd’s wohl nicht mehr erleben
ich bin vielleicht schon zu alt
doch viele Andere wird’s geben
die werden noch hören wenn’s knallt

das wird das Ende dann sein
das Ende von menschlicher Torheit
die Erde ist plötzlich wieder ganz klein
und ganz groß in unendlicher Freiheit.

© ee