Dankeschön.

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was schreibst du nur
für schöne sachen

die meine welt gleich bunter machen
gemeinsam über vieles lachen

so viele lieder sind es nun
und staunend dies zusammen tun

nun siehst du über deine brille
in deinem lächeln find ich stille

man sieht was worte hier bedeuten
ein lachen allen anderen leuten

hab dank für diese schönen zeilen
hier werde ich noch länger weilen

und einen schönen tag wünsch ich
die buchstaben
gesetzt

für dich.

© Chr.v.M.

Die Reise …

Die Reise …

Null Uhr und eine Minute
im nachtdunklen Bahnhof
steht der Zug unter Dampf

noch zwei Minuten
dann hebt sich die Kelle
muß seh’n daß ich mich spute

es quält mich
ein quälender Wadenkrampf
er hindert die nötige Schnelle

drei Stufen auf einmal
die Treppe hinauf
auf der vierten von oben

ich kurz mal verschnauf

fünf Glimmstengel
hab’ ich mir reingezogen
beim hasten durch Großstadtsgewühle

sechs Stunden zu Fuß
das Pflaster getreichelt
ich hab mir die Sohlen verbogen

ich fühl daß ich gar nichts mehr fühle
sieben Schritt noch
dann kann ich den Türgriff erfassen

ich hör’ schon
das trillernde pfeifen

gib acht ruft der Schaffner
mit blitzschnellem greifen
ich muß jetzt abfahren lassen

geschafft mit neun Sekunden Verspätung
beginnt ruckelnd die nächtliche Fahrt
ich wünschte ich hätte Begleitung

die mir das Alleinsein erspart

zehn Reisende
schlafen im dämmrigen Licht

ein elfter
der spielt mit sich Karten

die Zwölf gerade die Dame sticht
der Spieler
er scheint noch auf jemand zu warten

beim dreizehnten Läuten
der dampfenden Lok
tritt dieser Jemand ins Bild

jetzt sind wir vierzehn
davon einer mit Rock
und genau dieses Wesen
im schwingenden Kleid
das da schreitet im schlingernden Wagen
macht mich zu jeder Schandtat bereit
genau wie in jugendlich fröhlichen Tagen

nach fünfzehn
endlos scheinenden Räuspern
die klingen wie sechzehner Schmirgelpapier
schaff’ ich es
endlich rüberzuleustern
und frage verschämt
setzt du Dich zu mir

denn mit siebzehn
haben wir uns kennengelernt
es ist Liebe
haben wir beide gewusst
damals vor achtzehn Jahren
mit neunzehn hab’ ich
dann von ihr gemusst
es riefen mich Vaterlandspflichten

als dann verschwunden
des Krieges Gesicht
wussten wir nicht wo wir waren
wir trieben durch die zerrissene Zeit
landeten an zerklüfteten Ufern
wir waren für alles und jedes bereit
folgten sogar
fremdländischen Rufern

wir suchten und suchten
wir irrten umher
wir waren schon lang keine zwanzig mehr
wir hatten schon nicht mehr
daran geglaubt
uns jemals wieder zufinden

die Hoffnung sie lag
unter armdickem Staub
der plötzlich verflog
hier im Zug nach Dreilinden
.

©ee

Mondkinder

Mondkinder

glutrot klemmt die abendsonne an der kirchturmspitze
ihr sanftes lächeln wirft schatten in die weinberge
neugierige blätter die zum gebet sich falten
der ruf des kuckucks zaghaft aus der ferne
wellt hundertfaches summen langsam ein
der flug der mondkinder das nachtlicht suchend
erdbraun gekleidet ein taumelndes weben
den spitzenrock heben und schweben
die fächer nun spreizen
im surren nicht geizen
ein jauchzen der freude im kindermund

glückkäfer mondkinder summsemann
der maikäfermonat fing wieder an.

© Chr.v.M.

Die Sucherin.

Die Sucherin.

Ich suche das Ende vom Regenbogen.
Wälze mich durch Farben.
Im Colorrausch tanze ich
stumm zwischen lila und senfgelb.

Tauche in smaragdgrün
silberblitzende Fische
springen mir aus dem offenem Mund
zwischen Wahn und Erfolg ist es nicht weit.

So rutsche ich längsschräg
an der Liebe vorbei
kippe Tränenwasser aus
das die Mäuler nach Luft ringen.

Verschwappte Rosinenträume
und unterwegs im Abgleiten,
schneide ich Streifen in das Erfolspapier
und suche

mit dem großen Onkel tastend
das Standbein zwischen dem Ende
und vor dem  Anfang
des Regenbogens.

© Chr.v.M.

Schönheit . . .

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Schönheit . . .

Schönheit ist nicht zu bereden –
Schönheit ist nicht zu bemalen,
Schönheit ist nur zu erleben –
oftmals unter Liebesqualen.

Schönheit – das ist inn’rer Wert –
Schönheit das ist gold’ner Schimmer,
Schönheit sich nach innen kehrt –
für den Moment – und auch für immer.

Schönheit ist dein an mich denken –
Schönheit ist dein lieber Blick,
Schönheit – das ist dein mich lenken –
führt mich stets zu dir zurück.

Schönheit – das ist dein dich geben –
Schönheit ist das Glück in mir,
Schönheit ist mein in dir leben –
mein Streben stets nur hin zu dir.

Schönheit, mein Schatz – wird immer schön sein –
gleich, wie lang es sie schon gibt,
Schönheit ist wie Feuerschein –
solange man sich innig liebt.

© ee

Unser Besuch im Vareler Waisenstift.

Unser Besuch im Vareler Waisenstift

Wer kennt schon das Vareler Waisenstift – mal ehrlich, und Hand auf’s Herz – wer von Euch, die jetzt ganz laut Ja gerufen haben, war denn schon einmal da? Wer hat sich schon einmal die Mühe gemacht, eingangs Varel mit dem Fuß vom Gaspedal auf die Bremse zu wechseln – nein, nein – nicht weil er etwas zu schnell unterwegs war, und die Blitzfalle fürchtete – sondern um in dieses wunderschöne alte Gebäude reinzuschauen.

Den Besucher erwartet ein großartiges Zeugnis der Baukunst vergangener Jahrhunderte. Zum größten Teil schon sach-kundig, und mit Liebe zum Detail instand gesetzt, zieht es jeden Besucher unweigerlich in seinen Bann.

Man hat durch die Zeiten dem Gebäude Gelegenheit gegeben, seinem ursprünglichen Zweck treu zu bleiben.

Es bietet heute – wie schon vor vierhundert Jahren – Kindern in Not ein Zuhause. Mögen sich auch die Ursachen der Nöte gewandelt haben – die Verpflichtung zur Hilfe ist die gleiche geblieben. Radio-Jade war da – zur Weihnachtsfeier der kleinen und großen Bewohner. Mit uns war Wolfram Hohmann – der regionale Organisator der Aktion „Weih-nachten im Schuhkarton“. Einen Sack voll Schlickersachen schleppte er mit sich – als symbolisches „Dankeschön“ an all die vielen Kinder, die mit Begeisterung Päckchen gepackt haben – für ihre kleinen Freunde in aller Welt. Damit auch sie – und viele zum ersten mal in ihrem Leben – ein persönliches Weihnachtsgeschenk bekommen. Der Besuch war der Schlußpunkt unter den diesjährigen Schuhkarton – und gleichzeitig der Start für die Aktion

„Kinderzimmer entrümpeln“.©ee

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