Alles Banane . . .

Alles Banane . . .

Zwei Bananen auf dem Dampfer
war’n verliebt in sich wie wild
sie war’n so grün wie Sauerampfer
und auch so herb und gar nicht mild

Sie lagen in dunkler Pappenkiste
gut eingepackt und temperiert
aufnotiert auf langer Liste
wurd’n sie in Hamburg eingeführt

Sie saßen schon seit ihrer Blüte
dicht beieinander an der Hand
man bescheinigte ihnen große Güte
sie zum Verspeisen gut befand

Bevor sie ihre große Liebe
ausgelebt ein einzig mal
verspürten beide starke Hiebe
und wurden gegessen – ganz banal

Was blieb war ihre gelbe Schale
achtlos irgendwo hingelegt
durch die dann so – mit einemmale
jemand sich auf den Hintern legt.

©ee

Fotos dank https://pixabay.com/de/ merci

Sie strecken sich …

Sie strecken sich…

blattlose Baumkronen über feuchtbraunen Waldboden, erdigpilziges einatmen. Rechtsseitig den Weg begrenzend – moosigüberzogene Sandsteinflechten auf brüchigen Steinhängen, auffällig dort ein leuchtend grinsendes gelb . Dazwischen streben jungen Kiefernkeimlingen dem Licht entgegen, noch schützend eingebettet in weichem Grün, sanft träumend und versteckt gelagert .

Einstampfen dort durch triefende Waldgerüche Hier weben sich Spinnen über farnbedeckte Naturbehausungen einen Silberhimmel. In dieser wildromantischen paradisischen Einsamkeit die so schwefelgelb leuchtet braucht man spitze Ohren für die Synfonie und wache Augen für den Tanz der Schmetterlinge . Ein buntwippender Reigen über die blauschwarzen, knisterprallen Beeren. In einem Bett aus Tannennadeln atme ich tief den säuselnden Wind von den Blättern und vor mir plätschert sanft und verschluckt sich

der Wildbach beim kichern.© Chr.v.M.

Kapriziöse WORTFARBEN

Kapriziöse WORTFARBEN

buntes wirbelndes Farbströmen
kippender Buchstaben
in grüngelb rot
blau und schwarzweiß

lebhafte Wortspielereien
in klingenden – schwingenden Satzwelten
Licht und Schattenspiele
in Gedichten zwischen Geschichten.

Tänzelnde lila – Erinnerungen
Sehnsüchte, Träume in hellblau
und dazwischen Wir in Liebe
leuchtend wie goldene Sterne

mein DU dein ich.

© Chr.v.M.

Das Paradies

Das Paradies

wie soll man es benennen,
wenn man Schweinebrück nicht kennt –
man kann durch alle Duden rennen,
den wahren Namen man verpennt.

Wenn man nicht weiß
dass Schullandheim,
dass Fuhrenkamp und Schweinebrück
verschmolzen sind zu einem Stück.

Wenn man nicht weiß,
dass dort am Rande
des Wildschweinwaldes steht ein Haus,


in dem so manche Rasselbande,
fern von der Eltern Leberlaus,
in armer Zeiten schwerer Stunden
ein bisschen Lebensglück gefunden.

© ee

Ewig.

EWIG

Wenn es regnet
falle ich immer
von der Wolke auf den Boden
auf Lippen die ich liebe.

Wenn die Sonne scheint
flatter ich mit den Schmetterlingen
und setze mich auf deine Schulter
die mich trägt .

Wenn es schneit
verkrieche ich mich
wie die Schnecke auf dem Blatt
in mein Häuschen

und warte auf dich..

© Chr.v.M.

Mosaik

Mosaik . . .

Die Gefühle
knistern wie Sonnenstrahlen
sie huschen
durch das ganze Sein

im Herz
sie bunte Bilder malen
die
fenster sind wie harter Stein

da kann es
regnen, stürmen, gluten
kein Riss
trübt die Verbundenheit

sie trotzt
selbst himmelhohen Fluten
auch
wenn es schwarze Seelen schneit

mag sich
das ganze Land bedecken
mit
Missgunst, Hader und Verdruss

die Liebe
braucht sich nicht verstecken
sie gibt
der Liebe einen Kuss

© ee

Tasten . . .

Tasten . . .

Ich geh mit zögerlichem Schritt
verlier’ mich in des Moores Glanz
die Kinderzeit läuft ständig mit
ist immer da – umgibt mich ganz

Wenn ich die Augen schließ’- dann seh’ ich
Bilder aus vergangner Zeit
hör den alten Opa Gnädig
der stets zu einem Scherz bereit

Fühl’ die Wärme schwerer Pferde
wie sie sich im Geschirr bemüh’n
durch des Moores schwarze Erde

vollgepackte Wagen zieh’n

Seh’ die Trinkensflaschen dampfen
der Teeduft in die Nasen steigt
die Kuh am satten Grase mampfen
die Heide ihre Blüten zeigt

Ich bin nicht fähig mich zu rühren
zu schwer ist der Erinnerung Last
sie ist gekommen mich zu führen
mich an die inneren Hände faßt.

© ee

Mit leichtem Schritt…

Mit leichtem Schritt . . .

Mit leichtem Schritt geh ich den Weg
vor mir die Abendsonne
golden bricht ihr roter Schein
sich in der Regentonne

Lange schon steht sie daneben
von Wurm und Rost zerfressen
es hat einmal ‘ne Zeit gegeben –
da war sie wichtiger als Essen

Das alte Haus – im Dach fehlt Reed
es nagt schon lang der Zahn der Zeit
der Wind hat vieles fortgeweht
Erinnerung sich an Erinnerung reiht

Schon Jahre ist kein Strauch beschnitten
ein großes wildes Blütenmeer
der Duft von Flieder und von Quitten
weht mir von einst die Bilder her .

© ee

foto dank https://pixabay.com/de/

Lebenskraft.

Lebenskraft . . .

Selbst in den verborgensten Ecken
gedeihet Leben auf kahlem Stein
man muß nur lang die Sinne recken
sieht Lebenskraft in totem Sein

Bedarf es dazu auch wohl Stöße
ganz sachte – so von Gottes Hand
das Kleine beweist seine Größe
nur jenem – der es sehend fand

Hast du prallgefüllt die Sinne
mit Wundern aus der Schöpfung groß
siehst du auch die kleine Spinne
als Kind aus deines Herrgotts Schoß

Hast geöffnet das Empfinden
das Jemand da der größer ist
dann wirst du nimmer mehr dich binden
an Geld und Macht und weltlich Mist

Und hast du deinen Weg gefunden
auch wenn er dir wohl steinig scheint
dann scheu’ dich nicht und geh’ die Runden
und fühl’, dass Liebe alles eint.

© ee