Einblicke

Einblicke.

In deinem Schreiblabor
rechtsseitig gelagerte Worte
und aufgeschichtet Sätze

ordentlich gestapelt
damit links
das Herz noch Platz hat.

© Chr.v.M.

ein früher herbstmorgen

am morgen…

herbstmorgen

ein früher herbstmorgen müde noch im tagesahnen vor staunenden augenfenstern
bis ein rauschen über laubbaumwipfel fährt und der herbst mit goldenen fingern erste herbstschatten zaubert
auf purpurkronen zwischen aufgescheuchten äste wiegen sich junge birken standhaft in zartem grauweiß

nur das hell hinter den stämmen atmet schwach wie das schweigen und harren vor dem kommenden winter und dahinter wie ein spiegel liegt kühlblank der see mit der andächtigen morgenstille des beginnenden tages

dort klatscht ein trugbild ins wasser mit den himmelsbewegungen unsere sehnsucht gemalt auf wellen

© Chr.v.M.

Der Herbst zieht ein . . .

Photo by Pixabay on Pexels.com

Der Herbst zieht ein . . .

D ie Strassen sind wie leergefegt
die Blätter segeln von den Bäumen
Reif sich auf die Wiesen legt
Natur die hat jetzt Zeit zu träumen

Die Tage bekommen Magersucht
die Nächte werden länger
ab und an noch Sonn’nschein huscht
der Wind wird täglich strenger

Laub raschelt unter flinken Füßen
die eilends hin nach Hause streben
der Winter läßt schon herzlich grüßen
läßt schon an weißer Decke weben

Aus Kaminen kräuselt Rauch
malt stille Bilder an den Himmel
ich frage mich – fragst du dich auch
wo ist das sommerlich Gewimmel

Wo sind die fröhlichen Gesichter
wo ist die helle Sommernacht
wo sind die strahlend bunten Lichter
die uns so süße Freud’ gebracht
.

©ee

Himmel . . .

Himmel . . .

Himmel – das ist endlos blau –
Himmel – das sind weiße Wolken,
Himmel – das ist liebend Frau –
Himmel – das sind schwarze Kolken.

Himmel – das ist kalte Leere –
Himmel – das ist roter Brand,
Himmel – das sind Himmelswehre –
Himmel – das ist heißer Sand.

Hast den Himmel du erfahren –
ist die Welt für dich ein Spuk,
auch nach langen, langen Jahren –
ist Himmel stets für dich genug.

Schaust du deine Lebenspfade –
hinter dich – getreten breit,
denke nur – es wäre schade –
hätt‘ dich der Himmel je gereut.

Drum halte diese bunten Bilder –
ganz fest in deinem Herzen drin,
sie sind des Fühlens starke Schilder –

ohn‘ sie ist Leben ohne Sinn.

©ee

Sommerende

Der Himmel zeigt die erste Röte –
verschämt noch und erst zögerlich
ein Vogel zwitschert gleich ’ner Flöte
es klingt verhalten heimatlich

Tautropfen blinken tausendfach
Sind wie das Heer der Sterne
wohl in dem grünen Blätterdach
in armesweiter Ferne

der Nebel steigt in breiten Bahnen –
aus tiefen Schluchten licht empor
das sind des Nachtgeist’s Heeresfahnen
sie streben zu des Himmels Tor.

Sie ziehen auf zur letzten Schlacht
bis sie ermattet fliehen
und weichen dann der Sonne Macht
die sie friedlich läßt des Weges ziehen

©ee

Erneuerung…

Photo by Sebastian Voortman on Pexels.com thank you.

Die Gemeinde Sande geht ihre Erneuerung an.
Im Dorf verwurzelte,
bekennende Bürger
unterstützen Verwaltung und Planer dabei.

Man trifft sich
und redet Gedanken heraus–
entwickelt, erörtert und visioniert,
was auf gleichem Gebiet woanders passiert.

Man müht sich der Kommune ein Gesicht zu geben,
und sie zu kleiden nach dem neuesten Chic –
mit dem sie sich zeigen kann im weiteren Leben,
um zu erhalten der Einwohner Glück.

Mit dem sie bestehen kann
gegen die Nachbarn,
die ständig flanieren um Gönner zu finden,
um flüchtiges Kapital an sich zu binden.

Die fleißig nach eigener Größe streben,
um hintenherum ihre Netze zu weben.
Denn links liegt die schon etwas alternde Diva,
die heimlich durchläuft manche Frischzellenkur.

Ihre Fältchen kaschierend mit Vitaviva,
um jung zu erscheinen mit gekaufter Natur.
Während rechter Hand heimlich ein Mädchen gereift,
das die Blumen im Haar längst gegen ein Krönchen getauscht.

Das übers Parkett
der Bestimmenden streift
und selbstbewusst an den Türen
der Mächtigen lauscht.

Um gegen diese Konkurrenz zu bestehen –
um eignes Profil zu wahren und stärken –
lasst frischen Wind durch Sande wehen.
Dann habt ihr Erfolg bei eurem Werken.

© ee

Über den Wolken, dem Himmel so nah‘ …

Über den Wolken, dem Himmel so nah‘ …

an der Straße zwischen Sande und der Gödenser Neustadt  gibt es in der zerklüfteten Landschaft außer  unzähligen aufgeschütteten „Sandbergen“ auch noch anderes zu sehen

S ie schweben so leicht durch bläuende Lüfte –

dem Himmel so nah,

und doch weit entfernt –

sie tänzeln hoch über die erdlichen Klüfte,

als hätten sie von den Engeln das Fliegen gelernt.

© ee