Apriltage.

Apriltage.

In Blau versinken Wolkenherzen
Nordwinde spielen sacht und locken.
Auf Blumenkopfschmuck liegt ein Scherzen
im Blütentaumel die Natur.
Der Wind erfasst´s, macht die Rasur.

Auf allen Bäumen Spatzen hocken
sie schimpfen, wann wird`s wieder trocken
April macht doch nur was er will
und plötzlich wird ganz still der Wind
den drüben dort, da lacht ein Kind.

Die bunten Gummistiefel platschen
in großen Pfützen, Händchen klatschen,
denn jedes Wetter ist doch schön,
mußt`s nur durch Kinderaugen sehn.
In Blau versinken Wolkenherzen.

Nordwinde,
Wolken,
Blumen,
Scherzen

April,
April ….

© Chr.v.M.

Zwischenwelt . . .

Zwischenwelt . . .

Der Himmel um mich
wurde blasser ,

mich zog es –
ich weiß nicht warum –
ich mußte ans Wasser ,
mein Fühlen war krumm
.

Natur mußte mich
mit Natur erschlagen –
ich konnte den Alltag
nicht mehr ertragen .

Die Wellen der See –
sie nahmen mich fort –
sie trugen mich endlich
an den seligen Ort.

Die Farben des Himmels,
sie stimmten mich leise,
ich sah die Beschwernis
auf andere Weise.

Doch plötzlich
da zog ein Nebel davor,
und ich stand wieder kalt
in des Lebens Tor …

… ich für mein Teil
liebe nichts wohl so sehr
wie eine wildbewegt‘ See –
wie ein lebendes Meer.

© ee
ewaldeden

Wenn sie Rollschuhe fahren die Engel.

Wenn sie Rollschuhe fahren die Engel
das es grollt, platzt der Himmel in Grau
aus allen Nähten prasselt das Nass
bildet blubbernde Rinnsale –

Auf durchgeweichten Wiesenhängen
schnappen Regenwürmer nach Luft,
dazwischen klemmen gelöste Blütenblätter
über dem Erdwall.

Im Wunsch den Berg hinunter
verschluckt sich der Gulli,

Wegabwärts grell erleuchtet,
vom Blitz wie getroffen
verstummt die Welt
bis das Klopfen auf hört
und der Nebel aufsteigt
mit feuchten Socken –

und sich in den weinenden Bäumen
verfängt. © Chr.v.M.

Regentropfen …

Regentropfen …

In unserer Nachbargemeinde steht am Ems-Jade Kanal ein wunderbares Bauwerk aus Fräulein Marias Zeiten – Altmarienhausen. Eigentlich sind es nur die Reste von dem alten Vorwerk, die da so schön im Land stehen.

Das Bauernhaus, das auf der Warft dem Turmbau gleich gegenüber liegt, das ist in späteren Jahren errichtet worden. Als Domänengut war es durch die Zeiten an Landwirte verpachtet.

In langen und schweren Jahren waren diese Güter stolze Bauernhöfe.

Aber wie es dem Land und den Bauern so ergangen ist, in der leichtflüchtigen Neuzeit – das Auskommen mit dem Einkommen wurde immer schwieriger. Wer sich von den Landbewirtschaftern nicht von der und für die Masse verbiegen ließ, der konnte bld auf seiner Landstelle verhungern.

So wurde schließlich auch diese Domäne aus Staates Besitz ausgemustert und an einen neuen Eigentümer verkauft.

Dadurch erhielt man in Oldenburg bzw. in Hannover ja wieder Geld für die eine oder andere neue Staatskarosse.

Irgendwelche Amtspersonen haben es ja gewiß nötiger, mit einem blitzenden Stern auf vier Rädern durch die Gegend kutschiert zu werden, als so ein paar hungrige Landleute ein Leben ohne Not.

Gleich auch wie – die Domäne hatte einen neuen Eigentümer und war ja nun auch keine Domäne mehr.

Von der alten Pächterfamilie stand nur noch eine Tochter im Leben. Sie hatte dort immer noch ihr Zuhause. Die Hofstelle bot ein Bild, des einfachen Friedens. Das Fleckchen Erde war für viele Besucher ein Ort zum verpusten von der Hast des Alltags – ein Paradies in einer ansonsten wüsten Welt. Mit einer kleinen, aber feinen Teestube neben dem Turm, und draußen mit vielem bunten Federvieh in allen Größen und Farben. Zur Freude für die Menschen, die die Hofstelle besuchten.

Der neue Eigentümer hatte aber nun eine Menge Freunde, die allesamt scharf auf diesen blanken Stein waren.

So stellte man höheren Ortes flugs ein Brett auf, um dass die Begehrenden sich versammelten und teilte das Ensemble auf dem Papier auf.

Der eine Part reklamierte die große Scheuer für seine Belange um darin irgendwelche Belanglosigkeiten aufzustellen – im Aufstall fand eine historische Schmiede aus einem anderen Ortsteil der Gemeinde ihren Platz und die Nutzung der kleinen Teestube blieb bei der Alt-Pächterstochter.

Vermutlich saßen im Kontor des neuen Eigentümers aber Leute, denen allesamt das Mittelschott in der Nase fehlte.

Wie anders soll man es sich erklären, dass in der großen Scheune unter der maroden Bedachung über der Ausstellung ein teures Zeltdach zum Schutz gegen die Unbilden der Witterung eingezogen wurde. Jetzt bröckelt und rieselt es vom rötterigen Scheunendach ständig und unablässig auf das Zeltdach hernieder.

Jeder Mensch mit ein wenig Platz fürs Denken im Kopfe hätte doch gewiß für die nicht wenigen Taler, die das Zeltdach gekostet hat, das Scheunendach in Ordnung bringen lassen. Wie ich schon sagte, das fehlende Mittelschott in der Nase.

So, oder fast so sieht es beim Teestubendach auch aus. Kürzlich saß ein Kreis von weiblichen Mitgliedern des Landvolkvereins um die große weiß gedeckte Tafel versammelt, um bei Kaffe und Kuchen einige wichtige Dinge zu bereden. Daran kann nun jeder sehen, dass die Pächterstochter eine weltläufige Wirtin ist – in der Teestube wird nämlich auch Kaffee ausgeschenkt.

Minna Südhoff, die Vereinsvorsitzende, malte gerade mit farbigen Wörtern bunte Bilder von Regen auf verdorrtem Land – ihre letzte Reise hatte sie in den Sudan geführt – als es draußen mit einem gewaltigen anfing zu regnen. Als wenn es aus Eimern geschüttet wurde, so fiel das Wasser aus den Wolken. Man stelle sich den weißen Kaffeetisch vor, mit dem braunschwarzen Kaffee in dem teuren Porzellan – und von der Decke tropft das Wasser in die Tassen.

Niemand wusste angesichts eines solchen Malheurs so recht etwas zu sagen – nur Minna Südhoff, die hatte mal wieder alles fest im Griff. Sieh an, kam von ihr, nun könnt ihr die Ungerechtigkeit in der Welt sehen. Im Sudan vertrocknet die Natur, und hier pinkelt uns der Herrgott in unseren Kaffee.

©ee

ewaldeden©2013-01-13

Bild von Tom Chen auf Pixabay

selbstverständlich in Platt auch hier :

https://christinvonmargenburg.blog/schrievhuus/schrievhuus-poesie-erzaehlungen-liedtexte2/

Eine Sache die mich umtreibt …

Eine Sache die mich umtreibt …

Wo hat Er bloß die vielen Ecken
Schubladen und Regaleböden,
um all die Wetter zu verstecken
vom Herrgottsschön zum Nebligschnöden,
wenn Er sie grade mal nicht braucht?

Der Himmel als sein Lagerhaus
ist doch ein endlos runder Bau –
da sieht man doch die kleinste Maus.
Das weiß doch selbst ein Schweinchen Schlau –
wenn’s quiekend durch die Suhle kraucht.

Ich hege stets aufs Neu’ die Ahnung,
daß Er ein bannig kluges Wesen –
das trotz aufgeräumter Wohnung
ein heillos krauses Wetter macht –
ganz so, als wär’s von Hand verlesen.

© ee

Sichtweisen

Sichtweisen

Weichfließendes verschwimmen.
Wellenlinien, zarte Konturen
von freiatmenden Bergen
und Himmelsglänzen.

Fransige Spitzen die sich küssen,
Kitzelwolken im leisen vorbeiflug
eine Umarmung,
die ein Lächeln erzeugt.

Zwischen kichernden Sonnenstrahlen
amüsiert sich der Tag.

© Chr.v.M.

Softe fluanta
disiĝo,ondolinioj,
delikataj konturoj
de libere spirantaj montoj
kaj ĉielobrilo.

Torditaj pintoj interkisiĝantaj,
tiklonuboj.
En lanta preterflugado
ĉirkaŭbrako estiganta rideton..

Inter subrIdetaj sunobriloj
amuziĝas la tago.

© Chr.v.M.

deutsch – esperanto

bleibst du nun ?

Bleibst du nun ?

mit der leichtigkeit des windes
kräuselt sich das blau der wälder
mit dem spieltrieb eines kindes
schiebt er kräftig grün auf felder

taumeln schatten unter bäumen
taut das harz in allen stämmen
windfinger die äste kämmen
wolken stumm am himmel schäumen

gelb das licht die stunden ziehen
und die wiese träumt vom blühen
bis das blau die wälder kräuselt
und der tag dem frühling säuselt

bleibst DU nun ?

© Chr.v.M.