Die Nacht

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Die Nacht ist Nacht

ist kalt und leer
irgendwie fehlen die Sterne
die Nacht ist heut so lichterleer
so mondenlos und seelenkalt
man hört kein Käuzchen sehnen

man fühlt kein Bäumchen
früchteschwer
sich unter lieb’ Gedanken dehnen
man spürt nicht Wärme sich verbreiten
nicht Hände suchend tasten

man ahnt nicht Mund
zum Munde gleiten
man hört nicht Herzen zitternd hasten
man sieht nur
dunkle schwarze Schwärze

dunkle Schwärze ohne Ränder
nichts, wonach man könnte greifen
kein warmes Licht
kein’ helle’ Bänder
man kann nur Finsternis durchstreifen

man kann nur irren blind umher
mit Hoffnung
auf den neuen Morgen
der Nacht ertränkt
im Sonnenmeer
.

© ee

Mondscheingärten.

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P lätschernde mondscheingärten
über sternen bestickter nacht
hängt aufgebläht
der mandarinenmond überreif
zwischen mondscheingärten.

im dunst der dunkelheit
ein schweben
flüsternde stimmen
luftleicht getragen
über tanzende kanalwellen .

ein celloton
dort im vibrierend
geballt in rosa schaumkronen
ertastetes
zwischen gefiltertem laternenlicht.

hier ist mir
wie engelsingen
körperloser stimmen

Dein zeh wippt nackt den takt.

© Chr.v.M.

Nachtküsse.

über dir
und mir
schweben wattebällchen
kuschelweich

zwischen dem strahlenden blau
des himmels pastellzart gehaucht
und hoch oben in den baumkronen
wippen schaumwolken.

lass uns eine fangen
ausruhen darauf
sanft deckt die sonne
uns dann zu

und wenn es dunkel wird
tupfen wir kleine sterne
an das himmelszelt
und du malst mir einen mond

mit deinem mund.

© Chr.v.M.

Nachtgeflüster –

Nachtgeflüster –

zwischen flackernden Kerzen,
am schillernden Himmel des Lebens –
in den Tälern der irdischen Liebe
lausche den Tönen mit offenem Herzen –
sonst lebst du dein Leben vergebens.

Nachtgeflüster –

in den Gärten das Sehnen gesucht,
unter blühenden Bäumen
im flüsternden Gras –
in der Begleitung von Träumen
die süß oder manchmal verrucht –
versteckt in rosigen Schäumen
wird jede graue Erinnerung blaß.

Nachtgeflüster –

in samtweichen Armen,
die dich umfangen wie südliches Meer –
sich zu lösen aus diesen warmen
Gefühlen fällt jedes Mal unendlich schwer
.

Nachtgeflüster –

leicht wie gelinde wehender Hauch,
als wenn ein Vogel über die Dünen streicht –
dann stillverharrend im Dornenstrauch
einem Bild aus dem Buche der Märchen gleicht –
er schweigend im Mondlicht über die Weiten späht,
in denen seit uralten Zeiten
als Weiser der knuffige Leuchtturm steht.

Nachtgeflüster –

schmeichelt den Ohren,
dringt tief in die Winkel der Seele –
man fühlt, und man hat sich geschworen
wie sehr einer dem anderen fehle.
So zieht mit dem Wissen
um das ewig verbunden,
und mit den letzten geflüsterten Küssen,
der erwachende Tag seine Runden
.

© ee 2005