Laut.

l eise


den wind einfangen
in eine tüte

mit beiden händen


wie er erschrickt
bei dem darauf klatschen

über das LAUT.

© Chr.v.M.

l ise


de buuster infangen
inne tütken

mit beide handjes

verjoch he sick
biet druphaun
över denn luut.

 © Chr.v.M.

ik snack platt-du ook ?

Eben noch…

Eben noch

Eben noch

den Frühling gespürt, buntgeträumt
durch Blütenschäumen aufgewirbelt
über erwachte Weinberge geweht
dann das Grün wachsen hören


hinter den Sandsteinmauern
kriecht das Efeu vom letzten Jahr
den Monaten hinterher
dämpft die Geräusche der Schmalspurtraktoren


grünblau der Himmel schweißdurchzogen
mit hochgekrempelten Ärmeln und schmalen Lippen
den letzten Rest Arbeit noch versprüht


in giftgelb unter den Rebstöcken
bebt das Ungeziefer bis zum Abendtod
eben noch


und nun Sommerheiß
platzt protzig das Reife.

© Chr.v.M.

ein neuer Tag.

Die Luft

s ie atmet Morgenkühle –
noch schläfrig von der langen Nacht.
Mach deine Sinne frei und fühle
wie einer über alles wacht.

Von Osten kommt ein gold’ner Schimmer –
kündet uns den neuen Tag.
So läuft es schon – von Einst bis Immer
begleitet nur vom Stundenschlag.

Wolken auch mal Schatten werfen –
die Welt mal grau in grau erscheint –
Wechsel uns die Sinne schärfen –
die Trauer uns auch mal vereint.

Doch größer sei die Heiterkeit,
wachsend stets aus frohen Herzen,
besiegt sie immer alles Leid –
so sanft wie warmes Licht von Kerzen.

©ee