Sichere Gefühle…

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Sichere Gefühle . . .

D er Wind, die Wolken, die Einsamkeit
der Strand, die Dünen, das Meer so weit
die Spur deiner Füße am Wassersaum
sie sind deine Zeichen – ich sehe sie kaum

ich ahne das flüchtige Leben
das ewig nach Geborgenheit streben
geborgen an des Liebsten Brust
von Zärtlichkeit umfangen

ich weine weil du gehen mußt’
wohin bist du gegangen
die Wolken nahmen mein Schauen mit
der Wind mein heimliches Rufen

der Mond gab Trost mir – wenn ich litt
wenn ich wartete auf den Stufen
der Treppe zum Himmel der Zweisamkeit
die Zweisamkeit – die dort uns vereint

zu allem mein Engel bin ich bereit
dass endlich das Glück mir erscheint.

© ee

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Hochwasser.

 
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Hochwasser.

W o ist der große Menschengeist
wenn Wasser alles niederreißt
wenn Natur zurückerobert
was Unverstand ihr abgekobert

Brücken brechen
Häuser wanken
Strassen werden fortgespült
mit
Sandsackbarrierenschranken
der Strom – wie Mensch mit Karten – spielt

Autos werden wie Hinkelsteine
vom Wasser hin- und herbewegt
gesichert Gut
trotz fester Leine
wird einfach so hinweggefegt

wenn alles recht und hübsch zerstört
Natur ist wieder friedlich
die Masse dann zum gaffen fährt

und findet’s auch noch niedlich.

© ee 2005

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oder so : an der Elbe.

M uskelkater im Gepäck
die Müdigkeit unter den Schuhen,
die Ahnung von Verlorenem
hallt nach,
Verzweiflung und Mut
gaben sich zwischen den Sandsäcken
die Hand.

Auf dem Schlamm
rutschte die Hoffnung mit dem Wunsch
Richtung Politiker:
Vergeßt uns nicht,
vergeßt uns hier nicht,
leidet nicht wieder
an der Hochwasserdemenz.

© Chr.v.M. 

und es geht wieder los…

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Die Stille…

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Die Stille…

Die Stille in den Gründen –
so unbeschreiblich laut –
ist nur zu überwinden
von jemand der sich traut.

Das Dunkel in den Nachten –
so hell und sternenklar –
ohn’ Schad’ es zu betrachten
gelingt nur dem der wahr.

Das Denken in den Köpfen –
so wirr wie Mohrens Kraus’–
in glatte Wört’ zu flechten,
das wär ein Ohrenschmaus.

Die schweigend’ Klag’ der Lämmer –
wenn zur Schlachtbank sie geführt –
find’ nirgends seine Hemmer,
hat nie ein Herz gerührt.

Das schnelle fließ’ der Wasser –
vom Quell bis hin zum Meer –
es dienet Freund und Hasser,
tut jedem gleich und keinem mehr.

Die Wolken in den Lüften –
in vielen Tönen grau –
um die Erd’ sie driften
vor der Sphären Blau.

Der Mensch mit seinem Sinnen –
so klug kommt er sich vor –
jedoch bei all‘ Beginnen
erweist er sich als Tor.

©ee

Foto dank https://pixabay.com/de/

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Vergänglichkeit . . .

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Vergänglichkeit . . .

Nebel herrscht wie im Schattenreich
die Bilder verwischen
unendlich und weich

Außendeichs tutet ein Nebelhorn
es klingt so verloren –
mal achtern, mal vorn

du siehst nicht
wo Wasser und Land sich vereinen
an Gräsern hängen Tropfen
als würden sie weinen

man hört seine
eigenen Schritte nicht mehr
es ist alles versunken
im Nebel so schwer

du weißt nicht wo’s lang geht
die Zeit – sie steht still
als wenn sich Gott Neptun
die Welt holen will –

die Welt holen –
heim in sein Schattenreich
in dem Gut und Böse
auf ewig sind gleich.

© ee

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Schon vergessen ?

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Schon vergessen ?

A uch das Meer besteht aus Tropfen
wie alles Naß auf dieser Erde
selbst wenn wir alle Quellen stopfen
doch immer wieder Leben werde

regnen Wolken – fließen Tränen
schmelzet Eis und wallet Blut
selbst wenn wir uns im Himmel wähnen
stürzt auf uns nieder Höllenglut

und immer ist es Lebens Feuchte
die uns erlöst aus aller Qual
es ist des Regenbogen Leuchte
es ist der Liebe Lichtfanal

selbst wenn aus Wasser Eiseshärte
selbst wenn das Blut bedeutet Tod
die Hoffnung ist der Weggefährte
führt uns hinaus aus tiefster Not
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© ee

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Töne bei

Wahrheit ….

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Wahrheit ….

P reis der Klarheit ist die Wahrheit,
das ist aber ‘ne knappe Währung –
weil, beliebter in der Welt
ist doch vieler Arten Geld.

Ob es schmutzig oder blutig,
ob es reingewaschen ist –
ob es ist der Lohn für mutig
oder der Preis für Hinterlist.

Ob es des Rauschgifts Goldsalär,
das füllet vieler Dealer Säcke –
oder vieler Waffen mehr,
die stärken Völker Mörders Fräcke.

Man nimmt es weil man machtbesessen,
und jedes Maß verloren hat –
von Geldes Gier total zerfressen,
lechzt Mensch nach mehr, als Nimmersatt.

© ee

Wanderer…

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Wanderer, es gibt nicht Weg
noch Stock noch Stein –
es gibt nur Sein.

Wanderer, es gibt nicht Erde,
es gibt nur Steg
der Ziel dann werde.

Geh’ nur hinüber – find’ das Leben,
das dir vom Schöpfer ward gegeben.
Tritt nur nicht fehl bevor’s erreicht,
sonst bist du schnell vom Tod gebleicht.

Liegst als Geripp’ an Weges Rand
mit gespenstisch’ knöchern’ Hand –
die nicht mehr greift, die nicht mehr packt,
weil gebleicht’ Gerippe nichts mehr zwackt.

© ee

 

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Einfaches Glück …

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Einfaches Glück …

D ie Luft ist ein einziger lieblicher Hauch,
jeder Atemzug ist süßes Geben.
Jeder Augenschlag ist wie blühender Strauch,
er schenkt dir ein Wissen um Leben.

Ein Wissen um Leben der lieblichsten Art,
ein Wissen um Leben in Güte –
es ist dir, als hättest du um dich geschart
des Lebens berauschende Blüte.

Das Licht ist ein einziger strahlender Raum,
ein strahlender Raum in der Weite –
das Licht ist die Frucht am blühenden Baum,
ich wünsch’ daß es dich ewig begleite.

Das Fühlen ist süßer traulicher Schmerz,
das Fühlen des Ich in dem Ander’n –
das fühlen ist stürmisch klopfendes Herz,
wenn du es fühlst, dann lasse es wandern.

© ee

Küstendörfer …

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Küstendörfer …

D örfer wie Perlen aufgereiht
auf grünem Band – an Deiches Fuß
im Groden hell der Kiebitz schreit
es klingt wie froher Göttergruß

Mit Tönen wie aus fernen Tagen
die Brandung an die Dünen schlägt
man sieht die Wellenkämme nagen
an Strand und Deichen – unentwegt

Der alte Hafen ist Geschichte
du spürst sie auf marodem Kahn
wenn du im fahlen Abendlichte
verlierst dich in des Mondes Bahn

Es riecht nach Teer und heißen Gläsern
gefüllt mit Rum und Ingwerwein
der Wind, er spielt in harten Gräsern
wenn abends fällt die Nacht herein

In dem Krug am Hafentore
ein alter Maat die Quetsche zieht
er singt von Sehnsucht und Amore
ein herzergreifend’ Liebeslied

Alles lauscht gebannt den Tönen
und fühlt die Zeit im Raume steh’n
wenn er erzählet von den Schönen
die er in aller Welt geseh’n

Der Mond zieht weiter seine Runde
am Hafen löscht das letzte Licht
zum Abschied tönt aus Wirtes Munde
gut’ Nacht ihr Leut’ – vergeßt mich nicht

© ee

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Lied TEXT bei Ewald Eden.

Unser Leuchtturm.

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Unser Leuchtturm …

F ünfundfünfzig lange Jahre
hielt er die Wacht bei uns im Watt
dann machten ein paar nicht ganz gare
ihn über Nacht ganz einfach platt

er stand noch nicht einmal im Wege
bei dem was dort als neu entstand
und mit ein klein bißchen Pflege
wär er ein Schmuckstück für das Land

doch leider hat man ihn vernichtet
als zu gering fürs Gnadenbrot
obwohl er gerne noch berichtet
von Seemannsfreud und Wassersnot

einzig den Kopf mit der Laterne
den findet man weitab vom Meer
in Münchens weiter Baziferne
wiegt das Interesse nicht sehr schwer

drum lassen wir sie hoch und leben
die hohlköpfige Beamtenschar
denn taube Nüsse wird’s noch geben
wenn wir schon lange nicht mehr da.

© ee

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