Nachtküsse.

über dir
und mir
schweben wattebällchen
kuschelweich

zwischen dem strahlenden blau
des himmels pastellzart gehaucht
und hoch oben in den baumkronen
wippen schaumwolken.

lass uns eine fangen
ausruhen darauf
sanft deckt die sonne
uns dann zu

und wenn es dunkel wird
tupfen wir kleine sterne
an das himmelszelt
und du malst mir einen mond

mit deinem mund.

© Chr.v.M.

Nachtgeflüster –

Nachtgeflüster –

zwischen flackernden Kerzen,
am schillernden Himmel des Lebens –
in den Tälern der irdischen Liebe
lausche den Tönen mit offenem Herzen –
sonst lebst du dein Leben vergebens.

Nachtgeflüster –

in den Gärten das Sehnen gesucht,
unter blühenden Bäumen
im flüsternden Gras –
in der Begleitung von Träumen
die süß oder manchmal verrucht –
versteckt in rosigen Schäumen
wird jede graue Erinnerung blaß.

Nachtgeflüster –

in samtweichen Armen,
die dich umfangen wie südliches Meer –
sich zu lösen aus diesen warmen
Gefühlen fällt jedes Mal unendlich schwer
.

Nachtgeflüster –

leicht wie gelinde wehender Hauch,
als wenn ein Vogel über die Dünen streicht –
dann stillverharrend im Dornenstrauch
einem Bild aus dem Buche der Märchen gleicht –
er schweigend im Mondlicht über die Weiten späht,
in denen seit uralten Zeiten
als Weiser der knuffige Leuchtturm steht.

Nachtgeflüster –

schmeichelt den Ohren,
dringt tief in die Winkel der Seele –
man fühlt, und man hat sich geschworen
wie sehr einer dem anderen fehle.
So zieht mit dem Wissen
um das ewig verbunden,
und mit den letzten geflüsterten Küssen,
der erwachende Tag seine Runden
.

© ee 2005

die Nacht

Die Nacht …

Die Nacht ist Nacht
ist kalt und leer
irgendwie fehlen die Sterne
die Nacht ist heut so lichterleer
so mondenlos und seelenkalt
man hört kein Käuzchen sehnen
man fühlt kein Bäumchen
früchteschwer
sich unter lieb’ Gedanken dehnen
man spürt nicht Wärme sich verbreiten
nicht Hände suchend tasten
man ahnt nicht Mund
zum Munde gleiten
man hört nicht Herzen zitternd hasten
man sieht nur
dunkle schwarze Schwärze
dunkle Schwärze ohne Ränder
nichts, wonach man könnte greifen
kein warmes Licht
kein’ helle’ Bänder
man kann nur Finsternis durchstreifen
man kann nur irren blind umher
mit Hoffnung auf den neuen Morgen
der Nacht ertränkt im Sonnenmeer
.

©ee

Bild von Harut Movsisyan auf Pixabay

Nachtleben

Bild von Bernd Hildebrandt auf Pixabay

Seemanns Landgang

I m Taumel der Liebe
trunken vor Lust
ob es so bliebe
hätt’ er’s nur gewußt

In nachtheißen Stunden
sich schlingende Leiber
hat man sich gefunden
der Trieb und der Treiber

Schweißnasser Körper Dämpfe
in brennendkaltem Neonlicht
es finden statt die Kämpfe
die er zu Hause hält für Pflicht

Nach schaurig süßen Stunden
in bunter Sinnennacht
hat oft schon er empfunden
dass hinter ihm man lacht

Er läuft mit hohlen Beinen
im Kopfe nur noch Stroh
er möchte von sich meinen
er würde nie mehr froh
.

©ee

Friesische Sommernacht

Bild von jwvein auf Pixabay

Friesische Sommernacht.

Der Mond versilbert den nächtlichen Himmel,
ein Uhu streicht in lautlosem Flug.
Von See herüber klingt leises Gebimmel
über den Bäumen die Gänse in schnatterndem Zug.

Am Ufer des Weihers die ruhende Mühle
reckt schweigend die Flügel in samtweiche Luft –
vom Grunde des Baches steigt fächelnde Kühle,
geheimnisvoll krächzend ein Nachtvogel ruft.

Die Stimmung ist leicht wie eine fröhliche Seele,
ein Ahnen von endlos trägt sie vor sich her –
befreit für Stunden von des Tages Krakeele,
und legt schweigend sich über Marschen und Meer.

©ee

Mondscheingärten

Bild von Gerhard Gellinger auf Pixabay

p lätschernde mondscheingärten
über sternen bestickter nacht
hängt aufgebläht
der mandarinenmond überreif
zwischen lächelnden himmelsfalten.

im dunst der dunkelheit
ein sanftes schweben
schmal flüsternde stimmen
luftleicht getragen
über tanzenden kanalwellen .

ein celloton dort
bunt im vibrieren
geballt in rosa schaumkronen
augen ertastet
zwischen gefiltertem laternenlicht.

hier ist mir wie
engelsingen
körperloser stimmen
mein zeh wippt nackt
den takt.

© Chr.v.M.