unser Kinderhäuschen.

000 Hasso

Hasso lehrt de Welt kenn’n . .

 Dat eerste Schlikken un de Röäk van sien Moder hett he in een warmen Welt spöört. Noa een poar Doagen – as he dat eerste moal so’n bietji ut sien Oogen luustern kunn – seech he disse warme Welt. Een grooden Wilgenkörf – utpolstert mit een dikket wittet Schoapfell. Sien Moder leech dor lang in. Fief anner lütt Hömels, de aal netso utseegen as he, tapsen dor ok noch rüm. Särß Kinner har sien Moder krägen.

Fief Geschwisters mit de man sükk verdroagen muß – wat schull dat noch gääven.

Na joa – Melktankstäen har Moder joa genooch.

Sien Tapphoahn wee de tweete van loots vörn. Dor gung nümms anners bi – jedereen har sien eegen Zitze.

Üm de Verfläägung geev dat denn eers moal keen Meut.

Dat anner wür sükk sass all finn’n.

Ätenfoaten wee de eerste Doagen noch reschkoapen stuur – Wenneer see dat achter sükk harn, mussen see ok nödich wäär schloapen.

See harn keen Tied, sükk to taagen.

Noa good veertein Doach seech dat all heel anners ut. Jedereen wull weeten well de starkste wee – dor muß man sükk all behaupten.

Dat wee een trüllern un jiepsen in de groode Körf – wo Moder dat blods uthull.

Wenneer hör dat toveel wuur, geev dat ok all moal een achter de Ohrn. Ov Moder leet wat hörn, wat gannich frünnelk klung.

Dat harn see aal mitnanner gau spitzkrägen.

Hör lütji Huus wee eens Mörgens nich mehr groot genooch.

Neeschierich as so’n lütten Hönermors mussen see kieken, wat dat anners noch geev as Wilgenkörf, Schoapfell un Moder.

Djiiiee…., buten vöör hör lütji Huus wee dat man bannich glatt. Dat gliem hör so bruun un blengerich an.

Noaderhand hett he to weeten krägen, dat sien Minschen dor Parkett an särgen. Een komischen Noam vöör so’n Ding, dat nich jaueln un bläken kunn. Keen bäten bewägen de dat Parkett sükk – kunn mam joa nichmoal mit jachtern. Leech eenfach blank un stief up de Grund, un leet sükk van jedereen mit Footen begoahn.

Dat kunn hüm nich ankoahm’n – meen he. Wo foaker hüm in sien Lääven noch Footen tomööt koam’n würn, dat kunn us lütt Hasso to disse Tied noch nich weeten. Man good so – anners har he

säker keen Spoaß mehr an siene Kindheit hat.

Dit belääven is joa man noch een Settji hen – he is joa man eers ankoam’n in disse Welt.

Wat givt dat aal to erkunn’n un ruttofinn’n.

An de eerste Stäe steit up Stünds noch bi Moder Kraft hoaln un schloapen, oaber dat schall sükk dries ännern.

Een poar Wäken is he joa eers in d’ Paradies.

So kikkt he sien lütji Welt an – in de dat so moi schulich is. Un in de dat jümmers so moi pingelt un klöätert – wenn man irgendwons an lukkt.

Is dat to foast wääden, kummt ok woll moal een langen Stäel mit fusselich Hoar an d’ ünnerst Ennen achter een to.

Oaber denn kann man moi in Moder rinkrupen un sükk verstäken – un niks passeert.

As ik all sächt hebb – een poar Wäken.

Dat word lächt – de Nacht is vöörbi. De Sünn blenkert so moi över dat Parkett – an disse Noam hett he sükk nu all wäänt – is up Schlach een annern Stimmung in d’ Huus.

Doagenlang sünd fröäm Gesichters üm hör to – jachtern mit de een ov anner – tiern sükk komisch – un sünd wäär wäch.

Un jedetmoal fäält ok een van sien Süsters ov Broers.

Vörmörgens sünd wäär Jachtergesichter in d’ Huus. He luurt heel sinnich achter Moders Been vöör – un schwupps, is he in düstern.

Aal fiepen un kraben nützt niks – dat blivt düster.

Dat schlengert un schokkelt – wenn he wuß wat een Achterboahn is, kunn he dat woll doarmit verglieken.

Blossich – Achterboahn’n sünd hüm in sien lütjiet Lääven noch nich över d’ Padd lopen. Un Hundetransportkörven sünd hüm ok noch nich tomööt koamen.

So weet he gannich wat los is – he weet nur dat he Moder nich finn’n kann.

Rüken deit dat so oarich – sien fiene Nöäs sächt hüm ok niks bekannts.

In sien Ohrn kruupen fröäm Stimm’n. Een dunkeln, een ‘n bäten wat hellerder – richtich melodisch – un een poar Jichterluuden. Üm sien düster Veerkant moot bannich wat loswääden.

Harrijeses – he moot sien Oogen tokniepen.

Van düsterschwaart is dat so up een Schlach hellerlächten Dach. Dat Dakk van sien Schapp is wäch. Sien Oogendeckels goaht so’n spierke noa boaben – dat he man jüüst een bäten lustern kann. Weeten wat dor los is, dat will he nu doch. Een Been up d’ Kant – dat tweede – un schwupps is he buten.

Hhmm…, nich verkeert. Hier is joa ok so’n moiet wittet Schoapfell.

Oaber groot – een büld grötter as bi sien Moder. Sowiet as he kieken kann – dikket wittet Schoapfell.

Keen Blankparkett, up dat man nich moal bremsen kunn, wenn d’ nödich de.

Dat wee good. Sien lüütji tapsich Footen sett he sinnich een vöör de anner. Mit rechter Ohr genau henhörn – mit linker Ohr genau henhörn – de Nöäs gung stilkens in aal Richtungen. Niks wat hüm bekannt vöörkeem – un dat grieselichste – he kunn Moder nich finn’n.

Up dat ganze groode dikke witte Schoapfell nich.

Sien lüütji Kopp gung noa ünnern, un he kroop wäär in sien düster Veerkant rin. Hier binnen wee tominnst noch een bietji Röäk van sien Moder.

He keer sükk nich an de Stimm’n, un de Hann’n, de stiäl hen un hergung’n. He wee trurich.

Över de Versöök, to begriepen wat he nich begriepen kunn, is he sinnich inschloapen. Wo laang he schloapen har, wuß he nich – sien Moach har hüm anstödt.

Hen mit de Schnuut noa Moders Zitzen – he kunn hör nich to foat kriegn. Tomoal gung hüm wäär up, dat dor keen Moder wee.

Wat anners stook hüm in de Nöäs. He luur mit d’ Kopp över d’ Kant – dor stunn’n twee Potten. Eers moal kieken wat dat wee. Moder kunn he denn jümmers noch söken.

Vöörsichtich tweemoal üm de Potten to – man kunn joa nie nich weeten.

Dor keem nümms, de sä, dat is mien – hau off!

Also kunn man dat woagen. Jungedi – dat wee joa rein wat lekkers.

Schmook hoast so good, as dat in Huus.

Na denn – eers moal düchdich rinhaun. Quäln muß he sükk, dat he d’ aal upkreech. Mit vullen Pans wee de Welt ok all nich mehr so verkeert. Bevöör he wäär inschleep, seech he noch een Gesicht un twee lütji Hann’n över sükk – un denn gung hüm dat good.

He wee in Droom mit sien Süsters un Broers an targen un klütern, dat dat man so’n Oart har. Jedesmoal wenn he upwoaken de, wee sien Famili wäär wäch. Oaber jedermoal wee wat lekkers to fräten, un de beid lütji Hann’n dor – un noa een poar Doach wee dat sien Famili wurn. Hei – wat kunn he dör dat groode witte Schoapfell suusen – dör Tunnels un in groode Höhlen. Överall stunn’n warme, weeke Schoo – dor kunn man richtich moi in schnuufeln. In duusend Stücken flogen de foaken utnanner. Dat lüütji Jichterluudenminschke wee sien Beste wurden. Wat flogen de beiden hen un her.

Ov un to muß sien Fräätpottminsch – de mit de hellerde, melodisch Stiäm – hör beid woarschoon. Wenn see dat denn wüggelk to foast dreeven. So heel lütji wee he nu nich mehr – un eenes Doachs muß he ümtrecken.

Wat wee dat een Schandoal.

De Schoapfellwelt wee van Stünds an för hüm tabu.

Wenn he doröver noadenken de, kunn he rein vertwiefeln.

He woahn nu in een Dääl mit een steenschen Grund. Säker – he har een schnukeligen Körf mit aal Schikoan’n. Oaber kunns dat mit füfftich veerkantmeter Schoapfell verglieken? Wat een Glück, dat hüm sien Jichterbüdel jeder Oabend in hör Bäed hoal – so laang, bit de dunkel Stiäm, mit de Damp üm d’ Kopp, dor achter koamen is. Dor wee dat vöörbi. Na joa – so verdreedelk wee dat denn ok nich.

Sien lütji Schooköttrieterwelt wee ünnergoan – een annern, een vööl gröttern Welt, har he dorvöör intuuscht.

He kunn joagen üm Bööm un Strüüker – bit dat hüm de Tuung laang ut Hals hung, un he sükk in siene neeä Woahnung eers wäär verhoalen muß. Son lütten Spieker seet oaber nu in sien Doach – he muß elker Dach twee Stünn’ns noa de School.

Sien Mester wee de dunkel Stiäm mit de Damp üm de Nöäs.

In de eerste Tieds kunn he sükk dor gannich recht mit anfrünn’n – oaber tomoal fung dat an Spoaß to moaken.

Jeder Mörgen un jeder Oabnd seet he all an de Buterdör – un luur dat sien Boas keem.

De lütt Schlickerstükken de he kreech, wenn he wat good moakt har, dreeven hüm vöörtieds all dat Woater in d’ Muul tosoamen. He kunn de Tied foaken gannich ovtöben, un drippel mit sien laang Been’n hen un her.

Sien Schokoloastünn’n wee jümmers tüschen Dach un Düster.

Wenneer dat anfung to schummern, rook dat in d’ Huus so richtich noa Gemütlichkeit. Up de Oaben wee de Teekädel an sing’n – in d’ Hörn knister un knaster dat Füür, un moal Sprenkels in de Stuuv – kunn dat eelich wat moiers gäven up de Welt? He leech ünner d’ Disch – sien Lüü seeten aal um hüm de Disch to, un ween blied un tofrää.

Van aal Kanten keem wat lekkers ünner de Disch – moal een Kluntji, moal een Stück Kook. Jedereen meen woll luut, ‘n Hund dröfft nich sovöäl Schlickerkroams – oaber stiekum deen see dat doch aal.

Wenn niks mehr ünner d’ Disch keem, denn wuß he: Nu düürt dat nich mehr laang, un de Teetied is vöörbi – un richtich – tweemoal noch mit de Tuung üm dat Muul schlikken, un denn rööch sükk de heele Gesellschkupp.

Sien Boas trukk de Stävels an, schmeet sükk sien’n grönen Jakk över, laang de Klodd van de Hoaken – ähm noch Füür ünner dat Rökerholt holln – un denn gung dat mit Damp noa buten.

De eerste Dampwulk wee sien Teeken. He flooch as’n Raket dör de oapen Achterdör. De Dör wee noch nich utwussen – sien Boas muß de Nakk jümmers so’n bäten dukeln, wenn he dor dör wull. Güstern har he düchtich schulln – sien Brägen har Buulenbekanntschkupp mit de Dörbalken moakt. Man kunn dat vandoach noch good sehn. Henkieken drüss Hasso dor nich so foaken, anners meen sien Boas noch, he hööch sükk dor över.

As son Strääk wee he dör de groode Tuun in d’ Busch.

Wat geev dat dor aal to schnüstern un schnuven. Glieks vöörn – de veerte Boom achter d’ Richel – an de kunn he nie nich an vöörbi. Wenn he doch de Voss, de hier jümmers sie Blööm setten de, eenmoal kriegen kunn. Blossich son bäten bi d’ Steert. He wull hüm woll ähm beliekteeken, well d’ hier to särgen har.

Ov de Hoas, de hüm stiäl vernarbruken de. Wenn he sükk bi d’ joagen so richtich liekut inlopen har, schlooch de Hoas tomoal een Hoaken, un leep anner Kant an. He wee düchdich an d’ öven, de Hoas dat noatomoaken.

Mannomann – bit nu gung he dorbi noch jümmers dreedübbelt över Kopp. Dat schull doch mit de Düwel togoahn, wenn he dat nich henkreech. Meen he.

Mit de Tieds geit ok so’n lütji Hunskopp in, dat dat wat givt, woar man sükk mit ovfinn’n muß. Bi Hasso hett dat ok nich alltolaang dürt.

Een Soak, de gung hüm heel un dall tägen de Strääk – dat wee de Lien. Toeers krech man een Kroach üm – dor wuur denn een Tünzelband an fastmoakt – un denn wee dat ut mit de Joageree. Ok an sowat wäänt man sükk.

Sien Jichterbüdel har een besünners moiet Halsband utsöcht. Noa een körten Tied wee he stollt, wenn he dormit utgoahn kunn. As son Prinz, de sien Kron utföört.

Eens goden Sönndachsmörgens – he har gewaltich good schloapen – rut ut dat Nüst. He muß doch sehn wat dat so ton Frühstück geev. De Knoaken düchdich hen un her rekken – dat see ok aal vöörnanner seeten – un rin in de Köäken.

Stuuf in d’ Dör bleev he stoahn. Irgendwat leech in d’ Lücht.

Sien Lüü keeken hüm an – un dee’n ok woll so as nich.

Sien Fräetpott stunn dor. Good vull. Dat Woater wee man net ut de Pütt koam’n – aalns so as anners ok – un doch wee dor irgendwat geböört. He spöör dat. Vörmörgens fääl dat Lachen, un dat hen un herschmieten van Wöär. Keen Jichterluud – keen Brummelboas – eenfak niks.

As see aal upstunn’n, is he ünner d’ Disch lirgen bläven.

Dat leet hüm keen Ruh – he muß dor achterkoamen wat los wee. Glieks wee de Gelägenheit. Sien Lüü marscheerden jeder Sönndachmörgen Klokk tein noa d’ Kaark. He muß in Huus blieven. De Paster wull nich hemm’n, dat he mitkeem.

Wenn de een Oahnung har, wat in so’n Hundskopp vöör sükk geit – wo foaken he mit de leev Gott schnakken de – wenn he so in sien Körf leech. De Minschen kunn’n sükk dat woll nich vöörstellen.

Oaber liekers. Vöörmörgens keem hüm dat rein to pass.

Dat gung hüm gannich flink genooch, dat de Buterdör in d’ Schlött full. He suus in de Köäken – rup up dat Sofoa – de Vöörderbeen’n up de Disch, un denn in d’ Blattje kieken. Bit Middach bleev de Zeitung jümmers up d’ Disch lirgen. Dat he läsen kunn, wür hüm joa nümms glöven. He kunn dat joa ok nümms vertellen. Liekers har hüm dat all mennichmoal hulpen – he wuß, wat in de Welt loswee.

Wat he denn ut d’ Sönndachsblatt to weeten kreech, dat schlooch hüm up d’ Pans. Wenn he nich all so good fräten har – he har niks mehr rünnerkrägen.

Bookstoavens as Balkens över de heele Sied :

„ KAMPFHUNDEVERORDNUNG „

Dor hau doch de Mohr in de Mengselpott. Wat harn de Bürokroaten sükk dor wäär infallen loaten. Dor bruks man nich över strieden – ünner siene Mithunn’n geev dat säker een heel büld schwierige Charakters.

Bi de Minschen wee dat oaber doch nich anners.

Wurn de denn ok glieks aal mit Handschellen un Knebel versehn?

Dor stunn niks van in d’ Blatt – sovöäl he ok kieken de.

Nu wuß he ok üm de Stimmung in d’ Huus. Wuß wat sien Minschen dat Haart ovdrück.

Wiel Hunnen Pragmatikers sünd – een Seel up veer Been’n sotosärgen – düür dat man een halbigen Kaarkenbesögslengte, un he wuß wat he doon muß.

He muß sien Famili verloaten. Een Hund up de Walz.

Van „streunende Hunde“ har he woll allmoal wat in d’ Blatt lääst – man Erfoahrung har he dormit noch nich.

Bevöör sien Lüü wäär an d’ Huus keem’n, mook he sükk up de Padd. Ähm noch gau ünner d’ Hoaselstruuk – dor leech sien gröttste Reserveknoaken. ‘n bäten wat muß man joa mitnähm’n – wenichstens för de eerste Dach – un denn gung dat los.

Üm de Middachstied stunn de Sünn in d’ Waarmte – un dor wull he hen.

Tweemoal wee he mit sien Lüü all in een Land wääden, wor de Minschen heel flink schnakken.

Spoanien wur dat nöömt – sovöäl har he mitkrägen. De Landsträk, wor dat Freetiedhuus van sien Famili stunn, heet Costa Brava. Dat har he so nipp un nau beholl’n, wiel Brav in sien Wordenbook stunn. Dat har he all foaken genooch to hörn krägen in sien Lääven.

De eerste Dach gung dat good vöörrut. Ov un to een bäten Woater schlikken an d’ Schlootskant – un wiider.

He har all een düchdich Endji achter sükk. De Sünn wee all boaben van d’ Häveen doalfallen, un hung jüüst över de Kant, achter de see sükk nachts jümmer verstäken de. Also gung ok bold dat grode Lucht ut.

Hassos Gedankens gungen noa sien Fräetpott – oaber nich alleen de fääl hüm – nä, ok de waarm Hann’n van sien Jichterluudenbüdel. Son spierke vermiß he dat achter de Ohrn kraueln all. In sien Moach wee dat sinnich an rummeln – dat wee oaber noch vulltoholln. Een bäten mehr Woater drinken – denn wee dat eers wäär wäch. An Stäen, wor Hüüs in Drufeln stunn’n, leep he in grote Boagens ümto.

Sien Been’n wurden möh – wat Wunner ok, har he doch keen Middachstünn’n hat. Düster wee dat ok all wurn – un so kroop he in een grode Heubüld, de mirden in d’ Land stunn. Dat wee woll nich sien Körf – oaber week un waarm wee dat. He har noch jüst Tied sükk tosoamentorulln – dor schleep he ok all. Drööm van Kluntji un Koken, un suus mit sien Beste dör d’ Tuun.

Mmmuuuhhh Mmmuuhh … wat wee dat? De Dach rööch sükk allwär, un he har van twee schwaartbunten Visit. De Keu ween bi sien Schloapstäe an luken.

Wenn he ok man so goaelk fröhstücken kunn. He kroop ut de Büld. Düchdich schüddeln noa aal Kanten – mit Heu in d’ Hoar seech man joa ut as een Landstrieker. Kunn man sük joa nargens sehn loaten. Hen noa d’ Schlootskant – eers moal een bäten drinken. Dat dee richtich good. Noch wat Woater üm de Kopp haun – sien Speegelbild in d’ Woater ankieken – he wee tofrää mit sük.

Blossich dat Rummeln in sien Buuk – dat wee van de „Morgentoilette“ ok nich minner wurn.

Irgendeen dor boaben har dat woll hört.

Hunn’n hebbt näämich – netso as Minschen – een Schutzengel.

De Keu ween an bramm’n – leepen een poar Trä – un dreiden hör Nack stiäl noa hüm to. As wenn se särgen wulln : Koam mit – du häst doch Schmacht. He – sinnich – mit Tied tüschen de Keu un sük – achteran. He wuß näämich ut siene Lehrtied dat Keu meesttied up Hunn’n nich good to schnakken sünd. Disse Keu harn dat woll vergäten. Vöör dat grote Hekk dreiden se off. Wat kreech he to sehn? Een veerkantigen holten Bakk. Sien Nöäs trook hüm mit Gewalt dorhen. Dor wee joa wat in to fräten. Seech hoast so ut as sien Moaltied in Huus, de he jümmer so tüschendör kreech.

Drööchfoor wur dat nöömt. De Schmoak wee woll son bietji ut siene Richtung – oaber irgendwons har he moal upschnappt: in de Nod frätt de Düwel Fleegen. Dor wee wat mit an. Un so schlecht wee disse Moahltied wüggelk nich. De Keu stunn’n god tein Trä van hüm off, as wenn dat hüm gannich geev. Ov un to meen he, dat de linker hüm son bäten kniepoogen de. As wenn se särgen wull: Nu man to – du häst noch een wieden Wäch vöör di – nääm düchdich wat mit.

Tweemoal leet he sük denn nich nöögen. Sovöäl as ringung pakk he up. As he van achtern bit vörn aal vullstoppt har, häv he eenmoal sien vörderst Been – nikkopp de Keuen to – un wieder gung de Reis noa Spoanien.

An leevsten leep he dor, wor he keen fasten Stroat ünner de Footen har. Faste Stroaten – dat wuß he ut eegen Beläven – ween mennichmoal heel gefaarlich. Wo flink har een son Auto tofoat. In disse Gefoahr wull he sük eers gannich begäven.

De tweete Dach krüdel dör de Tied – un sien Famili bleev mit elker Trä wieder achter rut – un mit elker Trä wur sien Denken an to Huus grötter. Dit Denken dreev hüm jümmers een bietji nörder an bewoahnte Hüüs ran. Wor Minschen ween, dor geev dat ok wat tüschen de Bakkschokken – wat anners har he joa nich lehrt. So wee dat ok woll – blossich, wenn he in de Nöäs kreech dat dor Hunn’n in d’ Huus ween – denn ween de Fräetpotten jümmers achter faste Dören.

Dat kunn een Problem wurn.

De tweete Dach hett he nu all niks to bieten – bit up twee Müüs, de hüm güstern Oabnd in de ole Feldschüür tomööt koamen sünd.

He har sük in de Schüür verkroapen, wiel he nödich schloapen muß.

Bestich wee dat wiers nich. Keen Heu un keen Stroh – wor man sük een Bäed van torechtschuben kunnt har.

In een Hörn leegen ‘n poar möäre Tuffelsakken – un to sien Glück ween de Müüs doarin.

Dat he god schloapen har kunn he nu rein nich särgen – he spöär jeder Knoaken in d’ Liev. Vörmörgens hett he sük denn eers twee Stünn’ns an d’ Schlootskant in de överjöhrigen Reiten utstreckt. Dat de Sünn hüm son bäten upwaarm’n de. Wo wee dat ok noch bi sien Famili? Stunn dor nich een heel moien Wilgenkörf – un tööf up hüm?

He wull dor nich an denken – oaber mit jeder kniepen in d’ Buuk schoot hüm dat wäär in d’ Kopp.

Wiiderkoamen is he vandoach ok nich. De heele Dach is he üm dat Dörp rümschläken – jeder Minüt kieken un rüken un lustern ov irgendwons wat to fräeten is.

Mülltünn’n har he all in d’ Ooch. Dreemoal har he versöcht an een rantokoam’n – dreemoal hebbt se Steen’n achter hüm anschmäten.

Een dorvan hett sien Schuller droapen – bi d’ Upträden schoot hüm dat as Füür dör d’ Liev.

In sien Nod hett he Gras fräten. Dat is hüm nich good bekoam’n. Dor muß he noa würgen – un niks wee in de Buuk wat he utspeen kunn.

In de Feldschüür har he sük wäär verkroapen. Dor licht he nu manken dat koole Iisen van de olen Maschin’n. Eenzich de rötterk Sakken gäven hüm son bäten Schuul.

In een Eck hett he ‘n poar Maiskolben funn’n, de de Müüs woll översehn harn. Up dat drööch Tüüchs gnauelt he nu all ‘n Tied rüm. He drömelt sük so dör de Nacht.

Pien hett he – Dörst hett he – Schmacht hett he.

Wat kann dor eelich noch koamen? Jüst is he een bäten inschloapen, dat he de Pien nich spöört, brengt hüm sien Pans – de vöör Schmacht utgielt – wäär to Verstand. De Tung steit stief in d’ Hals – keen Drüpje Fuchtichkeit hett he in d’ Schnuut.

He licht dor as’n halben Dod. To geern wee he nu in Huus – an Spoanien denkt he nich mehr.

Dat upstoahn is villicht stuur. He röäkelt sük mit sien dree Been’n hoch un strumpelt noa buten. Dat is ähm vöör Dach un Dau. De Häven word all son bäten schidderkgries.

De Keu lirgen verstreet ind’ Land un sünd noch in Schloap. Ov un to brummelt moal een vöör sük hen, wenn he to wies an hör vöörbihumpelt. Woater sticht hüm in d’ Nöäs- glieks moot he an de Schlootskant wään.

He schlikkert mit sien dröge Tung dat Woater, as wenn dat niks bäters up de Welt givt.

Dat düürt een heel Settji bit he dat grode Lokk in sien Pans mit Woater vullschloahn hett. He is mit beid Vöörbeen’n in d’ Woater gläden, un maakt dat dat sien Pienpood good deit.

He lächt sük hen un lett dat Been – wat hüm so säär deit – in dat kölich Woater hangen. Dat de Vöörmiddach wächlopen is, hett he gannich mitkrägen.

Bit he tomoal sücht – de Sünn steit joa all hoch in Middach.

He rappelt sük hoch – harrijeses – de Pien is hoast wäch.

Över de Richtung, de he inschleit, denkt he gannich mehr noa. Sien Nöäs un sien Gefööl stüürn hüm.

Noa Huus andoal.

As son Indioaner löpt he – oahn to verpusten, oahn to schloapen – blossich een Bild vöör de Oogen.

He sücht nur de Achterdör – de noch nich utwussen is.

Dat Tempo word jümmers ‘n bäten minner.

He löpt un löpt – un twee Trä bevöör hüm sien Kräfte verloaten licht he vöör sien Achterdör. Bläken kann he nich mehr – oaber sien Hiem’n – dat hebbt se binnen in d’ Huus mitkrägn.

Sowat an Freud un Troan’n un Lachen hett he noch nich belävt. Särß Aarms hebbt hüm tofoat un knudeln un drücken un streicheln – he weet nich, wekker Gesicht he toeers schlikken schall.

He weet blossich eens – un dat heel säker – wenn nu moal in d’ Huus wat up de Stimmung drückt – he geit nich glieks wäär up de Reis noa Spoanien.

Un Zeitung läsen deit he ok nie nich mehr.©ee 

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Törfi Törf . . .

Die Zeit schrieb das Jahr 1923. So auch hier in Ostfriesland. Die Gegend war ringsumher winterfest in Schnee und Eis eingepackt. Die Schneedünen reichten häufig bis an die Dachrinnen heran. Klein Hinnerk war man gerade sechs Jahre alt. Seit letzen Ostern ging er nun schon zu Schulmeister Hedemann in die Dorfschule.
Wenn es nachts wieder einmal tüchtig geschneit hatte, dann setzte Papa Hinnerk des Morgens auf seine Schultern und trug ihn Huckepack den Weg bis zur Schule.

Das machten viele Papas so, weil ihre kleinen Stepkes es sonst nicht durch den hohen Schnee geschafft hätten.
Im Schulhaus gab es nur zwei Klassenzimmer – eines war für die Lütten und das andere für die Großen.
Jetzt aber, wo es draussen so bitterkalt war, jetzt saßen alle in einer Stube beisammen. In der hinteren Ecke stand ein großer eiserner Kanonenofen zu bullern. Damit er immer so schön weiterbullern konnte, mußten alle Kinder – egal ob lütt oder groß – jeden Tag von Zuhause Brennmaterial, also Torf mitbringen. Torf hatte jede Familie in der Scheuer.

Den gruben die Papas im Sommer im Moor aus der Erde. Wenn die Torfsoden – so heißen die mächtigen Moorstücke – den Sommer und Herbst lang getrocknet waren, dann wurden sie auf Karren in die Scheuern gebracht, damit die Mamas auf dem
Herd Essen kochen und mit den Öfen die Kammern heizen konnten.
Der Sonntag war mit Besuch bei Oma und Opa schnell vorübergegangen und Rutzbutz war es schon wieder Montagmorgen.
Seit drei Tagen war der Himmel klar – der Schnee war schon richtig gnidderig hart und alt.

Klein Hinnerk stapfte am Morgen alleine los, um zur Schule zu gehen. Seine Holzschuhe hatte seine Mama mit Plünnen – mit alten Tüchern – umwickelt, damit er auf dem glatten Weg nicht ausrutschte.
Ein Stückchen war er schon den Sandweg hochgebösselt, als seine Mama ihm nachgelaufen kam: „Hinni … Hinniiii, dien Törf …!“ Er hatte doch glatt vergessen, die Feuerung für die Schule einzupacken.
Mama gab ihm einen Leinenbeutel mit einem gewaltigen Stück Torf darin in die Hand. Den Leinenbeutel hatte sie extra für den Schultorf genäht.

„Nu mach zu, dass Du zur Schule kommst – du weißt, Lehrer Hedemann mag keine Zuspätkommer“, ermahnte sie ihn noch, als Hinnerk in seinen Plünnenholzschuhen nun so schnell er konnte der Schule zustrumpelte. Er freute sich schon auf die
warme Schulmeisterstube.
Plötzlich hörte er eine feine Stimme sagen: „Du hättest Deiner Mama aber ruhig noch einen Süßen aufschnullern können.“
Er wäre bald auf dem Weg ausgerutscht und hingefallen, so hatte er sich erschrocken. Sein Kopf flog in die Runde – doch er konnte niemanden, der so etwas zu ihm  hätte sagen können, sehen. Aber wer – verflixt nochmal – hatte da denn zu ihm gesprochen?
Das war doch seltsam – er war weit und breit allein, aber er hatte laut und deutlich die Stimme gehört.
„Ich bin hier … hier im Beutel.“ Wie – woooo – was … in dem Beutel? In seinem Torfbeutel konnte doch kein Mensch sein „Ich bin Törfi – ich bin die Torfsode. Bloß Du kannst mich verstehen – helf  mir, bitte. Wenn Du mich nicht im Feuer verbrennen läßt, dann kann ich Dir noch soviel erzählen.“

„Ja … aber ….ich muß doch Torf zum heizen mit in die Schule bringen …“ „Häng mich mit dem Beutel da vorne an den Baum –
wenn Du nach dem Unterricht nach Hause gehst, dann kannst Du mich wieder mitnehmen. Erzähl Deinem Lehrer doch einfach, Du hättest den Torf Zuhause vergessen.“ Die Torfsode schwieg erschöpft vom ungewohnten Reden. „Es soll Dein Schaden auch nicht sein …“ kam noch leise hinterher.
„Pastor Lubina hat aber gesagt, man darf nicht lügen …“ „Du hältst mir das Leben – und das ist keine Lüge.“

Das konnte Klein Hinnerk wohl verstehen. In der Sonntagsschule hatte er schon mal die 10 Gebote gehört – und in denen stand an einer Stelle, du sollst nicht töten. Und wenn ein Stück Torf reden konnte, dann war das doch auch Leben.

Er hing also den Beutel in das Strauchwerk und ging ohne Feuerung zur Schule. So ganz wohl war ihm nicht dabei, wenn er an Lehrer Hedemanns vergeblichen Blick nach seinem Torf dachte. Aber es war schon seltsam – Schulmeister
Hedemann fragte an diesem Morgen gar nicht nach seinem Brenntorf.

Mittags, auf dem Heimweg, nahm er den Beutel mit Törfi darin dann mit nach Hause.
Die Torfsode sagte nichts und er war noch zu benommen von dem Geschehen, um Törfi von sich aus etwas zu fragen.
Hinnerk versteckte den Beutel mit Törfi erst einmal in der Scheuer, um ihn dann, als Mama und Papa sich nach dem Essen ein Weilchen schlafen gelegt hatten, hervorzuholen und unter seinem Bett zu verstecken.
„Ich dachte doch wahrhaftig, Du hättest mich schon vergessen …“ klang es auf einmal erleichtert aus dem Leinenbeutel.

„Psssscht …. red doch nicht so laut.“
Hinnerk hatte einen hitzigen roten Kopf vor lauter Aufregung. . „du brauchst keine Bange zu haben“ klang es aus dem Beutel – „nur Du kannst mich hören … sonst niemand.“
Nachmittags konnte Hinnerk gar nicht erwarten, dass es endlich Bettgehenszeit wurde. Mama hatte ihren Lütten schon ein paar Mal verwundert angesehen, als er sie zum dritten Mal fragte, wann er denn nun endlich schlafen gehen müsse. So etwas kannte sie von ihrem Butscher doch überhaupt nicht.
Glücklich war es denn soweit – eine halbe Stunde vor der Zeit war Hinnerk schon ausgezogen und geusterte in Schlafhosen durch die Küche. Er hatte sich doch auch tatsächlich freiwillig einen Schwall Wasser durchs Gesicht gespackert. Seine Mama wußte nun wirklich nicht mehr, wie sich auf so etwas einen Reim machen sollte.
„Gute Nacht, mein Lütten – nun schlaf man gut.“
„Nacht, Mama … Du auch …“

Die Kammertür sperrte das Dielenlicht aus seinem Zimmer aus. Sonst mochte er es schon gern ein wenig heller haben, aber heut konnte die Tür gar nicht schnell genug in Schloß schnappen.
Es war noch keine zwei Minuten dunkel in seiner Schlafkammer, als Törfi schon zu ihm von sich zu erzählen begann.
Vor Millionen von Jahren war er ein mächtiger riesiger Baum gewesen. An seinem Stamm hatten sich Wildschweine, Elefanten und Mammuts ihre Schwarten gescheuert. Jaaaa – auch Mammuts, die gab es damals nämlich noch. Eines Tages war dann ein riesenhafter Sturm über die Erde gefegt – ein anderer Stern war mit der Erde zusammengeknallt und dieses Zusammen-krachen hatte den Orkan ausgelöst.
Alles was auf der Erde vorhanden war und wuchs, das wurde verschoben und aus der Richtung gebracht. Das Eis vom Nordpol verschob sich bis an die Alpen und machte alles, was Leben in sich hatte, unter sich platt – selbst die Sprache der Menschen in Ostfriesland. Darum sprechen die Leute da seitdem auch Plattdeutsch.
Sein, Törfis, Leben wurde auch heftig zusammengestaucht und Eis und Geröll verschüttet.

So hatte er viele Millionen Jahre verschlafen und war mit der Zeit ganz von selbst von Holz zu Torf geworden. Er würde heute noch im Moor schlafen, wenn Hinnerks Papa ihn nicht im letzten Sommer ausgegraben und als Torfsode mit nach Hause
genommen hätte.
„Wenn ich nun im Feuer verbrennen soll, dann habe ich ja nichts mehr von der Zeit und kann Dir auch nichts von alledem erzählen, was mir auf meiner langen Reise durch die Zeit begegnet ist. „Keine Bange,“ sagt Hinnerk zu Törfi, „so soll das
nicht passieren. Morgen früh versteck ich Dich erst einmal oben auf dem Hausboden. Da kannst Du denn solange bleiben, bis ich Dich im Frühling nach draussen bringen kann. Wieder ins Moor zurück, da wo Du hingehörst.“
Am nächsten Morgen – lange vor der Aufstehenszeit von Mama und Papa hatte er Törfi schon auf den Boden gebracht. Es gab da nämlich eine dunkle Ecke, in der ihn ganz bestimmt niemand finden würde. Es sollte aber alles ganz anders kommen, als wie Hinnerk es sich schon so schön ausgemalt hatte.

Die Zeiten im Lande waren sehr schlecht. Das Geld in den Taschen der Leute litt an Schwindsucht – es war von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde weniger wert.
Inflation nannten schlaue Leute das.
Und diese Inflation hatte all das, was Hinnerk seine Mama und sein Papa besaßen, aufgezehrt. Auch ihr kleines Häuschen war ihnen weggenommen worden. Darum mußten sie mit Hinnerk ihr Zuhause verlassen und zusehen, dass sie woanders für ihre kleine Familie ein Dach über dem Kopf fanden.
Die Zeit lief weiter. Unerbittlich weiter. Klein Hinnerk wurde größer und älter.

Er gründete bald seine eigene Familie und auch seine Kinder wurden groß und älter. Man, sein Erlebnis mit Törfi Törf hatte
er nie vergessen können. Bald hatte Hinnerk denn auch sein eigenes Großkind Jan auf seinem Schoß sitzen, dem er in Erinnerung an seine eigene Kinderzeit von Törfi Törf erzählen konnte. Der kleine Jan wollte es immer und immer wieder hören.
Wie aber das Leben so läuft – Hinnerk hatte als Opa eines Tages diese Welt verlassen müssen und sein Enkel Jan war so alt, dass er selber schon einen Sohn hatte.

Die Geschichte von Törfi Törf, die war aus seinem Kopf in Erinnerung gaaaanz tief nach unten gerutscht – und sicher wohl auch noch ein bißchen weiter .Opa Hinnerks Erzählen während seiner Kinderzeit die hatte ihn wahrscheinlich ein wenig auf den richtigen Berufsweg geführt – er hatte nach der Schule nämlich studiert und war Historiker geworden.
Vor gar nicht langer Zeit ergab es sich nun, dass alte Häuser, die schon fast tot schienen, weiterleben sollten. Das hatte die Regierung so beschlossen.

Jan gehörte zu den Wissenschaftlern, welche die Häuser, die nicht sterben sollten, bestimmten und deren Geschichte zu ergründen suchten. Der liebe Gott hatte es wohl so vorgesehen, dass auch Opa Hinnerks Elternhaus dazugehörte.
Auf einmal saß ihm wieder die Geschichte von Törfi Törf im Kopf – sie war ganz plötzlich von ganz unten aus seinem Kindheitswissen nach vorne gekrochen und ließ sich von da auch nicht mehr wegschieben.
Strohpuppe für Strohpuppe, Sparren für Sparren, Balken für Balken und Stein für Stein wurde das Haus sorgfältig abgetragen.

Und auf dem Boden – in der dunkelsten Ecke –  wo fast hundert Jahre kein Mensch hingeschaut hatte – da lag immer noch, in dem nun morschen Leinenbeutel, Törfi Törf und wartete darauf, dass Klein Hinnerk, der ja sein Freund war, ihn abholte um ihn ins Moor zurückzubringen.

Jan hatte seinen kleinen Sohn mitgebracht, den er in Erinnerung an seinen Opa auch Hinnerk genannt. Der holte Törfi Törf mit seinen kleinen Händen da heraus und in den hellen Tag hinein. Er hat ihn denn – zusammen mit seinem Papa Jan – gaaaanz vorsichtig in das Museumsdorf getragen, um ihn da in einem großen und tiefen Loch wieder in die Freiheit zu
entlassen.
Als Törfi dann unten in dem nassen Moorgrund lag, da meinte Jan wie von weither die Worte einer feinen Stimme zu hören:
„Ich grüß’ Opa Hinnerk von Euch ….“
Vielleicht hatte er sich das auch bloß eingebildet – jedenfalls haben Klein Hinnerk und sein Papa Jan in das Loch auch noch einen jungen Baum eingepflanzt, sodass Törfi Törf nun endlich wieder richtig zuhause war. Ganz so, wie Opa Hinnerk noch als kleiner Junge es ihm vor langer Zeit versprochen hatte.©ee

Ewald Eden

Foto : weinstock  on Pixabay

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Kinder …

Kinder sind die Welt von morgen –
lernt sie schon mal richtig an,
bei Kindern kann man Zukunft borgen –
das tut so mancher reiche Mann.

In Kinderaugen ist viel Platz –
für Tränen und für Nichtverstehen,
Kinderseelen sind ein Schatz –
sind seit jeher Gottes Lehen.

Kinder können Hungers sterben –
Kinder sind so stark wie nie,
Verdiener oft mit Kindern werben –
total verdreht – ich weiß nicht wie.

Kinder brauchen Mutters Liebe –
trennt sie nicht – laßt sie vereint,
Menschheit bekommt ständig Hiebe –
mit jeder Träne – die Kind weint.

Kinder brauchen Hauses Dächer –
laßt sie nicht im Regen stehn,
benutzt die Herzen stets als Fächer –
und ihr werdet Blumen sehn.© ee

ewaldeden

Wortküsschen.

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Die Nachteule: Gutenachtgeschichten.

zwischen den Buchdeckeln versammelt, viele Kindergeschichten und Gedichte in Hochdeutsch und in Platt abends zum Vorlesen oder am Tag oder einfach zwischendurch …

Ein  Kinderbücher für Groß und Klein , für  Eltern,  Omi und Opa,  Tante, Onkel ,ein Kinderbuch für Alle zur Freude der kleinen Zuhörer.

Herr Ewald Eden  schrieb auf die erste Seite seines Buches :

Am Anfang stand das Wort.

So
soll es auch
am Anfang einer jeden
guten Nacht
stehen.

Ein Kinderbuch das ich empfehle. Seine sachten, zärtlichen, Kinderbunten weichen Worte liebevoll gesetzt für kleine Zuhörer. Ihr könnt es hier kaufen : https://www.amazon.de/

Die Nachteule: Gutenachtgeschichten
Ewald Eden
Kindle Edition EUR 5,99 Euro
Taschenbuch EUR 8,99   Euro

Kinderaugen

Kinderaugen sprechen Bände,
man muß sie nur verstehen können –
Kinderaugen haben Hände,
sie können gut und böse trennen.

Kinderaugen sind das Leben,
unendlich tief und rein der Quell –
Kinderaugen wollen geben,
greif zu – denn sie sind furchtlos schnell.

Kinderaugen sagen Wahrheit,
denn nichts trübt ihren klaren Blick –
bewahre ihnen diese Klarheit,
denn dann bewahrst du Kinderglück.

Das dir dereinst in spätem Alter
schenkt was du längst verloren hast –
es schwebt um dich als bunter Falter,
erleichtert dir des Lebens Last.

© ee

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Rosenrot.

Seit ein paar Stunden war es schon dunkel. Um vier Uhr hatte die Sonne noch einmal kurz durch ein Wolkenloch geschaut, und gute Nacht gesagt.
Ein bißchen blaß um die Nase war Frau Sonne anzuschauen gewesen. Ein dicker Wolkenschal lag um ihren Kopf, als wenn ein Schnupfen sie ärgerte. Mit einem kräftigen „Hatschi“, von dem die Wolkenschäfchen noch einmal kräftig durcheinander geschüttelt wurden, war sie dann in ihrem Bett hinter dem Horizont verschwunden.
Das Sandmännchen war schon seit einer Stunde unterwegs zu den Kindern – es war für die Kleinen Zeit, schlafen zu gehen.
Auch in der Rosenduftgasse 3 klopfte der Sandmann fröhlich pfeifend an die Tür, um daran zu erinnern.

„Mama … bitte, bitte … noch einmal ‘Rosenrot’ – … einmal noch, büddeeee …“ so weich und warm wie Henriettes Köpfchen sich an Mamas Brust kuschelte, so weich und warm waren auch ihre knuddeligen Ärmchen, die ihre Mama ganz fest drückten.
„Na gut – einmal noch … aber dann geht’s ab in die Heia.“
Zärtlich berührten Mamas Lippen den braunen Lockenkopf ihres kleinen Rehleins. Rehlein nannte sie bei sich ihr Töchterchen, ihre liebliche Henriette.
„Rosenrot ist auch müde …, wenn wir sie nicht bald schlafen lassen, dann kann sie morgen nicht tanzen.“
Wie jeden Abend drehte Mama dann das große Licht an der Zimmerdecke dunkel, so daß nur noch das silberne Mondlämpchen über Henriettes Himmelbett ihr zartes Leuchten durch das Zimmer schickte.
Und wie jeden Abend schob Mama die Fenstervorhänge zur Seite. So konnten sie beide die Schneeflocken draußen im Garten, zwischen den weiß geschmückten Bäumen, tanzen sehen.
Heißa, wie die Flöckchen sich tummelten – sie schwebten vorwärts und rückwärts – sie drehten sich im Kreise – sie schlugen übermütig Purzelbäume um die blinkernden Äste, als warteten sie auch voller Ungeduld auf Mamas Geschichte. Die Geschichte von der Fee Rosenrot.

„Rosenrot wohnt, wie alle Feen, weit, weit weg, im Feenwunderland. Das Feenwunderland liegt sieben Winterjahre hinter dem Sommer, müsst ihr wissen. Wenn die Bäume grünen, und die Blumen das Wunderland bunt färben, drücken alle kleinen Feen von morgens bis abends die Schulbank. Es gibt soviel, was sie lernen müssen – von ihren durchsichtigen Flügelchen tropfen vor Anstrengung oft viele blinkende Schweißperlen.
Der Hofmarschall der Feenkönigin sammelt den ganzen Sommer lang jedes Tröpfchen in großen schillernden Krügen. Das ist von jeher eine wichtige Arbeit im Feenwunderland. Nicht ein Tröpfchen darf er übersehen, denn wenn auch nur ein einziges Perlchen nicht in dem Krüglein landet, werden im nächsten Menschenwinter keine Schneeflocken fallen, und die Feenmädchen können nicht für die Kinder, die drinnen an den Fensterscheiben sich die Nasen platt drücken, draußen in den Gärten in den silbern blinkenden Bäumen tanzen.
Ein kleines Feenmädchen war vor einiger Zeit der Feenkönigin bei ihrem Besuch in der Tanzschule aufgefallen. Es tanzte so leicht und so anmutig – so etwas hatte die Königin samt ihrem Hofstaat, der die Feenkönigin stets auf ihren Ausflügen begleitet, noch nicht gesehen – und daß es etwas gab, was die Königin noch nicht gesehen hatte, das war erst einmal, im überletzten Winter während einer Reise in die Menschenwelt, vorgekommen.
Sie hatte damals, an einem mondhellen Abend, in ein Fenster geschaut, aus dem warmes, gelbes Licht nach draußen in den Garten schien.
Was sie da sah, hatte sie vor Rührung ein paar Tränen weinen lassen, die sie als glitzernde Kristalle für Henriette – Mamas Rehlein war nämlich dieses kleine Mädchen – als Geschenk auf die Fensterbank legte.
Am nächsten Morgen – beim ersten Blick aus dem Fenster – sah Henriettchen sie da liegen. Die Tränen der Königin waren zu wunderschönen Diamanten geworden.
Ihre Mama ließ daraus bei Meister Hutzebutz – Meister Hutzebutz war der alte Goldschmied im Dorf – für ihr Rehlein gleich zwei wunderschöne Ohrringe machen.
Das allerliebste Rehlein – die Feenkönigin wußte natürlich, daß die Mama ihr kleines Mädchen in ihrem Herzen Rehlein getauft hatte – also, das allerliebste Rehlein ging der Feenkönigin seitdem nicht mehr aus dem Sinn. Wenn sie in ihrem Thronsaal umherspazierte, und die schweren Regierungsgeschäfte überlegte, dachte sie immer auch darüber nach, womit sie Henriette noch eine Freude machen könne. Es war ihr partout noch nichts eingefallen, was schön genug für das kleine Rehlein wäre.
Bis zu der Sekunde, als sie in der Feenschule die kleine Fee Nele so zauberhaft tanzen sah. Da plötzlich wußte die Königin, womit sie das kleine Rehlein beschenken würde.
Der Hofmarschall, die Oberfee, die Tanzlehrerin, der Oberhofzeremonienmeister, der Hofgärtner, der königliche Hofmaler, der Meister der Duftmischer – sie alle mußten im Thronsaal zur Audienz erscheinen.
Die Königin sagte ihnen, was sie sich für das kleine Rehlein vorstellte, und jeder bekam von ihr gesagt, was er dabei zu tun hätte. Überall wurde in den nächsten Tagen gewerkelt, gebastelt, gemalt und gedichtet. Ganz viele Überstunden musste der königliche Buchhalter in seine dicken schwarzen Kladden eintragen.
Die Seidenspinnerinnen wurden beauftragt, die feinste Seide zu spinnen – die Weberinnen bekamen den Auftrag, auf ihren goldenen Webstühlen die schönste Robe zu weben die jemals eine Fee getragen hatte – der Hofmaler wurde mit seinen Farbentöpfen solange in der Werkstatt eingeschlossen, bis er das rosigste Rot gemischt hatte – und den Duftmischer schickte die Königin gar durch das ganze Reich, um den lieblichsten Duft zu suchen.
Im ganzen Schloß wurde, rund um die Uhr, vor Freude gesungen und gelacht – so etwas hatte es noch nicht gegeben.
Endlich war es soweit – die Nacht der Nächte war gekommen.
Der Hofmarschall wurde mit siebzehn gläsernen Schlitten vorausgeschickt. Alle Schlitten waren bis über den Rand mit glitzernden Schneeflocken beladen. Während der Fahrt purzelten an den Seiten schon ganz viele Flöckchen herunter, und hinterließen am Himmel eine weiße Spur, auf der die Königin mit allen Feen folgte.
Die kleine Fee Nele saß, vor allen neugierigen Blicken verborgen, in der goldenen Kutsche der Königin.
Es war die Zeit des Schlafengehens, als der große Zug, hoch am Himmel über der Rosenduftgasse 3, ankam. Ein königlicher Bote musste schauen, ob die Mama das Rehlein auch gerade zu Bett brachte. Sie hatten genau die richtige Zeit getroffen.
Auf einen Wink der Königin ließ der Hofmarschall die Schneeflocken von allen siebzehn Schlitten auf die Erde rieseln – und mitten in den vielen Schneeflocken schwebte die kleine Nele zur Erde nieder.
In ihrem rosenroten Kleidchen tanzte sie in der weißen Pracht im Garten vor Henriettes Fenster.
Das kleine Rehlein in Mamas Armen konnte gar nicht fassen, was sie da vor ihrem Fenster sah – eine leuchtende rote Rose tanzte mitten im Winter zwischen Millionen von Schneeflocken. „Mama … guck mal… guck mal … da draußen tanzt Rosenrot. Und so kam es, daß die kleine Fee Nele nun für alle Zeiten Rosenrot heißt.© ee

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Quaak – der kleine Frosch.

Jan-Peter hat ihn Quaak genannt – den kleinen, grünen Frosch. Er wohnt in der Wasserkuhle – gleich am Ende des Gartens. Am Anfang des Sommers war er plötzlich da.

„Mama, Mama“ – kam Jan-Peter nachmittags aufgeregt in die Küche gelaufen – „guck mal, was ich gefunden hab.“

Er hatte einen kleinen, grünen Frosch in seiner Faust. „Das ist ein kleiner . . .“ fing Mama an zu erklären, als Opa, der in dem großen Schaukelstuhl saß und so tat, als würde er Zeitung lesen – in Wirklichkeit beguckte er sich von innen, wie Mama immer sagte – seine Zeitung beiseite legte.

Er war wohl durch Jan-Peters aufgeregtes Schnötern in seinem Innenbegucken gestört worden. „Das laß mich man eben machen – mein Deern.“ Opa nannte Jan-Peters Mama immer mein Deern – sie war ja seine Tochter. „Ich will dem Lütten das wohl erklären.“

Dabei strich er dem Lütten – wie er immer zu Jan-Peter sagte – zärtlich durch die wuscheligen Haare. „Ikk moot blods ähm mien Schluuren uttrekken.“ Opa sprach oft plattdeutsch mit Mama. Er war erst vor drei Jahren von Uttum zu ihnen gezogen – Oma war vor drei Jahren gestorben.

In Uttum – bei Oma und Opa – war Jan-Peter immer am liebsten gewesen, wenn Papa Urlaub hatte. In den Sommerferien fuhr er dieses Jahr mit Opa nach Pewsum – Granat schieben. Das war abgemachte Sache – unter Männern – so wie Opa das sah.

Die drei – der kleine grüne Frosch, Jan-Peter und Opa zogen nach draussen. „So, mien Lütten. Nun zeig Opa mal, wo du den Frosch gefunden hast.“ Opa hatte sich hingekniet, damit Jan-Peter nicht immer zu ihm hochgucken mußte.

„Hier, Opa – h-h-h-ier“ – Jan-Peter fing vor Aufgeregtheit so’n büschen an zu stottern – und zeigte mit seinen kleinen Fingern auf eine Insel im Schilf.

„Denn woll’n wir ihn man schnell wieder da hinsetzen – seine Mama tööft sicher schon auf ihn“ – Opa schnackt ab und zu schon mal ein plattdeutsches Wort dazwischen – aber Jan-Peter versteht das – er ist ja ein halber Uttumer Jung.

Ganz vorsichtig nimmt Opa Jan-Peter seine Hand – und schwupps – ist der kleine Frosch in das Wasser gehüpft. Im ersten Moment zieht ein wenig Traurigkeit über Jan-Peters Gesicht. „Tööf man“ – sagt Opa leise, und nimmt Jan-Peter in den Arm. Und richtig – Opa hat seine Pfeife noch gar nicht ausgeklopft, sehen sie aus dem Wasser auch schon zwei runde Froschaugen blinkern. Als wenn sie sagen wollten: ‚Danke, das du mich wieder nach Haus gebracht hast.’

Jan-Peter strahlt über das ganze Gesicht. „Kiek“, sagt Opa – „so mutt dat wääsen. Wir beide gehen nun jeden Abend hierher, und besuchen den kleinen Frosch. Du sollst sehen – dat word noch dien Frünnd.“
Soviel hatte Opa lange nicht an einem Stück geredet.

Jeden Abend, wenn es schummerdüster wurde, saßen Jan-Peter und Opa nun am Teichrand im Schilf und warteten gespannt auf den Frosch. Am vierten Abend guckten wieder zwei runde Augen aus dem dunklen Wasser. „Quaak“ sagte es ganz laut.

„Opa – Opa, Quaak ist wieder da“ – Jan-Peter wäre am liebsten so ins Wasser gelaufen – sein Freund war wiedergekommen. Und so blieb es – die beiden saßen abends gerade an der Kante, dann war Quaak auch schon da. Jan-Peter konnte richtig mit ihm reden.

Wenn Mama ihn anschließend zu Bett gebracht hatte, machte sie das Kammer-fenster weit auf – und sein Freund Quaak erzählte ihm jeden Abend eine Gutenacht Geschichte – und jeden Abend mußte der kleine Frosch von neuem anfangen zu erzählen – denn jeden Abend schlief Jan-Peter nach der Hälfte der Geschichte ein.©ee

****************

… und wer von Euch Plattdeutsch versteht – für den wird die Geschichte nun in Platt erzählt:

Quaak – de Porch

Jan-Peter hett hüm Quaak nöömt – denn lütjien gröönen Porch. He woahnt in de Woaterpol bi us glieks achter d’ Huus. Tomoal wee he dor.

„Mama … Mama …“ keem Jan-Peter eergüstern ganz upgeräächt in de Köken suust. He har gannskkeen Tied hat, sien Gummistävels uttotrecken. As schwaarte Oantenstappen leet sien Footspoar up de witten Steenploaten. He har sien Stävels moal wäär verkeert rüm antrukken.

„Kiek moal wat ikk funnen hevv.“
He har een heel lüütji Porch in siene Füüsten.
„Dat is een lütten Porch …“ wull sien Moder hüm jüst verkloaren, as Opa in de Döör rinkeem.

„Dat loat mi man ähm moaken, mien Deern“, sää he to Jan-Peters Mama. „Ikk will hüm dat woll verklokfiedeln.“ Dorbi nääm he Jan-Peter bi de Hand – netso as he dat jümmers de, wenner de beid Mannslüü wat to beschikken harn, as Opa dat nööm.

„Koam man mit Opa.“ So trukken de dree noa buten. Opa, Jan-Peter un de lüütji, grööne Porch. Buten in d’ Tuun an de Kant van d’ Woaterpol gung Opa up sien Kneen to sitten. Wiel – denn bruks Jan-Peter nich stoadich to hüm hochluuren.

„So, mien Jung – nu wies mi man även wor du de Porch funn’n häst.“
„Hier – Opa – hier.“
Jan-Peter wee vöör Upgerächtheit an trillern, un wies mit sien Fingers noa een Stääe tüschen de Reiten.

„Denn willt wi hüm man gau wäär noa Huus breng’n, sien Mama tööft säker all up hüm.“
Heel versichtich nähm he Jan-Peter siene Hand mit de Porch dorin- un schwupps – wee de Porch in dat Woater sprungen.

In de eerste Moment trukk son bietji Truurichkeit manken dat Kinnergesicht.
„Tööv man een bäten“, sää Opa. Worbi he sien Enkel in d’ Aarm neem.
Un richtich – Opa har sien Piep noch gannich togaang brocht – dor keeken all twee gluubsche Oogen ut dat Woater. As wenn se särgen wulln : ‚Ikk dank di dorföör, dat du mi wäär noa Huus brocht häst.’ Jan- Peter hööch sükk över d’ heele Gesicht.

„Kiek“ – sää Opa – „so mutt dat wääsen. Wi beid goaht nu elker Oabend hierher un besöken de lüütji Porch. Du schasst sehn, dat word noch dien Frünnd.“
Jeder Oabend, wenn dat schummerdüster wuur, seeten Opa un Jan-Peter nu an de Kant bi de Reiten un wachten gespannt
up de Porch. An de veerte Oabend keeken dor wäär twee Oogen ut dat dunkel Woater.
“Quaak “- sää dat tomoal.
“Opa, Opa – Quaak is dor.”

Jan-Peter wee am leevsten so in dat Woater strumpelt – sien Frünnd wee wärkoamen. Elker Oabend – de beiden harn sükk man jüüst an de Kant sett, keek Quaak ok allwär to. Jan-Peter kunn richtich mit hüm schnakken.

Wenn Mama hör Jung denn to Bäed brocht har, mook see dat Koamerfenster wiet oapen, un sien Frünnd Quaak vertell hüm elker Oabend een Goodenachtgeschicht – un elker Oabend muß de lüütji Porch wäär van vöörn anfangen to vertellen, denn elker Oabend schleep Jan-Peter noa de .©ee

ELE Froschkönig

ELE Froschkönigin Zwei

A c h – O p a P i e p . . .

Mareike is een lütjet Wicht van söben Joahr. Se woahnt mit hör Öllern in Westfoalen. In een heel grote Stadt.

Hör Voader is as jungen Kierl van to Huus wächgoahn. In dat fiefhüsen Dörp geev dat keen Aarbeit för hüm. In d’ Köählenpott har he glieks Aarbeit funn’n.

Dat wee man noch keen Joahr in d’ Land goahn, dor har he ok een Deern an sien Sied.

 De beiden verstunn’n sük good, un hebbt denn över d’ Joahr freed. Noa een lütten Sett wee Mareike dor. Nu har he joa eelich aal, wat he sük wünschen kunn.

Blossich een – dat fääl hüm doch. He har üm sük to keen een, mit de he Platt schnakken kunn. Doarüm wee he foaken ganz trurich.

Wenn he mit sien lütt Mareike alleen wee, vertell he hör up platt jümmer Geschichten.

Geschichten van to Huus. Geschichten van de See, un Geschichten ut siene Kinnertied. He de dat jümmers so, dat dat nümms anners hör.

Mareikes Moder wee dat näämich gannich so recht. In dat anner Düütschland wee see geborn, un kunn mit dat freeschke Platt nich rech wat anfangn. Se is dor moal över to koamen, as Voader mit hör platt proot – un hett sük düchdich upräächt över disset Kauderwelsch – so hett se sük utdrückt.

Van Stünds an hett he jümmer eers lustert ov se allen ween.

Van hör eersdet Woord an kunn Mareike net so good Platt as Hochdüütsch schnakken.

Hör Moder hett sük denn dormit ov funn’n – man – blied wee se wiers nich.

De moiste Tied wee, wenn hör Voader Urlaub har. Denn wur dat Auto bit an d’ Dakk full Kroameree pakkt- un los gung dat – noa Nörden to. Mit jeder Kilometer wuur dat Land wieder, de Koien grötter – un de Wind busiger.

Wenn se denn up d’ letzt noa de Diekstroat hen dreiden, jachter se so luut, dat Opa Piep dat all in Huus hörn kunn. 

An disse Wäken denkt se, wenn se oabns nich inschloapen kann. Ach – Opa Piep, weest du doch man hier un kunns mi wat vertelln. See geit joa nu all noa d’ School.

Letzt Joahr in de Ferien muß Mama unbedingt noa Mallorca – de Noabers ween dor all tein moal wäst. Tein moal Mallorca – oaber noch nich eenmoal an d’ Diek – bi Opa Piep.

Dat lütji Huus mit dat Reitdakk dukel sük achter de Diek as Robert – hör lütji Dackel – in sien Körf. Wenn de Sünn noch mit een half Ooch över d’ Diek keek, wee Bäedgoahnstied.

 

Ünner dat wulkendikke Bäedtüchs in de Butz kunn man hör hoast nich mehr sehn. Opa Piep seet bi hör up de Bäedschottskant un vertell van Indioaners un Chinesen, van Eskimos un van heel schwatte Minschen in Oafrika. De har he aal besöcht mit sien grodet Schipp.

 

An de hogen Masten seeten woll hunnerd Seils. Sien Seils – sülvst neit – mit sien grote faste Hann’n. Seilsmoaker wee Opa Piep wäst – Takler heißt das auf hochdeutsch – har Moder hör annerletzt torecht stödt.

Wenn Opa Piep in sien Element wee, denn kunn see de Pickpott rüken – denn seech see de Bulgen över dat Vörschipp dönnern un flooch mit de Masten dör de Wulken. See hör de Jan Maat fleuten un de Klabautermann klabautern.

 

See suus mit de Moses dör de Brassen un klunker in de Smutje siene Potten. Mirden up de Seereis fungen hör de Oogen an to blenkern, un see schleep in. Mörgen gung de Reis wieder. Bliedheit leech up Mareikes fiened Gesicht. Mörgen – Opa Piep – Mörgen.©ee

Brummibär . . .

Hinter Hannis Kammertür war die Welt nicht mehr in Ordnung. Seit drei Tagen lag Brummi nun schon zu Bett.

Wie – ihr wißt nicht, wer Brummi ist?

Brummi ist Hannes Schmuseteddy. Hanni konnte noch gar nicht Mama sagen, da lag er schon bei ihr im Bett. Und vorher – vorher hatte er schon fünfzig Jahre bei Oma Plüsch gewohnt. Oma Plüsch – das war die Mama von ihrer Mama.

Oma Plüsch – den Namen hatte ihr Papa sich ausgedacht – weil – sie hatte ja zwei Omas. Papas Mama, das war Oma Husch. Die wohnte in Hamburg – und war immer so schnell mit ihrem Auto unterwegs.

Oma Plüsch – die konnte Hanni sich gar nicht anders vorstellen, als in dem kleinen Haus – gleich hinterm Deich – fünf Minuten bis zur Schleuse.

Früher drehte Opa die Schleuse rauf und runter – wenn die Schiffe nach See zu wollten, oder nach Hause kamen. Wenn ein Schiff den Hafen verließ, dann ging Opas Herz immer mit auf die Reise.

Bei einem Unfall an Bord hatte er in der Ankerwinde ein Bein verloren – von da an war es aus mit der Seefahrt. Es hätte ihm bald das Herz gebrochen.

An der Schleuse saß ihm Tag für Tag noch ein wenig der Geruch von Teer und Ma-schinenöl in der Nase.

An schönen Sommertagen bei Opa auf der Schleuse sitzen – das war für Hanni immer das Größte – für sie und für Brummi. Da konnte sie so schön den Schiffen hinter-herträumen, wenn sie in die weite Welt hinausfuhren. Brummi hat das ja alles miterlebt. Und nun? Nun lag er krank im Bett – seit drei Tagen schon.

Seit drei Tagen konnte er nicht mehr brummen. Das war was Ernstes – ganz sicher! Das war anders als sonst. Wie heißt es doch noch gleich – was Opa ab und zu schon mal plagt? Richtig – Zipperlein.

Ja … Zipperleins, die hatte Brummi auch hin und wieder mal – das konnte man dann deutlich sehen. Dann war ein Arm ausgekugelt und hing daneben, oder er guckte mit einem Auge schief über die Nase – aber wenn Hanni denn morgens aufwachte, war er meist wieder gesund.

Sozusagen über Nacht ge-nesen – wie es der alte Hausdoktor Klasen mal zu ihr gesagt hat. Diesmal aber war es was anderes. Hanni hat Brummi schon Brust-wickel gemacht, hat ihm kalte Umschläge um den Hals gelegt – am Hustensaft hat sie ihn riechen lassen – nichts hat geholfen.

Hanni ist schier und reineweg verzweifelt. Opa hat schon gesagt. Da hilft sicher nur noch das Krankenhaus. Aber Brummi ist ja nicht in der Krankenkasse – und Kran-kenhaus ist teuer.

Drei Tage liegt er nun schon im Bett zu kiesen – und ist nichts besser geworden. So geht das nicht. Sie greift nach ihrer Spardose – nimmt Brummi in den Arm – und saust nach unten. Mama, Mama – wir müssen mit Brummi ins Krankenhaus – das Geld dafür hab ich hier.

Ihre Mama guckt erst ganz verdreht – dann geht ein Leuchten über ihr Gesicht. Na, denn man gleich los – und schon sausen sie mit dem Auto in die Stadt. Vor einem großen Haus mit der Aufschrift „Puppenklinik“ ist die Fahrt zu Ende. Brummi wird eingeliefert – und Hannis Spardose auch.

Morgen, morgen kann Brummi wieder abgeholt wer-den – sagt die Schwester noch, bevor Der Doktor mit der Behandlung beginnt. Hanni kann gar nicht abwarten, bis es endlich Morgen ist. Aber dann ist es soweit. Brummi ist wieder so quietschvergnügt – und brummt wieder so, als wenn er nie nicht krank gewesen ist. Das ist Hanni das Spargeld wert gewesen.

Doch was ist das? Sie bekommt Brummi zurück – und ihre Spardose auch. Und ihre Spardose ist noch ein ganzes Ende schwerer geworden als sie Gestern war.

Guck mal – sagt die Schwester zu ihr: Dein Brummi hat heute soviel gesungen – und alle Leute, die das gehört haben, haben dafür bezahlt. Dadurch ist vielmehr Geld reingekommen, als die Operation gekostet hat.

Als sie das zu Hanni sagt, guckt die Schwester auch so ein bißchen schräg über die Nase – genauso, als wenn Brummi sein Zipperlein hat.©ee

Un nu kummt dat Waark up Platt:

Brummi . . .

Achter Hannis Koamerdör wee de Welt nich mehr in Örnung. Sied dree Doach leech Brummi to Bäed.

Ji weeten nich well Brummi is? Brummi is Hannis Dukel-teddy.

See kunn man jüüst Mama särgen, dor leech he all bi hör in d‘ Bäed.
Bevöör see up de Welt wee, har he all füfftich Joahr bi Oma Plüsch woahnt. Oma Plüsch, dat wee de Mama van hör Mama.

Plüsch – dat har Papa dorbi sett. Wiel – see har joa twee Omas. Papas Mama dat wee Oma Suus – de woahn in Hambörch, un wee jümmer so flink mit hör Auto ünnerwäägens.

Oma Plüsch – de kunn Hanni sükk gannich anners vöörstellen as in hör lüütji Huus glieks achtern Diek – fief Minüten bit noa de Schlüüs.

Fröher har Opa de Schlüüs up un doal dreit. Wenn de Schee-pen noa See to wullen. Opas Hart gung denn stilkens mit up de Reis.

Sietdem he vöör Joahren an Bord een Been in de Anker-winsch van sien letzd Schkipp loaten har, kunn he nich mehr noa See to foahren – dat har hüm bold dat Haart broaken. An de Schlüüs seet hüm denn nu Dach för Dach noch so ‘n bäten de Röäk van Pikk un Maschin’nölich in d‘ Nöäs.

In Sömmerdach bi Opa boaben up de Schlüüs sitten un de Scheepen noakieken – dat wee jümmer dat moiste för Hanni wäst – för hör un för Brummi.

Brummi har dat joa aal mitbeläävt. Un nu – nu leech he sük in d‘ Bäed boaben in Hannis Koamer. Sied dree Doach kunn he nich mehr schnakken. Dat wee wat eernsthaftiges – heel gewiß. Dat wee anners as anners. Wo heet dat doch noch glieks, wat Opa ov un to moal har . . . richtich – Zipperlein.

Joa – Zipperleins, de har Brummi ok woll moal, dat kunn man denn düdelk sehn. Moal har he een Aarm uthoakt, moal keek he mit een Ooch ‘n bäten scheef över de Nöäs – oaber wenner see denn mörgens upwoak, denn wee he meest wäär gesund. So to särgen över Nacht genesen – so hett de ole Huusdokter Cloasen moal to Hanni sächt.

Dit wee oaber wat anners.
See har hör Brummi all Böstwikkels moakt un koole Ümschlääch üm de Hals lächt – an d‘ Hoostensaft hett see hüm rüken loaten – niks van dat hett hulpen. See is rein vertwiefelt. Opa hett all sächt, dor helpt säker blossich noch dat Sükenhuus. Oaber Brummi is joa nich in d‘ Versäkerung – un Sükenhuus is düür!

Dree Doach licht he nu all to plieren – un is niks bäter worden. So geit dat nich!
See gript hör Spoardöös, näämt Brummi in d‘ Aarm – un suust noa ünnern.

Mama, Mama – wi mooten mit Brummi in d‘ Sükenhuus – de Doalers dorföör hevv ik hier.
Hör Moder kikkt eers ganz verdreit – denn geit hör een Lüchten dör de Kopp. Na denn willt wi man glieks los.

De beiden rin in Papas Auto. An een Huus mit de groode Upschrift Puppenklinik
moakt Voader Stopp.

Brummi word inläävert – de Spoardöös ok – un mörgen köänt see hüm denn wär ovhoalen. Hett dat Maidje in dat witte Kleed sächt.

Hanni kann gannich ovtöven dat dat Mörgen word. Endlich is dat sowiet. Brummi is wäär so plietsch un vergnööcht un brummt wäär so, as wenn he nie nich sük wääsen is.

Dat sünd hör de Spoar-gröschkes weert wääsen. Doch wat is dat? See kricht een krägeln Brummi wär – un hör Spoardöös ok. Un de Spoardöös is nu noch een Ennen schwörder as Güstern.

Kiek moal, sächt de Dokterschhülp – dien Brummi hett vandoach sovöäl sungen, un aal Lüü de dat höört hevvt, hevvt dorvöör betoalt.
Dorbi sünd een büld mehr Doalers rinkoamen, as dat kureern köst hett.

As see dat to Hanni sächt, kikkt dat Froonsminsch in dat witte Tüüchs ok so een bäten plietsch över de Näes – netso, as wenn Brummi sien Zipperlein hett.©ee

Der Vorrat

Eine verwilderte heimatlose Strassenkatze beobachtete einen jungen kräftigen Hund wie dieser einen großen Knochen verscharrte.

Auch am nächsten Tag und an den darauf folgenden Tagen war der kleine Buddler wieder da , fast an der selben Stelle und fügte weitere leckere Kauvergnügen hinzu.

Das ging eine ganze Weile so, bis es die neugierige Katze es nicht mehr aushielt
und sie ihn fragte was er da mache.
Es ginge ihm doch bei seinem Herrchen gut, Dosenfutter,  jeden Tag, herrliche
Belohnungsleckerchen und viele viele Streichelschmuseeinheiten.

Wohl richtig “ antwortete dieser, doch gerade deswegen diese Vorsorge.

Noch bin ich klein, süß und knuddelig, in einem Jahr werde ich ein großer starker Wachhund sein und nicht mehr auf dem Schoß von Frauchen sitzen oder auf der Eckbank mit dem Blick über den Tisch und den dort abgestellten Herrlichkeiten.

Vielleicht lande auch ich im Hinterhof – wie meine Vorgänger – oder ich werde vergessen wie du.

© Chr.v.M.

und die Moral:

* Bereite dich im Glück vor auf  künftige unglückliche Zeiten
sammle und rüste in guten Tagen auf die vielleicht folgenden
Schlimmeren. *

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Seelenflieger.

Allen Kindern dieser Welt gewidmet,

die in den Augen der anderen Menschen

ein wenig anders sind …

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Schnatterle und Lienchen.

Am Morgen war noch alles sonnig
und unter Mamas Federkleid
da fühlt wir uns alle
wonnig

bis Mensch kam mit den Gummistiefeln
und wir vor Angst zitternd dann liefen
wir sahn voll Schreck den grossen Kescher
mein Pappa schimpfte * vorsicht Drescher *

er rannte mit der Kinderschar
so schnell wie ihn die Beine trugen
im Baum schimpfte lauthals der Star
und meinen Eltern war nun klar:

der Mensch er will uns alle trennen
und ich, ich konnte nicht mehr rennen
mein Herz schlug fest bei dieser Hetz
dann fiel das Netz, Mama schrie * wetz *

zu Spät, mein Bruder immer mutig
den Zipfel erwischte er noch hurtig
der Mensch er hatte uns nun beide
ein letzter Bick Richtung Blumenweide

dann wurden wir in den Käfig gesetzt
und untersucht ob wir verletzt
auf Reise nun ins Ungewisse
die Eltern warfen uns noch Küsse

durchs Gitter zu –  wir werden sie vermissen

doch das, das konnten wir
jetzt wirklich nicht wissen.©Chr.v.M.

+

Die Fahrt .

Die Fahrt sie war so furchtbar lang
und uns wurd` es so Himmelsangst
wo geht`s nur hin, was war geschehen
werden wir die Eltern nie mehr sehn ?

In jeder Kurve rutschten wir
von rechts nach links und an die Tür
durchs Gitter konnten wir Wolken sehn
dann kamen das Auto plötzlich zum stehn.

Zwei Arme griffen unseren Käfig
gepresst, geduckt, wir ziemlich fertig
wir schnabelten aus dem Käfig raus
wer trug uns Richtung Entenhaus?

Ein riesen Garten, Sträucher, Bäume,
drumm rumm `ne ganze menge Zäune,
auch einen Teich hab ich gesehn
hier scheint es uns, hier ist es schön.

Nun sitzen wir im Entenhaus
und sehen aus dem Fenster raus
das Stroh es raschelt hier ganz sacht
und draussen wir es langsam Nacht.© Chr.v.M.

Die erste Nacht.

Die erste Nacht im neuen Haus
die war für uns ein richtiger Graus
stockdunkel wars nur Sterngefunkel
und im Gebüsch dort Fremdgemunkel.

Ein Igel der nach Äpfeln suchte
und weil er keine fand dann fluchte,
ne`Eule die laut HUHUuu rief,
ne`Schnecke die am Fenster lief

bei jedem kleinsten Kratzgeräusche
bei jedem fernen Hundgeheule
da liefen von uns weg die Träume
am Morgen dann mit Blick nach Draussen

da sahn wir sie: den neuen Mensch
ein nettes Frauchen die dort rennt.© Chr.v.M.

Der erste Tag.

Von Innen nach Aussen konnten wir blicken
das Frauchen tat sich nicht anschicken
uns in die goldene Freiheit zu lassen
so blieben wir dann still und cool
und sahen bei ihrem Treiben zu.

Was macht DIE da? stellt Bruder Fragen
Da wurden Löcher ausgegraben
Metallstäbe tief reingesteckt
das Ganze sah aus wie verhext
mit grünem Draht dann drapiert

da hatte wir es schnell kapiert
das gibt `nen Auslauf ach wie schön
bald können wir die Welt dann sehn
im Teich baden,tauchen und schwimmen
die Vögel hören wie sie singen

nun warten wir, bleiben gelassen
und ziehn vorm Fenster frech Grimassen.©Chr.v.M.

+

Im Watschelgang Heimat betrachten.

Spaziergang und die Welt erkunden
das träumten wir vor ein paar Stunden
und plötzlich ging die Türe auf
und Frauchen rief * kommt doch mal raus.*

Wir sahen eine Entenbrücke
vom Haus hinaus und einen Spalt
* komm Bruder einmal nur dich bücken,
dort saftig Gras* – da gabs kein Halt.

Den Teich haben wir gleich entdeckt
Schnabel voran – laut mit Quaksopran
gebadet, getaucht und durchgeschwommen
wie schnell ist doch die Zeit verronnen

Herrn Käfer dann noch schnell  aufgeschreckt
und allen Schnecken `ne Warnung gesteckt
sind wir mal Gross dann kommt nicht wieder
ab jetzt tönen hier andere Lieder.©Chr.v.M.

Die Osterüberraschung.

Fleissig wie die Bienchen
legen Schnatterle und Lienchen
die Eier in ihr Nest
passend zum Osterfest.

Sie warten auf den Hasen
mit seinen bunten Farben.
Die faulen Hühner freuen sich sehr
und legten keine Eier mehr.

Und als das Osterfest dann da
ich staunend viele Kücken sah.
Die watschelten am Teich entlang
so kunterbunt im Entengang.©Chr.v.M.

Kinder.

Kinder sind die Welt von morgen –
lernt sie schon mal richtig an,
bei Kindern kann man Zukunft borgen –
das tut so mancher reiche Mann.

In Kinderaugen ist viel Platz –
für Tränen und für Nichtverstehen,
Kinderseelen sind ein Schatz –
sind seit jeher Gottes Lehen.

Kinder können Hungers sterben –
Kinder sind so stark wie nie,
Verdiener oft mit Kindern werben –
total verdreht – ich weiß nicht wie.

Kinder brauchen Mutters Liebe –
trennt sie nicht – laßt sie vereint,
Menschheit bekommt ständig Hiebe –
mit jeder Träne – die Kind weint.

Kinder brauchen Hauses Dächer –
laßt sie nicht im Regen stehn,
benutzt die Herzen stets als Fächer –
und ihr werdet Blumen sehn.

© ee

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so war das mal…

Fräulein Krüsbier, das ältliche Lehrergebilde
schlägt mit dem Stock auf’s Katheder
wie eine jugendlich Wilde

sie scheint heute morgen recht ungehalten
ihre bauchige Tasche aus rohgegerbt Leder
gleicht ihrer Stirn – in Bezug auf die Falten

hat doch tatsächlich –
als sie mühsam ihr Auto rückwärts geparkt
etwas seltsam in ihrem Brotkorb gequakt

der Fiete – der Schlingel –
aus der 7 b
hatte Frösche gefangen im Moddersee

und hat sie dann alle
sie kanns noch nicht fassen
in ihrem lindgrünen Käfer in Freiheit gelassen

und als sie dem Direks –
noch heftig verschreckt
berichtet was Fiete wieder mal ausgeheckt

schlängelt sich aus ihrer Tasche –
igitt wie fatal
ein schleimiger, glänzender, speckiger Aal

als sie sich von der Verschreckung erholt
und kann wieder gradeaus gucken
hat sie dem Fiete den Hintern versohlt

wegen seiner schändlichen Mucken
doch der lacht verschmitzt in ihr wütend Gesicht
weil mit krachen der angesägt’ Rohrstock zerbricht

sie entflieht mit Entsetzen der höllischen Klasse
die Nerven –
sie gehen mit ihr schon zu Fuß

sie verläßt als zitternde Leibesmasse
die schreckliche Schule
so ganz ohne Gruß

© ee 2005

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Text in der Nachdichtung von Paul Zech:

Es schwamm der Mond in mein Gemach hinein,
weil er da draußen so allein
bei den entlaubten Bäumen stand.
Ich habe ihm ein Kissen hingerückt,
damit er ruhen konnte, und er tats beglückt
sich untern Kopf. Ich legte ihm die Hand
schnell auf die Augen, und da schlief er auch.
Mich aber plagte schlechte Luft im Bauch.

Sie plagte mich, bis eine Uhr schon zwölfe schlug.
Da hatte ich verdammt genug
und ließ sie ab, die Luft. Davon ist zwar
der Mond nicht aufgewacht, doch in dem Fenstereck
die Mäusefrau. Sie hat im ersten Schreck
geboren, was noch gar nicht gar nicht fällig war.
Die kleinen rosa Schnauzen piepsten da so nett,
dass ich sie zu mir nahm ins warme Bett.

Mein Gott, die lütten Dinger, noch ganz nackt
und blind: Wie hat das Elend mich gepackt!
Ich glaub, dass mir was Nasses in die Augen kam.
Dabei hat manches Mädchen schon von mir
ein Kind gekriegt und starb vor Scham.
Die armen Würmer aber kuschten sich
in meine Hand, als wäre ich ihr Vater Mäuserich.

Zuletzt war auch die Mäusefrau so zahm
geworden, dass sie schwänzelnd zu mir kam.
Die schwarzen Augen glänzten froh und gross
in mein Gesicht hinein.
Und plötzlich war ich auch so mäuseklein
wie dieses Tier und nahm es in den Schoß.
Ich habe wohl die ganze Nacht mit ihr verbracht
und an kein andres Weib dabei gedacht.

Nachgedanken:

Im milden Licht der Winternacht
hab ich mich zu den Mäusen aufgemacht.
Du aber fragst, warum denn nur?
Hör zu, es ist kein Tier so klein,
das nicht von dir ein Bruder könnte sein.

© ee

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auf leisen Sohlen…

Auf leisen Sohlen war der Frühling ins Land eingezogen. Die Menschen im Dorf merkten es erst, als eines Morgens ganz feines Klingeln durch die Gärten und über die Wiesen schwebte. Die Schneeglöckchen hatten ihren ersten Arbeitstag. Sie waren schon ein paar Tage mit all den vielen Vorbereitungen beschäftigt gewesen. Es ist nämlich gar nicht so einfach, nach so langer Winterabwesenheit wieder alles in Gang zu setzen.

Das aber hatten die Leute nicht mitbekommen in ihrer täglichen Hasterei. Einzig der Eichelhäher aus dem nahe gelegenen Wäldchen war vor ein paar Tagen auf Besuch da gewesen – um ein kleines Schwätzchen unter Freunden zu halten, sozusagen. Er hatte die Kunde davon dann in der ganzen Gegend verbreitet:

„Die Schneeglöckchen sind wieder da!“

– war überall krächzend zu hören gewesen. Nun wussten es alle Tiere und alle Pflanzen in der ganzen Gegend. Bloß die Menschen ahnten es noch nicht – die erfuhren erst durch das feine Läuten davon. Denn welcher Mensch versteht schon Eichelhäherisch. Doch ganz wenige nur.

Das Rehlein gehörte zu ihnen. Das Rehlein hieß bei den anderen Menschen eigentlich Barbara – aber für ihren Liebsten, und für alle Tiere – im Wald und anderswo – war sie wegen ihrer wunderschönen Augen, und wegen ihres sanften Wesens nur das Rehlein. Das Rehlein liebte ihre Rosenstöcke im Garten über alles. Darum hatten in diesem Jahr alle Schneeglöckchen auf ihrer großen Mittwinterbetriebsversammlung einstimmig beschlossen: Die ersten Schneeglöckchen blühen in diesem Vorfrühling in des Rehleins Garten. Bevor der milde Geselle den großen bunten Teppich ausrollte, den Barbara jedes Jahr extra für ihren Garten webte, kleideten tausend und abertausend Schneeglöckchen den Garten in ein wunderschönes grünweißes Tuch. Es reichte von den Rosenstöcken an der Hauswand bis an die mit dickem Moos bewachsene Gartenmauer. Die Obstbäume standen plötzlich inmitten eines hohen, flauschigen Teppichs von Blüten. Die Märzenbecher hatten sich von der Lust anstecken lassen, und reckten ihre dickbauchigen Blüten über die Schneeglöckchen hinaus. Als wenn sie zum Wettstreit angetreten waren. Und was war das – über Nacht war es bunt geworden auf dem weißen Teppich. Die Krokuskönigin hatte ihre Untertanen auf die Wiese geschickt, und damit auch jeder sah, daß sie angekommen waren, tauchten sie ihre Mäntelchen in Töpfe mit den buntesten Farben. Gelb und rötlich und violett und lila. Die ganze Strasse lang sprach man nur noch von der Farbenpracht in des Rehleins Garten. Die Freude in ihrem Herzen war so groß – sie lief über und über und über, und verteilte sich in der ganzen Stadt – jede Strasse und jeder Hof leuchtete plötzlich wie die Palette eines fleißigen Malers. Für jede Blume und für jedes Blatt schrieb sie mit ihrem Liebsten gemeinsam ein Gedicht oder eine Geschichte. Damit alle Leute diese Gedichte und Geschichten sehen und lesen konnten, malte Babsi sie auf feinste seidene Tücher. Sie schmückte damit die Zweige der Bäume, die bemooste Gartenmauer, das Rosenspalier und jeder, der am Garten vorüberging, bekam ein farbenfrohes Tüchlein umgehängt. Bald war die Stadt bis in die hintersten Winkel mit Babsis farbenprächtigen Tüchern geschmückt, die alle lustig im Wind flatterten.

Babsi tanzte und sang und küsste und herzte ihren Liebsten – alle Leute im Lande wurden richtig neidisch auf ihn. Die Kunde davon verbreitete sich wie ein Lauffeuer nach Süden, nach Westen, nach Norden und nach Osten – bis in die hohen Berge und bis an die weite See. In der Einsamkeit Sibiriens erfuhren die Schneefüchse davon, und in den Blütenfeldern der Provence summten die Bienen die frohe Botschaft in den lavendelfarbenen Himmel. Aus Skandinavien kamen die Elche, von den Sandbänken in der Nordsee robbten die Seehunde heran, die Eidechsen verließen die Felsendome der Toscana – in den Karpaten sah man gar Wölfe sich auf den Weg machen. Sie alle wollten im Bayernland Barbaras wunderschönen Garten und die Stadt mit ihren auf seidene Tücher gemalten bunten Gedichten und Geschichten sehen.

Als die letzten Tiere angekommen waren – es waren die Rentiere aus Lappland – hob ein großes Fest in der Stadt an. Die mächtigen Rentiere waren etwas langsamer, weil sie die Rentierprinzessin und den Rentierprinzen auf ihren Rücken tragen mußten. Die wollten nämlich unbedingt das Rehlein kennenlernen, und sie bitten, sie in Lappland zu besuchen – sie im hohen Norden, im Land der Fjorde und Schären zu besuchen, und ihnen zu zeigen, auf welche Art und Weise sie das Land ebenso bunt machen konnten, und wie sie Gedichte und Geschichten auf seidene Tücher malen könnten. Die anderen Tiere, die das hörten, stürmten alle miteinander auf das Rehlein ein. Sie sollte sie alle in ihrer Heimat besuchen kommen. Überall sollte das Rehlein alles bunt und fröhlich machen – und überall durfte sie ihren Liebsten mit hinnehmen. Barbara war überwältigt von soviel Herzlichkeit und Begeisterung, sodaß sie allen zusagte, in ihre Heimat zu kommen. Aber immer schön der Reihe nach, konnte sie in dem ausbrechenden Jubel nur noch anbringen. Das war den Tieren denn auch recht – die Hauptsache war, sie kam irgendwann, um das Land schöner zu machen.

So reisten das Rehlein und ihr Liebster von da an in der Welt herum, besuchten all ihre Freunde, die Spaß an bunten Blumen, die Vergnügen an farbenprächtigen seidenen Tüchern, und Hunger auf schöne Worte hatten.

Da der Frühling gerade erst anfing mit seinen Farben und Formen in der Gegend herumzusprenkeln, suchten die beiden ihre Siebensachen zusammen. Die Kutsche, in der sie reisen wollten, war ganz schön vollgepackt mit seidenen Tüchern, mit Pinseln in allen Größen, mit Malstiften, mit Leinwand und Papier und Tinten in vielen Farben. Ein Frühlingsfest sollte es zuallererst werden, in der Provence – ein Frühlingsfest in der Heimat der Eidechsen. Ein Frühlingsfest unter lavendelblauem Himmel mit rubinrotem Wein und selbstgebackenem Steinofenbrot. Ein Frühlingsfest mit malen, mit schreiben und mit lieben in wunderschönen Nächten. Ein Frühlingsfest mit Musik und tanzen und schweben auf honiggelben Wölkchen vor knisterndem Kaminfeuer. Paul und Paulinchen – die schnuckeligen Haflinger vor der Kutsche – zuckelten immer brav hinter den flinken Eidechsen her. Mit jeder Meile die sie zurücklegten, kamen sie dem Paradies näher. Barbara kuschelte sich die ganze Reise an ihren Liebsten, der sie behutsam in seinen Armen hielt – sie zärtlich streichelte und liebkoste. Mit jedem Kuss, den sie sich gaben, strahlten ihre Augen heller, so daß sie in der Nacht gar keine Laterne brauchten, um den Weg zu finden. Es war eine traumhafte Reise über die Höhenzüge der Vogesen, durch das herrliche Elsaß, auf die sanften Ausläufer der Alpen zu. Je weiter sie nach Süden kamen, umso samtener wurde die Luft. Das Rehlein erblühte in seiner ganzen rosigen Schönheit. Mit jedem Atemzug den sie tat, tauchte ihr Liebster ganz tief in ihre strahlenden Augen – bis auf den Grund ihrer Seele, um seine eigene Seele darin zu baden. Er plantschte und plätscherte oft so heftig und ausgelassen darin herum, daß ihr die Freudentränen aus den Augen kullerten, und wie flüssiges Silber auf ihren Wangen glitzerten. Ihr Liebster küsste sie dann rasch wieder weg, um Platz für neue Freude zu machen.

© ee

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Nelemale und Solamele . . .

Nelemale war gerade erst eine Stunde alt – aber sie konnte schon fliegen – eine reine Pracht war das – kann ich euch sagen. Vorwärts und rückwärts – hochkant und breit – rundherum und steil nach oben. Sie konnte gar nicht stillsitzen – sie mußte erst alles ausprobieren.

Ach so – ihr wißt ja noch nicht, wer Nelemale überhaupt ist.

Nelemale – Nelemale ist eine kleine schwarze Stubenfliege – ihre Augen die blinkerten wie Sterne, und ihre Flügel – ihre Flügel, die schimmerten wie Weihnachtsglas.

Ihre feinen Beinchen konnte sie nach allen Seiten drehen – sie konnte sich damit am Köpfchen kratzen und im selben Moment die Propeller putzen. Das war so herrlich – sie konnte es selber noch nicht begreifen. Bloß später – wenn sie Schuhe haben mußte – da würde es wohl ein wenig schwierig werden. Sie brauchte nämlich sechs Schuhe auf einmal – aber bis dahin dauerte es noch. Jetzt mußte sie sich erstmal in der Welt zurecht finden.

Ihre Welt – das war die Küche. Mit dem großen Torfofen – und mit den Speck – und Schinkenseiten, mit den Mettwürsten in Kringeln und in langen, Wurstdärmen – die an den dicken Deckenbalken zum trocknen hingen. Für eine kleine Stubenfliege, wie Nelemale eine war, war es das Schlaraffenland. In der großen, dunklen Speisekammer standen Töpfe mit süßem Rahm, mit Schmalz und Grieben und mit gelber Butter. Sie konnte sich nicht entscheiden, wo sie sich zuerst hinsetzen sollte. All diese Köstlichkeiten dufteten verführerisch – und sie schmeckten noch viel besser. Hier ein bißchen probieren – da ein bißchen naschen – und zuletzt noch ein wenig am Honig schleckern. Die Flügel wurden ihr vom hin- und herfliegen lahm – und die Beine schwer. Es war Zeit, ein wenig zu schlafen. Hinter der Küchentür stand ein brauner Weidenkorb – innen mit roten Tüchern gepolstert – richtig heimelig sah es darin aus. Da drin wollte sie eine gemütliche Mittagsstunde halten. Mit flottem Schwung flog sie in den Korb. Zwischen den Gerätschaften, die so im Korb herum lagen, richtete sie sich häuslich ein. Hier noch einen Strich über die Flügel bürsten – da noch das ein oder andere Bein ausschütteln – und dann schlief Nelemale zwischen Kaffee-flasche, Brotdose, Kautabakstange, Tabaksbeutel und Pfeife ein. Wenn sie auch nur einen Flügelschlag Ahnung gehabt hätte, was das für ein Korb war – sie wäre da ja nie nicht reingeflogen. Woher sollte sie es wissen? Sie war doch man gerade erst ein paar Stunden alt. Kaum das sie eingeschlummert ist, schlägt jemand den Deckel zu – ihr bleibt fast das Herz stehen. Auf einen Schlag ist es um sie herum balkendüster. Na, ja – so kann sie wenigstens in Ruhe schlafen.

Nelemale – wenn du wüsstest, was dich erwartet. Sie war in Harms Vesperkorb gelandet – und war jetzt auf dem Weg ins Moor. Harm wollte Torf graben. Nachmittags zur Kaffeezeit bekam sie erst wieder den Himmel zu sehen. Der Korbdeckel war noch gar nicht ganz offen, da war sie auch schon draußen. Doch was war das? Dies war ja eine ganz andere Welt!

Ein Summen und Pfeifen und Brummen schwirrte durch die warme Sommerluft – und all die Farben. Blau und braun und weiß und rot – sie konnte ihre sechskantigen Augen nicht so schnell bewegen, wie die neuen Eindrücke auf sie zukamen. Große gelbe Schmetterlinge und schwarz-gelb gestreifte Hummeln saßen auf bunten Blumen. Wenn sie wegflogen, waren sie fast betrunken vom Nektar – so schaukelten sie durch die Luft. Die wollenen Köpfe vom Löwenzahn und weißes Wollgras flogen mit ihr um die Wette – sie wollten sicher wissen, wer schneller durch die Luft sauste. In einer Zeit von nichts hatte Nelemale die Küchenwelt vergessen – so leicht ist das. Hier draussen gab es keine Mauern und Wände – an denen man sich den Kopf stoßen konnte – hier draußen war die unendliche Weite. Alles um sie herum leuchtete und trillerte und lockte – Nelemale schaffte es bald nicht, sich alles anzusehen. Fffjjjjiiiieeet – was war das? Eine Schwalbe war auf Flügellänge an ihr vorbei gesegelt – jungedi – das war ja noch mal gut ausgegangen. In ihrer Küchenwelt hatte es diese Gefahr nicht gegeben – da mußte man sich als Stubenfliege bloß vor den Honigschleifen – die unter der Decke hingen – in acht nehmen. Nelemale sah das aber ganz gelassen – beim Teufel brennt das Feuer – und im Himmel gab es eben Schwalben. Über das aufregende Treiben rings um sie her hat sie noch mit keinem Seufzer an Essen gedacht – plötzlich macht ihr Bauch einen so lauten Hüpfer, daß die Mücke – die neben ihr auf dem Heidekraut sitzt – rückwärts auf die Erde fällt. Wo ist die Speisekarte – die Speisekarte muß sie unbedingt abfliegen. Die Tische, über die sie wegfliegt, sind mit den besten Leckereien gedeckt. Oft sind sie so vollgepackt, daß die Schlemmereien schon über den Rand laufen. Hoch in die Luft steigt Nelemale – von oben – mit der Sonne im Rücken – kann sie alles viel besser sehen.

Da vorne – zwischen den Erikabüschen – auf dem kleinen Hügel – als wenn da eine Krone steht. Rot und grün und honigfarben leuchtet es in die Sonne. Da muß sie hin – das kann ja nur etwas besonderes sein. Ohne viel Kringelei steuert Nelemale im Sturzflug darauf los . Lange vor den letzten Flügelschlägen steigt ihr schon verlockender Duft in die Nase – da läuft so einer kleinen Stubenfliege ja das Wasser im Munde zusammen. Kaddaradabumm – was war das? Benommen guckt sie um sich zu – auf einem großen Torfbrocken liegt sie – auf dem Rücken. Sie muß mit irgend jemand zusammengerasselt sein – auf ihrem Flug in den Speisesaal. Da wo sie landen wollte, steht ein kleines Mädchen – so zart und fein – man kann glatt durch und durchgucken. Grüß dich – Nelemale. Wie Engelsgesang klingt die Stimme, die sie hört. Ich bin Solamele – die Moorfee – ich muß hier im Moor aufpassen, damit auch alles seinen rechten Gang geht. Ja man – aber warum hast du mich denn auf dem süßen, gelben Grund nicht essen lassen? Mein Magen knurrt wie ein alter Hofhund – er hängt mir schon in allen sechs Kniekehlen. Nelemale war richtig ‘n bißchen wütend auf ihre neue Bekanntschaft. Wenn ich dich nicht aufgehalten hätte – du hättest nie mehr essen können – die kleine Moorfee schlug mit ihren seidenen Flügeln einen anmutigen Bogen. Paß gut auf – gleich kommt der alte Knister-Knaster. Seine Lebenskerze ist abgelaufen – den kann ich nicht aufhalten – dann siehst du, was passiert. Solamele hatte noch gar nicht zu Ende gesprochen, hörte Nelemale ein Brummen. Eine dicke, blauschimmernde Pferdefliege kam angetrommelt – flog drei, vier Bogen über der Krone – und setzte zur Landung an. Der Dicke hatte sich auch wohl sein Abendbrot ausgewählt. Ein paar mal hopste er über den gelben Grund – und dann standen seine Flügel still.

Bis er sein Kleckerlatz umgebunden , und Messer und Gabel zurecht gelegt hatte – das dauerte ein Weilchen. Endlich saß er bequem und wollte so richtig loslegen – als es klapp machte – und die Krone sich geschlossen hatte. Nelemale rutschte vor Schreck das Herz in die Hose – ganz blaß war sie geworden.

Jetzt weißt du – sagte Solamele, die Moorfee – wie es in der Natur zu geht. Wenn ich meine Augen nicht überall hätte, würde unser Sonnentau alle Tiere auffressen, die ihn besuchen wollten. Nelemale mußte erstmal kräftig schlucken – der Hunger war ihr rein vergangen – das tat sie sich aber dick hinter die Ohren schreiben. Als sie sich nach einer Weile umdrehte, um Solamele zu danken, war die kleine Moorfee schon lange anderswo – um Ordnung zu halten –

im Leben hier im Moor.

© ee

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Warum die Ostereier bunt sind . . .

Vor langer, langer Zeit – die Osterhasen hoppelten noch in Ritterrüstungen durch das Land, um den Kindern zu Ostern die Nester zu füllen – sahen die Eier noch alle gleich aus. Hühnereier konnte niemand so recht von Ostereiern unterscheiden. Den Unterschied konnte man nicht sehen – er war unter der Schale verborgen – Ostereier waren innen fest. Ganz oft passierte es darum, daß die Sonntagskleider, welche die Kinder Ostern immer anziehen mussten – Ostern war nämlich damals auch schon Sonntags – mit Eigelb vollgekleckert waren, weil die Kinder statt eines Ostereies ein Hühnerei aufgeschlagen hatten.

Wie das passieren konnte fragt ihr? Ganz einfach! Die Hühner vertauschten die Eier ab und zu. Die gefiederten Gesellen konnten auch damals schon über die seltsamsten Dinge lachen, und neugierig waren sie sowieso. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Wer was anderes erzählt, der kennt die Hühner nicht. Aber noch eine Eigenschaft besaßen die Ur-ur-ur-ur-urgroßeltern der jetzigen Hühner: Sie waren neidisch – neidisch auf den Osterhasen. Der konnte gekochte Eier legen. Wenn auch nur zu Ostern – aber immerhin!

Sie rackerten sich das ganze Jahr – Tag für Tag – mit dem Eierlegen ab – wenn eine Henne fleißig war, legte sie sogar zwei Eier an einem Tag – und dann kam am höchsten Eierfeiertag der Welt so ein schlappohriger Hase dahergehoppelt, und stahl ihnen die Schau.

Nicht einmal richtige Federn konnte er vorweisen – aber gekochte Eier legen. Weil die Hühner den Osterhasen auf seinen Touren ständig mit ihren Eiern bewarfen, beschloss die Osterhasengewerkschaft auf einer großen Versammlung, ihren übers Land ziehenden Mitgliedern Ritterrüstungen anzuziehen.

Bloß – in diesen schweren Rüstungen kamen sie nicht so schnell vorwärts – und viele Osternester blieben leer.

Ich muß euch ja bestimmt nicht erzählen, wie traurig die Kinder waren, wenn sie nach mühevoller Suche leere Osternester fanden. Darum füllten die Mamas die leergebliebenen Nester mit Hühnereiern. Das war aber auch nicht die Lösung. Tja – und weil alle Mamas dieser Welt – das war damals auch schon so – an Ostern keine traurigen Kinder mit bekleckerten Sonntagskleidern haben wollten, setzten sie sich unter dem Osterbaum mit den Osterhasen zusammen. Was bei den Beratungen herausgekommen ist, kann man heute noch an jedem Osterfest bestaunen: Die neidischen Hühner konnten ihnen keinen Streich mehr spielen, weil sie von da an Ostern immer eingesperrt wurden, und damit auch wirklich niemand mehr die Eier verwechselte, legten die Osterhasen ab sofort bunte Eier.

©ee

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Kinderfragen.

Wo ist der Wind wenn er nicht weht,
wo ist der Wolken ihr Zuhause –
wo ist das Rad das die Erde dreht,
wo ist des Regenmachers Klause?

Wer schiebt die Sonne über den Himmel,
wer rollt den Mond durch dunkle Nacht –
wer malt die Flecken auf den Schimmel,
wer macht das Donner furchtbar kracht?

Warum ist Luft so dünn wie Seide,
warum ist Wasser immer naß –
warum trauert Trauerweide,
warum ist Leben nicht bloß Spaß?

Wie kommt es das wir Menschen werden,
wie spricht man wohl im Himmelreich –
wie wichtig ist der Krieg auf Erden,
wie arm macht er oder wie reich?

Wofür baut der Mensch sich Waffen,
weshalb schießt man andere tot –
warum kann man nicht Frieden schaffen,
dann wäre alles doch im Lot!

© ee