Verkannt.

Verkannt
Der Nebelmonat November…
man sagt von ihm,
er sei unromantisch.

Er hätte nur Platz für Trauer und Geister.
Er dulde nur Nebel und Seelenkoppeister
und kennt nur auf Gräbern brennende Kerzen,
Gedenken an Gestern und Verluste voll Schmerzen.

Dabei ist es nur seine schattige Seite –
die Wendung zu Stille und ruhigem Licht.
Im Halbglanz der Sonne die Stunden durchschreite,
und hör’ wie der Welt Hohnlachen bricht.

Schau segelnde Blätter von kahlenden Bäumen
und rieche des Herbstes vergehende Pracht.
Genieße die Farben – beginne zu träumen
und ahne den Frühling –

der schon bald wieder lacht.

© ee

Bild von Joseph Ken auf Pixabay

Der Nebelmonat November…

Der Nebelmonat November…

man sagt von ihm, er sei unromantisch.

Er hätte nur Platz für Trauer und Geister.
Er dulde nur Nebel und Seelenkoppeister
und kennt nur auf Gräbern brennende Kerzen,
Gedenken an Gestern und Verluste voll Schmerzen.

Dabei ist es nur seine schattige Seite –
die Wendung zu Stille und ruhigem Licht.
Im Halbglanz der Sonne die Stunden durchschreite,
und hör’ wie der Welt Hohnlachen bricht.

Schau segelnde Blätter von kahlenden Bäumen
und rieche des Herbstes vergehende Pracht.
Genieße die Farben – beginne zu träumen
und ahne den Frühling – der schon bald wieder lacht

© ee

Die Helgoländer Trottellumme …

Die Helgoländer Trottellumme …

Trottellumme, Trottellumme
du selten schönes Vogeltier
wer hier noch glaubt, du wärst ’ne Dumme
ist selbst ein dummes Trampeltier

auch wenn dein Start ins Lummenleben
recht ungewöhnlich, wie Mensch weiß
kann es für dich nichts andres geben
wie blinder Sturz ins Wellenweiß

wenn du glücklich dann gelandet
im wässerigen Fischereich
fängst du – auch wenn Meer noch so brandet
dir die ersten Fische gleich
.

©ee

Bild von A_Different_Perspective auf Pixabay merci

Wir können…

W ir können sehen, hören, fühlen, schmecken,
wir können viele Dinge greifen –
wir müssen nur die Welt entdecken,
und sinnwach durch das Leben streifen.

Ob es der Schmetterlinge Lachen,
ob es der Wolken sinnlich ziehen,
oder der Blitze Donnerkrachen
in hoher Luft zu Bild gediehen.

Wir hör’n der Bäume Äst’ sich biegen
wenn Lüftes Braus’ sie übermannt
wenn Sturmes Händ’ sie heftig wiegen
in Abendsonnens rötlich’ Brand.

Wir hör’n der Vögel Zweiersprach
mit dem Schöpfer uns’rer Erden,
und lauschen ihnen ganz gemach
im Hoffen auf das rechte Werden.

Wir hör’n geformte Steine wispern
in festgefügtem Mauerwerk
wie sie belustigt flüsternd knispern
über erhaben dünkend Menschenzwerg.

So rat’ ich nur dem Wind zu lauschen –
was er auf seinen Schwingen trägt,
wenn Wolken sich am Himmel bauschen
und Gottes Hand die Erd’ bewegt.

©ee

©ee