Der Wind er weht von Norden .

Sehnsucht

Der Wind – er weht von Norden –
und ist doch gar nicht rauh.
Er zeichnet Geistgestalten
in des Novembers Grau.

Die Luft – sie riecht nach Ferne –
Gedanken brechen los –
sie wandern über Sterne –
benutzen sie als Floß.

Und dann – an fremden Ufern –
so neu und doch vertraut
hört man von stillen Rufern

kommt her zu uns und schaut.

Und wenn wir uns dann wagen
in diese Sehnsuchtswelt,
sind plötzlich wir getragen
hoch über Sund und Belt!

©ee

Zigeunermädchen

Bild von themoderngypsydiaries auf Pixabay

Zigeunermädchen

Z igeunermädchen, du schönes Kind,
du Windspiel mit wallender Mähne –
die Strasse des Lebens weist dir der Wind,
ich folg dir – du rassige Schöne.

Die wissenden Augen, der flammende Mund –
gefesselt in deinem Banne
hungere ich mir die Seele wund –
dein Anblick formt mir das Tier im Manne.

Ein Drehen des Kopfes, ein Wippen der Brust –
allein das raubt mir das Denken.
Mein Fühlen lodert in brennender Lust,
ich kann meine Sinne nicht lenken.

Ich hab’ dich gesehen Sekunden nur,
das reichte um mich zu verlieren –
ich zähle die Schläge der Stundenuhr,
mein Herz scheint ohn‘ dich zu erfrieren.

Vergebens ist all mein Begehren,
wir würden gemeinsam nicht froh –
dein Vater, er würd’s mir verwehren –
es sagt mir niemand – ich weiß es so.

Ich kann nur von ferne dich lieben,
die Sippe behütet dich streng,
und wärest du bei mir geblieben –
meine Welt wär’ für dich viel zu eng.

Drum flieg’ bunter Vogel, ich wünsche dir Glück –
erkunde die Weiten des Lebens.
Vielleicht bringt der Wind dich einmal zurück –
vielleicht auch wart‘ ich vergebens.

© ee

Sehnsuchtswellen…

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Sehnsuchtswellen…

D as Meer zieht mich mit aller Macht,
bannt mich mit seinen Wogen –

selbst wenn’s ein Spiegel ist und sacht
fühl ich mich angezogen.

Ich kann mich nicht vom Rauschen trennen
es wirkt auf mich wie Schlummertrunk –

ich kann es anders nicht benennen
als seelische Befriedigung.

Der Wellenkämme Glitzerspiel
erfüllt die Nacht mit seinen Sternen –

begleitet mich zu meinem Ziel
in weltenweiten Fernen.

© ee

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Tingeltangel…

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T ingeltangel hab’ ich im Ohr –

herumgehopse
und verhalten kicherndes Lachen

es kommt mir
in meinem Fühlen so vor,
als würde ich noch mal
die ersten tastenden Schritte machen.

Hinaus aus der Kindheit
sicherem Raum –

hinaus in den Garten des Lebens,
als suchte ich noch mal den Apfelbaum,
den ich suchte immer vergebens.

Den Apfelbaum
mit den verlockenden Früchten –

von dem man die schönsten Dinge erzählt.
Das Glück zu finden
in den sehnenden Süchten –
was mir mein ganzes Leben gefehlt.

© ee

Foto bei https://pixabay.com/

Dein Bild.

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Dein Bild.

D ein Bild vermittelt mir Gefühle –
es schaudert mich vor lauter Glück,
es läuft mir brennendheiße Kühle –
die Seele runter – und zurück.

Die Gänsehaut des „Dich begehren“ –
läßt mich erschauern – bis ins Mark,
ich kann mich nicht dagegen wehren –
und dünk’ ich mich auch noch so stark.

Ich kann es bloß geschehen lassen –
ein jedes und ein jedesmal,
sehr schwer, es in ein Wort zu fassen –
genieße diese Liebesqual.

Die Qualen des „auf dich verzichten“ –
des dich nicht berühren können,
ich fühl’ die Sehnsucht sich verdichten –
und irgendwann wird man ‘s uns gönnen.

©ee

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merci